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St.-Anna-Mitarbeiter arbeiten eng mit dem Kreis Warendorf zusammen

Erste Impfungen im Seniorenheim

Ostbevern

Die ersten Menschen in der Bevergemeinde sind gegen das Covid-19-Virus geimpft worden. Im Seniorenwohnheim St. Anna und im betreuten Wohnen der „Alten Bäckerei“ kamen die ersten Impfungen an. Neben nahezu allen Bewohnern, ließen sich auch rund 80 Prozent der Mitarbeiter impfen.

Daniela Allendorf

Freuen sich über den Impfstart in der Bevergemeinde: Katrin Wolters (Pflegedienstleitung), Josef Mersmann (Geschäftsführer St. Anna) und Bürgermeister Karl Piochowiak (v.l.). Foto: Daniela Allendorf

Die Anspannung ist Josef Mersmann, Geschäftsführer der St.-Anna-Seniorenheime, am gestrigen Vormittag deutlich anzumerken. Seit Tagen hat er sich mit seinem Team auf den Impfstart in den Ostbeverner Einrichtungen – dem Seniorenheim St. Anna und dem Betreuten Wohnen in der „Alten Bäckerei“ – vorbereitet. „Weihnachten und Silvester haben bei uns quasi nicht stattgefunden. Wir haben durchgearbeitet“, sagt Mersmann. Es galt, sowohl Bewohner als auch Angehörige umfassend über die Impfungen gegen das Covid-19-Virus zu informieren und aufzuklären. „Die Impfung ist aus meiner Sicht sehr verträglich“, sagt Mersmann. Schlechte Erfahrungen habe es in seinem Umfeld und auch bei Kollegen bisher nicht gegeben.

Nachdem über die Feiertage die Mitarbeiter sowohl im St.-Anna-Seniorenzentrum, als auch im Betreuten Wohnen in der „Alten Bäckerei“ die Einverständniserklärungen der Bewohner wie auch der Mitarbeiter gesammelt hatten, war es möglich die nötige Anzahl an Impfdosen beim Impfzentrum zu bestellen. Von den 55 Bewohnern im St. Anna ließen sich gestern 53 Menschen impfen. Von den 15 Bewohnern der „Alten Bäckerei“ 14. Das die Quote nicht bei 100 Prozent liege, sei nicht in fehlender Impfbereitschaft begründet. Kurzfristige frische Infekte, Allergien oder Unverträglichkeiten seien die Ursache dafür, dass man bei einigen nicht impfen könne, so Mersmann.

Bereits zum Jahreswechsel sei die Zusage zur Lieferung des Impfstoffs gekommen, freut sich Mersmann über reibungslose Abläufe in Zusammenarbeit mit dem Impfzentrum des Kreises Warendorf. „Auch die Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt läuft einfach super“, so der Geschäftsführer. Gleiches gelte für die Gemeindeverwaltung. Zwar bedürfe es an dieser Stelle bisher keiner Unterstützung, aber „es ist gut zu wissen, dass wir sie im Notfall schnell bekommen würden“, sagt Mersmann. „Das ist eine unglaubliche Wertschätzung unserer Arbeit.“

Eine Wertschätzung, die auch Bürgermeister Karl Piochowiak wichtig ist, denn „ich habe mitverfolgt, wie viel Aufwand betrieben wird, um Bewohner und Mitarbeiter zu schützen“, sagt Piochowiak, das verdiene allein schon große Anerkennung. „Der Aufwand für diesen Schutz war auch nie das ausschlaggebende Argument, sondern nur der Schutz war das, was zählte“, so Piochowiak weiter. Und um den Schutz geht es dem ersten Bürger ebenso wie Josef Mersmann.

Rund 150 Impfdosen standen gestern im Seniorenzentrum zur Verfügung. Dabei lag die erste Priorisierung darauf, zunächst alle Bewohner durchzuimpfen. Zur Unterstützung standen hier fünf Hausärzte bereit, die die Impfungen mit sogenannten Impfteams durchführten. Als nächstes waren die Mitarbeiter an der Reihe. „Hier haben wir eine Quote von 80 Prozent, die sich impfen lassen“, sagt Mersmann. An dritter Stelle standen die Impfteams. „Da haben wir eine sogenannte Reserveliste“, erläutert Josef Mersmann, der auch betont, dass die Impfungen auf freiwilliger Basis vorgenommen wurden.

Nach der Impfung wurden die Bewohner engmaschig überwacht. Dazu wurde auch kurzfristig das Personal aufgestockt, so dass zwei Schichten gleichzeitig arbeiteten. Auch ein Hausarzt stand die ganze Zeit im Wohnbereich zur Verfügung. „In rund drei Wochen steht dann die nächste Impfung an“, sagt der Geschäftsführer, der trotz der Impfungen weiter auf das Gebot der Stunde – Abstand, Maske und Hygiene – achten wird. „Ohne das geht es einfach nicht.“

Auch wenn der Bürgermeister sich jetzt noch nicht impfen ließ – „Ich halte es da mit der Kanzlerin. Ich lasse mich auf jeden Fall impfen, aber ich bin jetzt einfach noch nicht an der Reihe“ –, so will er dennoch für die Impfung werben, ebenso wie Josef Mersmann. Noch seien die Zahlen in der Bevergemeinde gering, aber das könne sich schlagartig ändern. Deswegen appelliert Piochowiak: „Lassen Sie sich impfen.“ Nur so könne man zur Herdenimmunität kommen.

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