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Juniorwahl an der Josef-Annegarn-Schule

Entgegen des Landestrends gewählt

Ostbevern

133 Schüler der Josef-Annegarn-Schule taten es jetzt den Erwachsenen, die am Sonntag zur Landtagswahl gingen, gleich. Bei der „Juniorwahl“ stimmten sie für sich ab. Und das Ergebnis überrascht, denn das fällt deutlich anders, als der Landestrend der eigentlichen Wahl aus.

Von Daniela Allendorf

Neben der Motivation, zur Wahl zu gehen, soll mit der „Juniorwahl“ Begeisterung und Interesse an Politik geweckt werden und somit die Grundlage für späteres gesellschaftliches Engagement entstehen. 133 Schüler machten mit. Foto: JAS Ostbevern

Politikverdrossenheit? Das kann man den Schüler an der Josef-Annegarn-Schule nicht vorhalten. Denn als dort in der vergangenen Woche das Projekt „Juniorwahl“ der Kumulus-Stiftung aus Berlin durchgeführt wurde, nutzten zahlreiche Schüler die Möglichkeit zur Wahlurne zu gehen. „Die Motivation der teilnehmenden Klassen war hoch, was sich in der Wahlbeteiligung von 83,65 Prozent widerspiegelt“, sagt Lehrerin Sarah Holzmüller. Damit lag die Beteiligung der jungen – und eigentlich noch nicht wahlberechtigten – Menschen in deutlich höher als in der Bevergemeinde, wo die Wahlbeteiligung bei 65,51 Prozent lag und damit schon deutlich über dem Landestrend.

Aktuelles Unterrichtsthema

13,2 Millionen Menschen aus Nordrhein Westfalen durften sich am Sonntag an der Landtagswahl beteiligen. „Wählen dürfen alle, die die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen, in Nordrhein-Westfalen wohnen und über 18 Jahre alt sind“, wissen die Mädchen und Jungen der 6b ganz genau. Ebenso wie in vielen anderen Klassen, sind die Wahlen das aktuelle Thema im Unterricht.

„Natürlich werden die typischen Fragen gestellt: Wer ist auf den Wahlplakaten zu sehen? Was sind die Ziele der einzelnen Parteien und wie wollen sie sie umsetzen? Die Kandidaten werden im Kandidatencheck von allen Seiten beleuchtet und auch der Wahl-O-Mat darf nicht fehlen“ erklärt Sarah Holzmüller. Und dann? Ging es für 133 Schüler der JAS an die Wahlurne. Den bei dem Projekt „Juniorwahl“ steht nicht nur das Üben, sondern vor allem auch das Erleben von Demokratie im Mittelpunkt: „Neben der Motivation, zur Wahl zu gehen, soll Begeisterung und Interesse an Politik geweckt werden und somit die Grundlage für späteres gesellschaftliches Engagement entstehen.“

Sarah Holzmüller

Und so wurde, nach der inhaltlichen Vorbereitung im Unterricht, zwischen dem 9. und 13. Mai gewählt. Mit Wahlbenachrichtigungen, einem eigens eingerichteten Wahlbüro, echten Stimmzetteln, Wahlhelfern und Auszählung der Stimmen.

Ein Ergebnis gab es für die Schüler in der vergangenen Woche allerdings noch nicht. Darauf mussten die jungen Wähler ebenso warten, wie die Erwachsenen, die am Sonntag zur Urne gingen. Dennveröffentlicht wurde es ebenso wie bei der echten Wahl, erst am Sonntag ab 18 Uhr.

CDU verliert bei „Juniorwahl“ deutlich

Dabei wurde deutlich, dass junge Menschen ganz anders entscheiden und wählen. So verlor die CDU bei der „Juniorwahl“ 5,5 Prozent und rutschte auf 17,2 Prozent an. Die SPD kam auf 22,6 Prozent (minus drei Prozent). Deutlich zulegen konnten die Liberalen mit plus 7,1 Prozent kamen sie auf 15,6 Prozent. Die AfD legte um 1,8 Prozent auf 6,7 Prozent zu. Ein Plus gab es auch für die Grünen, die mit 2,7 mehr auf 18,0 Prozent kamen.

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