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Betrugsprozess: Berufung zurückgenommen

„Es kommt keine Bewährungsstrafe infrage“

Ostbevern

Jetzt wird der Angeklagte doch seine Strafe antreten müssen. Der 35-Jährige, der durch betrügerische Machenschaften seine Finanzsituation aufbessern wollte, zog vor dem Landgericht am Ende seine Berufung zurück.

Im Betrugsprozess ist die Entscheidung gefallen. Foto: Archiv

Der 35-Jährige im schicken Outfit auf der Anklagebank des Landgerichts ist eine gepflegte Erscheinung. Doch hinter der Fassade steckt ein Mann, der in der Absicht handelte, durch betrügerische Machenschaften seine Finanzen aufzubessern.

Nach den Feststellungen des Amtsgerichts in Warendorf stellte der Angeklagte über ein Internetportal zu „stolzen Preisen“ Handys beziehungsweise Smartphones, sowie eine Herrenuhr zum Verkauf ein. Die Käufer freuten sich über den Treffer, überwiesen das Geld, bekamen aber nichts. Denn der Anbieter war nicht Willens und in der Lage, die Ware zu liefern. Daneben kopierte er in einem Fall eine fremde Anzeige.

Das Angebot zur Vermietung einer Ferienwohnung und stellte es ins Netz. Da es nicht zur Anzahlung kam, blieb dieser Betrug im Versuch stecken.

Der Fall landete im September 2020 vor dem Amtsgericht in Warendorf, wo für den Angeklagten die juristische Konsequenz folgte: zwei Jahre und drei Monate Haft wegen gewerbsmäßigen Betrugs in sechs Fällen, inklusive der Versuchstraftat.

Um den Haftvollzug zu vermeiden, ging der Ostbeverner – ein Bewährungsversager und derzeit in anderer Sache im Strafvollzug – in Berufung. Am Dienstag beschränkte er vor dem Landgericht seine Berufung auf den Rechtsfolgenausspruch.

Rahmengeschehen stand nicht zur Debatte

Damit räumte er die Straftaten ein. Somit stand das eigentliche Rahmengeschehen nicht mehr zur Debatte.

Im Mittelpunkt des Prozesses stand nur die Frage, ist eine Abänderung des erstinstanzlichen Urteils in eine Bewährungsstrafe möglich?

„Was können Sie dazu vorbringen?“, fragte der Richter den Angeklagten.

„Ich möchte mein Leben in den Griff bekommen. Ich will alles tun, dass es nicht wieder vorkommt“, so der Angeklagte.

Als der vorsitzende Richter und die Staatsanwältin schon frühzeitig erkennen ließen, dass kaum Chancen für eine Bewährungsstrafe bestehen und der Bewährungshelfer des Angeklagten wenig Positives zu berichten wusste, war der Verlauf der Prozessentwicklung fast vorhersehbar.

Kaum Chancen für Bewährungsstrafe

So kam es dann auch: Nach Zwischenberatung des Gerichts sprach der Vorsitzende Richter eine deutliche Sprache für alle Parteien: „Es kommt keine Bewährungsstrafe infrage.“ Diese klare Ansage nahmen Angeklagter und Verteidiger zum Anlass, ihre Berufung zurückzunehmen.

Das Urteil der Vorinstanz ist somit rechtskräftig mit der Folge, dass der Angeklagte die ausgeurteilte Freiheitsstrafe absitzen muss.

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