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Prozess vor dem Amtsgericht Warendorf

Fragezeichen um Mitschnitt eines Telefonats

Ostbevern/Warendorf

Die beiden Angeklagten, eine Ostbevernerin sowie ein Warendorfer, beteuerten nicht für den Mitschnitts eines Telefonats ohne Wissen und Einverständnis des Betroffenen verantwortlich zu sein. In einer ersten Verhandlung konnten die Zusammenhänge des Tatvorwurfs nicht gänzlich geklärt werden, in einem weiteren Termin sollen dazu deshalb Zeugen gehört werden.

cirm

Um einen Mitschnitt eines Telefonates ging es in einem Prozess vor dem Amtsgericht Warendorf. Foto: Archiv

Vor dem Warendorfer Amtsgericht mussten sich am Donnerstag eine 59-jährige Frau aus Ostbevern sowie ein 42-jähriger Warendorfer verantworten. Dem Mann wurde vorgeworfen, am 8. September 2020 ein Telefonat ohne das Wissen und das Einverständnis seines Gesprächspartners aufgezeichnet zu haben, die Frau wiederum soll den Mitschnitt am 13. September 2020 per Whatsapp verbreitet haben. Die Datei tauchte auch auf Youtube auf. „Ich habe nichts mit den Aufnahmen zu tun“, beteuerte die Angeklagte. Sie sei keineswegs die Urheberin. Man habe ihr, wie auf Whatsapp üblich, eine Datei zugesendet, sie habe sich diese angehört, sie interessant gefunden und ihrerseits an andere Kontakte weitergeleitet. „Ich bin bestimmt nicht die Erste, die das verschickt hat.“

Auch der Angeklagte gab an, nicht für den Mitschnitt verantwortlich zu sein. Er wunderte sich über die online verbreiteten, kurzen Sequenzen. Das Telefonat habe „Minimum 30 Minuten“ gedauert, wobei er angerufen worden sei. Im Kern sei es um die Entwicklung rund um einen Kindergartenneubau und weitergegebene Verträge gegangen. Zudem sei es eher eine Art Telefonkonferenz gewesen, an der sich neben den beiden bekannten Gesprächsteilnehmern mindestens zwei weitere Männer beteiligt hätten. Der Angeklagte nannte konkrete Namen und betonte, von einem dieser beiden sei das Telefonat ausgegangen. Dieser habe ihn gewarnt, es könne „jetzt richtig krachen“. Erst im Verlauf habe er mit dem auf dem Mitschnitt zu Hörenden gesprochen. „Ich habe gesagt, sie sollten meinen Namen aus dem Spiel lassen.“ Im „Spaß“ habe er angeboten, der 59-Jährigen, die Nachforschungen zum Bauprojekt unternommen hatte, die Zähne auszuschlagen. „Liebe Leute, ich sage, ich schlage ihr die Zähne aus und bin noch so blöd und schneide das mit?“, so der Angeklagte. Und ausgerechnet diese Sequenz sei dann öffentlich geworden.

„Wir haben nur ein Fragment. Da klang es nur nach einem Gespräch unter zwei Personen“, erklärte die Richterin.

Das Verfahren soll fortgesetzt werden. Dann werden weitere Zeugen geladen.

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