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Re-Start der Gastronomie

Die Mienen hellen sich auf

Ostbevern

Geduld ist seit Monaten gefragt in der Gastronomie. Das bestätigen auch die Vertreter der Gastronomie aus Ostbevern auf WN-Nachfrage. Nun gibt es aber einen Silberstreif am Horizont – vieles ist wieder möglich. Dabei nimmt jedoch die Einhaltung der notwendigen Hygienevorschriften viel Zeit in Anspruch.

Von Karl-Heinz Kockund

Monatelang konnten Andrea Bergenroth und ihre Kollegen Essen lediglich zum Mitnehmen anbieten, jetzt geht es langsam bergauf. Foto: privat

Fast sieben Monate lang mussten die Restaurantbesitzer ihre Türen geschlossen halten, lediglich Außer-Haus-Verkauf war möglich. Seit wenigen Tagen hellen sich die Mienen der heimischen Gastronomen auf. Zunächst durften im Außenbereich Gäste verköstigt werden, inzwischen ist aufgrund der verbesserten Inzidenzen mit den „drei Gs“ – geimpft, getestet oder gesundet – auch indoor wieder vieles möglich. Die Westfälischen Nachrichten sprachen mit den Ostbeverner Gastwirten über die aktuelle Situation.

„Man lernt geduldig zu werden“, fasst Ralf Dieckmann seine Erfahrungen während der Pandemie zusammen. „Von Euphorie kann nicht die Rede sein. Den Leuten ist das Testen lästig, aber es wird uns für den Innenbereich noch eine Weile erhalten bleiben“, glaubt der Inhaber vom Anno 1905 im Dorfzentrum, das montags und dienstags Ruhetag hat und deshalb nicht vom schönen Wetter zu Wochenbeginn profitieren konnte. „Es läuft derzeit verhalten an. Die Unsicherheit ist bei den Gästen noch in den Köpfen. Einige sind zaghaft, vor allem bei den Senioren.“ Aber der 44-Jährige spürt auch Verbesserungen: „Die Anfragen kommen langsam wieder rein, beziehen sich aber meistens auf jüngere Menschen. Für das Wochenende hat es viele Anrufe gegeben.“

Verbesserungen sind spürbar

Ein wichtiger Faktor für Dieckmann sind die Hobbykegler. „Normalerweise haben wir bei uns fast täglich Kegelclubs. Wie die Resonanz jetzt bei kleineren Gruppen sein wird, muss man mal abwarten. Das Virus ist ja noch da – auch bei niedriger Inzidenz. Man fragt sich schon: Wann sind wir wieder komplett ausgelastet? Müssen wir etwas anders machen? Wie geht es mit dem Personal weiter?“, ist Dieckmann ins Nachdenken gekommen. Vier Stammkräfte müssen ersetzt werden, weil sie aus Studiengründen oder wegen eines anderen Arbeitsplatzes nicht mehr zur Verfügung stehen. „Glücklicherweise haben wir zwei, drei Neue gefunden. Die seit mehr als einem Jahr anhaltende Unsicherheit ist schon nervig, aber ich gehe davon aus, dass wir im Herbst und zu Weihnachten unser normales Geschäft haben. Alles hängt am Impfen.“

„Es entspannt sich ein wenig. Am Wochenende war es noch kribbelig. Am Montagabend waren bei dem schönen Wetter draußen alle zufrieden. Wir haben alle Reservetische rausgestellt, die wir haben“, freut sich Andrea Bergenroth über den jüngsten Stimmungswandel bei den Besuchern des Hotel Restaurant Alte Post. „Erst war es ein komisches Gefühl, aber dann waren wir alle gut zufrieden, für die Gäste laufen zu dürfen.“ Die 59-Jährige konnte ihr Stammpersonal zusammenhalten - auch dank Kurzarbeit in den kritischen Monaten. „Ich hoffe, das war‘s jetzt mit den Lockdowns. Eine vierte Welle würde für uns alle haarig.“

„Wir sind für jeden Schritt dankbar, jeder Gast macht Spaß“, ergänzt Michael Mersbäumer. „Am Sonntag war der Besuch super, aber es gibt auch skeptische Leute. Wichtig ist es, aufzupassen und die Auflagen zu erfüllen. Zuletzt haben wir 70 Prozent gereinigt und desinfiziert und 30 Prozent Spaß am Gast gehabt.“ Gleichwohl gibt sich der 50-jährige Besitzer des gleichnamigen Gasthauses mit Hotel und Partyservice für die Zukunft betont optimistisch: „Irgendwie gibt es immer einen Weg. Andere Generationen haben schon Schlimmeres durchgemacht. Natürlich haben wir Einbußen hinnehmen müssen, aber die Buchungen für dieses und das nächste Jahr sind jetzt schon super.“

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