Seit 60 Jahren ein echter Meister

Ein Gärtner aus Leidenschaft

Ostbevern

Den Diamantenen Meisterbrief bekam Werner Welp feierlich überreicht.

Anne Reinker

Den Diamantenen Meisterbrief bekam Werner Welp (Mitte) für sechs Jahrzehnte von Kreisgärtnermeister Christian Murrenhoff und seinem Stellvertreter Ludger Preckel (r.) überreicht. Foto: Reinker

Werner Welp ist Gärtnermeister durch und durch. In der Bevergemeinde ist er kein Unbekannter, hatte er doch unter anderem viele Jahre zu einem großen Teil die Friedhofspflege in seiner Verantwortung. Nun bekam Welp von Christian Murrenhoff und Ludger Preckel für eine 60-jährige Meistertätigkeit und -treue den Diamantenen Meisterbrief der Landwirtschaftskammer NRW überreicht.

Werner Welp hat seinen Beruf – von der Lehre bis zum Renteneintritt – stets in der Bevergemeinde ausgeübt. Seine Ausbildung startete er am 1. April 1945 mit gerade einmal 14 Jahren in der Schlossgärtnerei der Loburg, damals unter der Fittiche seines Lehrmeisters Heinrich Preckel. Dort wurde, wie in den Nachkriegsjahren üblich, vorwiegend Obst und Gemüse kultiviert.

Nach der Ausbildung brachte Werner Welp seine Arbeitskraft zwei Jahre lang auf dem elterlichen Hof ein, bevor er zum Gärtner Heinrich Kortwinkel wechselte. Am 24. Februar 1959, im Alter von 28 Jahren, legte er nach drei Wintersemestern seine Meisterprüfung ab. „Zur Schule kamen Sie immer mit einem Motorrad“, erzählte Christian Murrenhoff beim Festakt. „Somit erhielten Sie den Namen, „der immer mit dem Motorrad kam“. So werden Sie auch 60 Jahre später noch von Ihren ehemaligen Schulkameraden genannt“, sagte Murrenhoff mit einem Schmunzeln.

Nur ein Jahr später übernahm Werner Welp den Betrieb Kortwinkel. Zier-, Gemüse- und Tabakpflanzen waren die ersten Kulturen, die 1960 direkt ab Betrieb verkauft wurden. Als Dienstleistung wurden zudem bei den Bauern Bäume beschnitten. „Großer Wert wurde zu dieser Zeit auch auf einen gepflegten Bauerngarten gelegt“, erinnerte Christian Murrenhoff in seiner Ansprache.

Seit dieser Zeit arbeitete Welp viel auf dem örtlichen Friedhof und pflegte im monatlichen Wechsel mit der Gärtnerei Preckel die Gräber und Anlagen. „Das zeigt mustergültig, dass Sie ein ganz besonders kollegialer Mensch sind“, lobte der Redner. Aber auch das Binden von Kränzen, die Vorbereitungen der Beerdigungen wie auch Gartenpflege und das Blumengeschäft füllten sein Arbeitspensum. 1975 wurde ein Gewächshaus gebaut, in dem auch Beet- und Balkonpflanzen kultiviert wurden. Den Betrieb übergab er 1996 an seinen Neffen Reinhard Görtzen. „Bis vor zwei Jahren habe ich bei der Arbeit auf dem Friedhof immer noch mitgeholfen“, sagte der heute 88-Jährige.

„Noch heute sind Sie ein wichtiger Ansprechpartner, da Sie zahlreiche Aufzeichnungen und gute Erinnerungen an die Tätigkeiten auf diesem Friedhof haben“, erklärte Christian Murrenhoff. „Geschätzt werden Sie, weil Sie immer ansprechbar und hilfsbereit sind. Sie sind ein Gärtner voller Leidenschaft.“

Den Diamantenen Meisterbrief überreichten Kreisgärtnermeister Christian Murrenhoff und sein Stellvertreter Ludger Preckel. Das festlich aufgesetzte Schreiben bekommt einen würdigen Platz im Flur von Werner Welp, gleich neben der Urkunde für den Goldenen Meisterbrief, das steht bereits fest.

Startseite