Unschöner Vorfall auf der Obstbaumwiese

Ein Park für alle Altersgruppen

Ostbevern

Eigentlich war die neugestaltete Obstbaumwiese als Mehrgenerationenpark gedacht – doch das sehen offenbar nicht alle Mitbürger so. Zuletzt gab es eine Beschwerde über eine Kindergartengruppe. Das Ordnungsamt wurde auf den Plan gerufen und es entstand eine große Aufruhr unter den betroffenen Eltern der Gruppe.

Von Daniela Allendorf

Die Sportgeräte am Rande des Wassertretbeckens sind nur für Kinder ab 14 Jahren zugelassen. Das heißt aber nicht, dass der Park erst für Kinder in dem Alter freigegeben ist. Die Gemeindeverwaltung macht deutlich, dass es ein Park für alle Generationen ist. Foto: Daniela Allendorf

Schon lange gab es in der Bevergemeinde den Wunsch nach einem Mehrgenerationen-Platz. Nach einer langen Planungsphase konnte dieser Wunsch Ende vergangenen Jahres Wirklichkeit werden. Im September wurde an der Obstbaumwiese das Wassertretbecken nebst Barfußweg, Sportgeräten und Kräutermännchen eröffnet. Die Freude über dieses Angebot zur Erholung und als Treffpunkt der Generationen war groß.

Allerdings wurde die Freude schon das eine oder andere Mal getrübt. Bereits im September vergangenen Jahres seien sie und eine Freundin von zwei Senioren wüst beschimpft worden, als sie sich mit ihren Kindern am Wassertretbecken aufhielten, berichtet Ann-Kathrin Fumfack-Willms. „Die Kinder seien unhygienisch und auch der Platz sei erst für Kinder ab 14 Jahren zugelassen“, gibt die Mutter wieder, deren Kinder jetzt erneut Zeuge eines unschönen Vorfalls an der Obstbaumwiese wurden. Zusammen mit Katharina Hüser ist Fumfack-Willms im Elternbeirat der Kita St. Josef und sie machen ihrem Ärger unter anderem in einem Brief an die Fraktionen Luft. Dort schildern sie einen Vorfall aus der vergangenen Woche. „Die Schulkinder der Einrichtung dürfen sich zum Ende ihrer Kindergartenzeit etwas wünschen“, erläutert Fumfack-Willms zu den Hintergründen der Geschichte. Dabei habe sich ein Kind einen Ausflug mit Picknick zum Wassertretbecken gewünscht – ein Wunsch, dem die Einrichtung gerne nachgekommen sei, berichtet auch Leiterin Henrietta Harmann.

Auf der Obstbaumwiese selber, habe es dann den Zwischenfall mit einem Anwohner gegeben, berichtet Ann-Kathrin Fumfack-Willms weiter. Der Senior habe am Gartenzaun gestanden und nicht unbedingt freundlich darauf hingewiesen, dass der Platz und das Becken erst ab einem Alter von 14 Jahren zu nutzen seien. Darüber hinaus habe er den Erzieherinnen, die mit der Gruppe vor Ort waren, mitgeteilt, dass er das Ordnungsamt eingeschaltet habe.

„Das stimmt“, sagt Ordnungsamtsleiterin Barbara Roggenland. Eine Mitarbeiterin der Gemeinde sei vor Ort gewesen. Dass es eine Altersbeschränkung für die Nutzung des Parks geben soll, kann sie hingegen nicht bestätigen. „Lediglich die Fitnessgeräte sind erst ab einem Alter von 14 Jahren beziehungsweise einer Körpergröße von 1,40 Meter zu nutzen“, erläutert sie weiter. Ansonsten sei der Park uneingeschränkt nutzbar. Fügt aber hinzu: „Natürlich ist das Wasserbecken kein Planschbecken.“

Zum Vorfall selber erläutert sie weiter, dass die Mitarbeiterin darauf hingewiesen habe, dass die Sportgeräte nicht von der Gruppe genutzt werden dürften. Einen generellen Platzverweis, wie von anderer Seite beschrieben, habe es nicht gegeben, so Roggenland weiter. Darüber hinaus habe man inzwischen auch noch einmal mit dem Beschwerdeführer gesprochen und erläutert, was dort erlaubt sei.

Außerdem habe man auch den Kontakt zur Kita gesucht. „Natürlich sind uns die Kinder willkommen“, sagt Roggenland. „Das ist ein Mehrgenerationenpark und der soll auch so genutzt werden“, macht sie einmal mehr deutlich.

Der Ausflug für die Kinder sei an dem Tag dennoch beendet gewesen. „Das betreffende Kind war einfach todtraurig“, schildert Ann-Kathrin Fumfack-Willms und ärgert sich, dass in den Augen einiger Mitbürger ein Mehrgenerationenpark nicht als solcher genutzt werden dürfe. „Die Kinder müssen unter Corona auf so viel verzichten“, sagt sie, und ist erschüttert, dass ein schöner Ausflug für die Kinder so enden muss. Ein Ende „ohne gutes Gefühl“, sagt auch Henrietta Harmann.

Doch das wolle man – in Absprache mit der Gemeinde – wieder zu einem guten werden lassen. Es soll einen weiteren Ausflug für die Schulkinder des Kindergartens St. Josef zum Wassertretbecken geben. So dass das Kind, das den Wunsch geäußert hatte, am Ende sagen kann: „Das ist mein Tag. Das hatte ich mir gewünscht.“ Ein Wunsch, der auch von Seiten der Gemeindeverwaltung vollkommen unterstützt wird, so Barbara Roggenland.

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