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Lions Club: Dauerhafter Krisenstab

Flutopfer brauchen weiterhin Hilfe

Ostbevern

Die Ostbeverner Lions haben eine dauerhafte Zusammenarbeit mit Clubs aus der Region des Ahrtals vereinbart. Denn nach wie vor benötigt die vom Hochwasser so sehr betroffene Region Hilfe.

Lions aus Erftstadt bringen Trocknungsgeräte nach Ostbevern zurück: Foto: privat

Der Lions Club Ostbevern hat gerade eine Abordnung des mit ihm in der Fluthilfe kooperierenden Lions Clubs Voreifel, Erftstadt und Zülpich begrüßt. Zusammen hatten die Clubs organisiert, dass 14 große Gebäudetrocknungsgeräte vom Unternehmer Lars Liedtke in Ostbevern im September Flutopfern an Erft und Ahr zur Verfügung gestellt werden konnten. „Im gesamten Großraum Köln und in der Eifel waren nämlich zu jener Zeit keine Gebäudetrockner mehr verfügbar“, berichtet Michael Hundrup, Pressesprecher des hiesigen Lions Clubs.

Bereits am 23. September hatten die Ostbeverner diese Geräte persönlich in Erftstadt abgeliefert, seitdem seien die Maschinen ununterbrochen gelaufen. Hundrup: „So war es mehreren Familien möglich, entgegen ihren eigenen Erwartungen, zu Weihnachten wieder in ihre im Juli vom Wasser beschädigten Häuser zurückzukehren.“ Liedtke habe die Gebäudetrockner solidarisch und praktisch zum Selbstkostenpreis zur Verfügung gestellt.

Nun haben die Lions aus Erftstadt den Großteil der Geräte, zusammen mit Dankesworten der Familien, zurück nach Ostbevern gebracht. Hundrup: „Die Betriebskosten wurden teilweise von den Familien bezahlt, zum Großteil aber vom Lions Club Erftstadt gesponsort, den die Ostbeverner zuvor mit Spendenmitteln bedacht hatten.“

Bisher habe der Lions Club Ostbevern die Vor-Ort-Fluthilfe des Partnerclubs in Erftstadt mit 55 000 Euro unterstützt. Insgesamt seien dort 360 000 Euro an Spenden eingegangen. Das Geld sei neben Direktleistungen an betroffene Härtefälle (70 000 Euro) unter anderem für Tagesmütter eingesetzt worden (29 000 Euro), deren Räumlichkeiten unbrauchbar geworden waren. Auch für besonders betroffene Ortsteile (53 900 Euro) sei Geld zur Verfügung gestellt worden. In Erftstadt seien Blessem, Bliesheim, Friesheim, Ahrem und Kierdorf, in Zülpich besonders Schwerfen, Sinzenich, Mülheim-Wichterich, Nemmenich/Lüssem, Dürscheven, Linzenich/Lövenich, Bürvenich und Niederelvenich bedacht worden.

Weiterhin wurden nach Auskunft von Hundrup Vereine mit zerstörten Vereinsheimen und Einrichtungen (38 000 Euro) berücksichtigt. Auch eine halbe Personalstelle für flutgeschädigte Familien, die psycho-soziale Unterstützung brauchen, sei in Zusammenarbeit mit der Caritas für drei Jahre (Euro 50 000) finanziert.

Die verbleibenden Mittel seien für andauernde Hilfsleistungen in den gegenwärtigen Wintermonaten und der kommenden Zeit reserviert. Die Lions haben mit den Gemeinden und anderen Hilfswerken einen dauernden Krisenstab gebildet und koordinieren so ihre Maßnahmen längerfristig nach Bedarf. Sie sind mit allen Orten weiter im Gespräch und befolgen den Rat, der ihnen aus der vor 20 Jahren vom Oder-Hochwasser verwüsteten Region gegeben wurde: „Haltet Euer Pulver trocken! Die schweren Notlagen werden noch nach einigen Monaten kommen.“ Insofern vereinbarten auch die Lions in Ostbevern und Erftstadt eine dauerhaft weitere Zusammenarbeit. Hundrup: „Spenden werden auch weiterhin benötigt.“

In den Tagen unmittelbar vor Heiligabend hat der Lions Club den Kontakt zum Bürgermeister der wohl am stärksten zerstörten Ahrtal-Gemeinde Schuld, Helmut Lussi, hergestellt, um eine große Einzelspende direkt dorthin zu ermöglichen. Karin Läkamp hatte bei der Beisetzung ihres Mannes Manfred Läkamp um Spenden für das Ahrtal gebeten und nun in direkter Absprache mit Bürgermeister Lussi 15 000 Euro der Neuerrichtung eines Gemeinschaftshauses in Schuld gewidmet.

Dieses Geld wurden über das Konto des Fördervereins der Lions direkt der Gemeinde Schuld überwiesen.

Das Spendenkonto des Fördervereins der Lions in Ostbevern bleibt geöffnet. (Stichwort: Soforthilfe Erftstadt, IBAN: DE32 4036 1906 8627 2727 01 bei der Volksbank Münsterland Nord, BIC: GENODEM1IBB

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