Zahlenspielereien

Die Herausforderungen nehmen zu

Ostbevern

In der gestrigen Ratssitzung wurde unter anderem auch der Haushalt für das Jahr 2020 eingebracht. Dabei wurde deutlich, dass es zwar nicht schlecht aussehen würde, aber um auch in Zukunft gut aufgestellt zu sein, müsste sich unter anderem mehr verarbeitendes Gewerbe in der Gemeinde ansiedeln.

Sebastian Rohling

In der Gemeinderatssitzung ist der Haushalt 2020 für die Gemeinde Ostbevern eingebracht worden. Foto: Matthias Ahlke

In der gestrigen Ratssitzung ist es zu einer Premiere gekommen. Bereits der zweite Haushalt wurde in diesem Jahr eingereicht. Doch während es im Februar noch um den aktuellen Haushalt ging, stand gestern bereits der Haushalt für 2020 auf der Agenda.

„Das wichtigste vorab: Der Haushalt ist ausgeglichen“, sagte Dr. Michael König im Gespräch mit den WN. Und das, obwohl die Gewerbesteuereinnahmen um rund eine halbe Million Euro gesunken sind.

Allerdings mahnte der Kämmerer, dass die Perspektiven alles andere als zufriedenstellend seien. „Wir müssen uns auf große Herausforderungen einstellen. So wird die Kreisumlage erneut um 0,6 Millionen Euro erhöht, die Schlüsselzuweisungen aber um 0,3 Millionen Euro reduziert“, nannte er einen Grund und ergänzte, dass auch für die Zukunft weitere Erhöhungen der Kreisumlage zu erwarten seien. Gepaart ist diese Entwicklung mit einer Reduzierung der Infrastrukturbeiträge. „Schritt für Schritt sinken bis 2023 die Einnahmen aus den Grundstücksverkäufen. Und einfach mehr Baugebiete auszuweisen kann hier nicht die Lösung sein.“

Der Kämmerer der Bevergemeinde hat aber schon Ideen, wie eine Reaktion auf die laufende Entwicklung aussehen könnte. „Wir müssen von der Ausgaben- zur Einnahmeseite schauen. Ist bei der Einkommenssteuer nichts zu machen, sehe ich Chancen, die Gewerbesteuer anzukurbeln.“ Dabei erwähnt Dr. Michael König, dass die Schlüsselzuweisungen ein Indiz dafür seien, dass die vor Ort erwirtschafteten Einnahmen nicht ausreichen würden, die Ausgaben zu decken. „Wir müssen die Unternehmen vor Ort unterstützen und ihnen zuhören, was sie brauchen und gleichzeitig für neue, insbesondere Industriebetriebe des verarbeitenden Gewerbes attraktiv werden“, wirbt der Kämmerer.

Er ist verhalten optimistisch, was seine Pläne angeht. So sei Ostbevern eine junge und wachsende Gemeinde. „Wir haben hier gut ausgebildete Menschen. Das in Kombination mit der guten Lage, sollte uns in die Karten spielen.“ So soll ein Wirtschaftsförderungskonzept erarbeitet werden, das insbesondere das Thema Industrieansiedlung und verarbeitendes Gewerbe fokussiert. Denn auch wenn das Gewerbegebiet West richtig und wichtig für die Gemeinde sei, würden hier nur bedingt Arbeitsplätze geschaffen und Gewerbesteuer generiert werden.

Um Details des Haushaltes 2020 zu besprechen, hat der Kämmerer den Fraktionen angeboten, ihnen in einer ihrer Sitzungen die Feinheiten näher zu erläutern. Ob der Haushalt denn am Ende auch wirklich durchgewunken wird, dass klärt sich am 17. Dezember. Dann soll die Beschlussfassung in der dann terminierten Ratssitzung erfolgen.

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