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Gedenktafel aufgestellt

Erinnerung an alten Schützenplatz

Brock

Eine kleine Freifläche im Wäldchen an der Ladbergener Straße in Brock war von den 1930er bis in die 1970er Jahre Mittelpunkt der Schützenfeste des Schützenvereins „Westbevern-Brock von 1872“. Daran erinnert jetzt ein Gedenktafel, die am Samstag präsentiert wurde.

Von Anne Reinker

Bürgermeister Karl Piochowiak (2.v.r.) freute sich gemeinsam mit den Offiziellen des Schützenvereins und den Helfern, dass nun eine Gedenktafel an den alten Schützenplatz „Lütke Burgen Füchten“ erinnert.Gebannt verfolgten die Mitglieder und Gäste schon damals das Ringen um die Königswürde. Foto: Anne Reinkerprivat

„Wir wollen eine Erinnerung an unseren alten Schützenplatz schaffen“, erklärte Dirk Macke am Samstag. Denn eine kleine Freifläche im Wäldchen an der Ladbergener Straße war von den 1930er bis in die 1970er Jahre Dreh- und Angelpunkt für große Feste des Schützenvereins „Westbevern-Brock von 1872“ – was vielen sicherlich unbekannt sein dürfte. Und anlässlich des Starts in das Festjahr zum 150-jährigen Vereinsbestehen entstand beim Vorstand die Idee, das Areal, „Lütke Burgen Füchten“ genannt, mit einer Ehrentafel zu versehen. Diese erinnert mit Fotos und Informationen an die Schützenfeste früherer Zeiten und dient des Weiteren als Lageplan der Spieker-Wanderroute.

Eigentlich sollte die Präsentation des Schildes im Rahmen der Winterwanderung stattfinden. Da diese aber coronabedingt abgesagt wurde, entschloss man sich zu einer Eröffnung in einem kleineren Kreis mit Helfern und Offiziellen. Neben der Tafel stellten die Aktiven auch noch eine Bank und einen Mülleimer auf, um Wanderern eine kleine Pause zu ermöglichen.

Zur Geschichte des Platzes wurde schon vor vielen Jahren recherchiert – und im Buch „Use Brock“ festgehalten. Demnach wurde der erste stationäre Schießstand in den 1920er Jahren in „Bückers Büschken“ hergerichtet, bevor 1933 der Festplatz in das Waldstück „Lütke Burgen Füchten“ verlegt wurde.

Der Zweite Weltkrieg brachte das Schützenwesen zum Erliegen, 1948 konnte aber wieder Schützenfest gefeiert werde. Erster König wurde damals in „Lütke Burgen Füchten“ Friedrich Stroetmann.

Auf den Vogel geschossen wurde bis zum Zweiten Weltkrieg übrigens mit Karabinern, ab 1948 mit einer Armbrust. Eisenstücke dienten als Geschosse. Die britische Besatzungsmacht musste dafür ihre Zustimmung geben, so wird im „Use Brock“ erzählt.

In den 1960er Jahren war das Wetter oft so schlecht, dass es kaum möglich war, das Fest bei Dauerregen in freier Natur zu feiern. Hubert Reinker stellte seine Betriebshalle für die Feier zur Verfügung. Seit 1974 findet das Schützenfest jährlich an Christi Himmelfahrt statt – und somit an einem festen Termin.

Zunehmendes Verkehrsaufkommen erforderte im Jahr 1979 den Ausbau der Bröcker Kreuzung sowie der zuführenden Straßen. Das machte das Feiern und Marschieren an „Lütke Burgen Füchten“ zunehmend gefährlicher. Nach reiflichen Überlegungen fand man einen geeigneten Platz für das Fest in „Reinkers Birkenwald“ am Sportplatz. In einer feierlichen Zeremonie wurde die Erinnerungsurkunde zum 100-jährigen Bestehen aus dem Jahr 1972 am alten Schützenplatz entnommen und in das neue Fundament des Schießstandes eingearbeitet. Diese Geschichten möchte der heutige Vorstand nicht in Vergessenheit geraten lassen.

Unterstützt wurde die Fertigung der Ehren- und Wandertafel durch die Firma Ludger Kolkmann, die Gemeinde Ostbevern und die Ostbevern Touristik. Dirk Baumkötter gab die Fläche dafür frei. Lob für die gute Idee, den Platz mit einem Schild zu versehen, kam von Karl Piochowiak. „Es ist ein schönes Zeichen, wenn man die Vergangenheit mit in die Zukunft nehmen möchte“, sagte der Bürgermeister. Angesichts des Willens, Traditionen zu pflegen, „braucht es einem nicht Bange zu werden im Blick auf die Vereinskultur“, meinte er.

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