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Bewusster Umgang mit Trinkwasser

Das sprengt jede Verhältnismäßigkeit

Ostbevern

Unter anderem die Stadtwerke Ostmünsterland appellieren an die Bevölkerung, im Umgang mit Trinkwasser bedächtiger zu sein. Gerade bei besonders hohen Temperaturen drohe sonst die Gefahr von Engpässen und Druckabfällen – auch in Ostbevern.

Sebastian Rohling

Wasser ist ein kostbares Gut, das nicht unnötig verschwendet werden sollte. Foto: Colourbox

Aufgrund der aktuellen und prognostizierten guten Wetterlage, unter anderem an diesem Wochenende, die geprägt ist von Hitze und Trockenheit, steigt der Trinkwasserverbrauch im nordöstlichen Münsterland.

Dieses wird vor allem durch den verstärkten Einsatz von Trinkwasser zur Gartenbewässerung und zum Rasensprengen hervorgerufen, berichten die Wasserwerke in der Region, darunter auch die Stadtwerke Ostmünsterland. Das Nutzungsverhalten lässt nach Angaben der Experten die Spitzenbedarfe steigen, was dazu führt, dass die Verteilungsinfrastruktur wie Rohrleitungen, Pumpen und Speicherbehälter an die Grenzen ihrer Leistungskapazität gelangt. In Zahlen bedeutet das, dass der Tageshöchstwert 1000 Kubikmeter höher liegt, als im normalen Mittel, teilen die Stadtwerke Ostmünsterland mit. „Am Dienstag hatten wir um 20.23 Uhr eine Verbrauchsspitze von 485 Kubikmetern Durchfluss. Also 485 000 Liter reines, aufbereitetes Trinkwasser“, sagt Anja Hummel von der Unternehmenskommunikation. „Zum Vergleich. An einem ,normalen‘ Tag, wie zum Beispiel am 13. Juni lag die Verbrauchsspitze bei 332 Kubikmetern, und zwar morgens. Also dann, wenn alle aufstehen, ihre Morgentoilette verrichten und duschen. Ein normaler Durchschnittswert.“ Hingegen sei zur abendlichen Vergleichszeit der Durchfluss pro Stunden bei nur 265 Kubikmetern.

Die Wasserversorgungsunternehmen bitten daher die Bürger, sorgsam mit dem Gut Trinkwasser umzugehen, auch um weitere Maßnahmen möglichst zu vermeiden. „Es gilt das Gebot der Vernunft. Jeder sollte für sich selbst abwägen, ob die zu tätigende Wasserentnahme wirklich erforderlich ist“, heißt es seitens der Stadtwerke. Vor allem in den Abendstunden, also in der Zeit zwischen 18 bis 22 Uhr, findet zurzeit eine überdurchschnittliche Spitzenentnahme statt, so dass jeder überlegen sollte, ob die individuelle Wasserentnahme vielleicht auch zu einem anderen Zeitpunkt stattfinden kann.

Eine Möglichkeit, statt das aufbereitete Wasser auf Rasen und Beete zu kippen, ist die Bohrung beziehungsweise Anschaffung eines Brunnens. Allerdings muss hier zwischen verschiedenen Brunnen unterschieden werden. So sind Bohrungen, die einzig zur Bewässerung des Gartens, vielleicht noch eines kleinen Teichs, gedacht sind, in der Regel nicht genehmigungspflichtig. Anders sieht das allerdings aus, wenn der Brunnen auch zur Trinkwassergewinnung oder zum Befüllen von großen Teich- oder Poolanlagen gedacht ist. Dann müssen sich die Betreiber an den Kreis Warendorf, Amt für Umweltschutz, wenden. „Die Förderung von Grundwasser zur Versorgung mit Trink- und Brauchwasser oder zur Speisung von Teichanlagen ist eine Gewässerbenutzung. Hierfür ist eine wasserrechtliche Erlaubnis erforderlich, die in der Regel für einen Zeitraum von 20 Jahre erteilt wird“, teilt der Kreis Warendorf auf WN-Nachfrage mit, der auf seiner Homepage weitere Informationen zu diesem Thema bereithält.

Eine ganz andere Option ist hingegen, einfach weniger zu gießen, und sich auf wenige Solitäre und Pflanzen zu konzentrieren, statt großflächig und langwierig alles im Garten mit dem Sprenger unter Wasser zu setzen.

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