Stellungnahme zur Umgestaltung Nachtigallenweg – Ecke Lindenweg

„Es reicht nicht, schöne Spielplätze zu bauen“

Ostbevern

Die Fläche am Nachtigallenweg ist prädestiniert, um Bänke aufzustellen, die Ausflüglern und Menschen ohne Garten eine Möglichkeit zum Aufenthalt im Freien geben. Die Meinungen darüber sind aber in Ostbevern gespalten. Jutta Drilling-Kleihauer, stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende bezieht zu dem Thema Stellung.

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Auf der Brachfläche an der Ecke Nachtigallenweg/Lindenweg soll eine Blumenwiese entstehen und überdies sollen zwei Bänke aufgestellt werden. Foto: Daniela Allendorf

Im Fokus steht die Umgestaltung einer Fläche im Bereich Nachtigallenweg/Ecke Lindenweg in Ostbevern (die WN berichteten am 29. April). Jutta Drilling-Kleihauer, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD im Rat der Gemeinde Ostbevern sowie Katharina Weixler, sachkundige Bürgerin, äußern sich zu diesem Thema in einer Stellungnahme. „Die Sommer der letzten Jahre haben gezeigt, dass wir uns Gedanken über Schattenplätze machen müssen. Damit Menschen, die keinen Garten haben, sich auch draußen aufhalten und Spaziergänger oder Fahrradfahrer im Schatten eine Ruhepause einlegen können. Prädestiniert dafür ist die besagte Fläche am Nachtigallenweg. Dort könnten prima mehrere Bänke aufgestellt werden, um den Schatten der Bäume zu nutzen“, so formuliert es Jutta Drilling-Kleihauer in ihrer Stellungnahme. Und sie erläutert: „Gleichzeitig ist uns aber auch wichtig, dass eine ökologische Aufwertung der Fläche erfolgt, damit zum Beispiel Bienen und andere Insekten Nahrung finden.“ Bis jetzt sei der Boden mit Efeu bedeckt und es bestehe noch Potenzial. In der Stellungnahme erläutert die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende: „Diese beiden Punkte waren die wichtigsten Anliegen, die wir mit dem Antrag verfolgt haben.

Kompromiss der Einsaat

Deshalb können wir letztendlich mit dem Kompromiss der Einsaat der Fläche mit einer Blumenwiese und der Aufstellung von Bänken am Rand des vorgeschlagenen Bereichs gut leben. Schlecht leben könnten die Fraktionsvertreter allerdings mit der Aussage, dass die Nachbarn auf jeden Fall dagegen wären, dort Bänke aufzustellen, weil „sich dort ja Jugendliche aufhalten und ihre Drogen konsumieren könnten und stören würden“. „Wir können uns auch nicht vorstellen, dass alle Nachbarn etwas gegen Bänke an schönen Plätzen haben.“ Schon in der letzten Wahlperiode habe es gegen einen Antrag der SPD, noch mehr Sitzgruppen in Randbereichen des Ortes zu schaffen, damit Jugendliche sich dort aufhalten können und nicht stören, die aber auch für Radfahrer und Familien eine prima Rastmöglichkeit ergeben könnten, großen Widerstand gegeben. Ein Termin mit dem KJW, um über den Bedarf zu sprechen, konnte wegen Corona noch nicht stattfinden.

Und auch zur Anregung einiger Eltern aus dem Baugebiet Kohkamp II, den dortigen Spielplatz mit einer Plane oder ähnlichem zu beschatten, damit die Kinder dort nicht immer in der prallen Sonne spielen müssen, sei das Gegenargument gekommen: Auf diese Plane könnten sich Jugendliche legen und die dann kaputt machen und die Nachbarn stören. Es werde gerne gegen störende Jugendliche gewettert, die keiner in seiner Nähe haben will. „Wir fragen uns: Wo sollen sich die jungen Leute treffen, wenn sie sich wieder treffen können? An Bushaltestellen? Auf den Schulhöfen? Die wollen sich doch gar nicht dort aufhalten, wo sich Erwachsene gestört fühlen.

Aufenthaltsmöglichkeiten für Jugendliche

Die wollen doch nur unter sich sein“, heißt es in der Stellungnahme. Angeführt wird das Argument: „Wir in Ostbevern möchten gern, dass noch mehr Familien mit Kindern, die hoffentlich zu Jugendlichen werden, in unseren Ort ziehen und stellen dafür viele Grundstücke zur Verfügung. Es reicht aber nicht, für die kleinen Kinder schöne, neue Spielplätze zu bauen, es müssen unbedingt auch Aufenthaltsmöglichkeiten für Jugendliche geschaffen werden, an denen sie sich aufhalten und Spaß haben können! Dann bräuchten sie keine Bänke am Nachtigallenweg und dort könnten sich Nachbarn, ältere Leute, Familien mit Kindern aufhalten. Schön wäre dafür die vorgeschlagene Fläche gewesen.“

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