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Grabfelder und Bestattungen werden teurer

Gebühren nicht explodieren lassen

Ostbevern

Die Friedhöfe in Ostbevern und Brock sind defizitär. Dass ein Betreib allerdings komplett kostendeckend gestaltet werden könne, diese Annahme sei unrealistisch, sagte Kämmerer Dr. Michael König im Haupt- und Finanzausschuss. Dennoch werden sich die Ostbeverner auf steigende Gebühren einstellen müssen.

Von Daniela Allendorf

Die Nachfrage nach Urnengräbern steigt weiter, so dass immer mehr Wahlgrabfelder unbenutzt bleiben. Die Fraktion der Grünen wünscht sich an diesen Stellen große Laubbäume. Foto: Daniela AllendorfDaniela Allendorf

Seit 2017 sind die Friedhöfe in Ostbevern und in Brock in der Trägerschaft der Gemeinde. Die Kirche hatte seinerzeit die Verantwortung dafür abgegeben. Seitdem sind aber auch die Friedhofsgebühren immer wieder Thema in den Ausschüssen und im Rat der Gemeinde. Zuletzt befasste sich der Haupt- und Finanzausschuss mit den weiter ansteigenden Kosten und damit mit einer weiteren Erhöhung der Gebühren. Und diese Erhöhung fiel bereits in den vergangenen Jahren nicht zu knapp aus, wie Kämmerer Dr. Michael König mitteilte. „Wir müssen aufpassen, dass es nicht total explodiert“, sagte er weiter und bezogen auf die Erhöhung der Gebühren: „Das kann man nicht bis ins Unendliche fortsetzen.“ Dabei sei es unrealistisch zu denken, dass ein Friedhof kostendeckend betrieben werden könne.

Konkret in Zahlen bedeutet dies: Im Jahr 2018 wiesen die Kosten des Ostbeverner Friedhofes eine Unterdeckung von 16.636 Euro auf, im Folgejahr waren es sogar 21.573 Euro im Minus. 2020 belief sich der Fehlbetrag auf 15.984 Euro. Der Friedhof im Ortsteil Brock hingegen war nur im Jahr 2019 defizitär. In diesem Jahr fehlten dort 1091 Euro. In 2018 gab es ein Plus von 1156 Euro, 2020 wurden 1124 Euro Mehreinnahmen erzielt.

Trauerhalle ist ebenfalls defizitär

Deutlich defizitär ist auch die Trauerhalle. Lagen die Minusbeträge 2018 und 2019 noch bei 1306 Euro beziehungsweise 1752 Euro, so erhöhte sich dieser Fehlbetrag in 2020 auf 6478 Euro. Auch die Leichenhalle, die bis 2019 noch schwarze Zahlen schrieb, rutschte 2020 unter den Strich und schlug in diesem Jahr mit minus 2291 Euro zu Buche.

Dr. Michael König (Kämmerer)

Umgerechnet auf die Gebühren für die Nutzer der Friedhöfe bedeutet das, dass in nahezu allen Bereichen mit einer Anhebung der Gebühren zu rechnen ist. Zum Vergleich: Zahlte man vor der Übernahme durch die Gemeinde für ein Wahlgrab für einen Belegungszeitraum von 25 Jahren noch 541 Euro auf dem Friedhof in Ostbevern, so lag die Gebühr 2020 bereits bei 890 Euro. Sofern der Rat in seiner nächsten Sitzung die Anhebung beschließt, kommen auf die Hinterbliebenen künftig 960 Euro für ein solches Bestattungsfeld zu. Ein Urnengrab kostete unter der Trägerschaft der Kirche zuletzt 562 Euro. Dieser Betrag wurde bis 2020 auf 700 Euro angehoben und soll, geht es nach der Verwaltung, auf 836 Euro erhöht werden.

Ein Urnenwahlgrab im Bereich des Hochkreuzes kostete zuletzt 1282 Euro. 1350 Euro sollen dafür mit der neuen Gebührensatzung fällig werden. Urnengräber im Gemeinschaftsfeld kosteten 2017 1040 Euro. Diese Grabstellen sollen künftig mit 1181 Euro berechnet werden.

Kindergräber bleiben gebührenfrei

Auch in Brock werden die Gebühren anteilig steigen. Zahlte man hier für ein Wahlgrab bis 2017 287 Euro. Liegen die Kosten mit der nächsten Änderung der Gebührensatzung – zwischenzeitlich zahlte man dafür 600 Euro – voraussichtlich bei 580 Euro. Ein Urnenreihengrab wird mit 481 Euro zu Buche schlagen und ein Urnengrab im Gemeinschaftsfeld soll 801 Euro kosten und kostet damit 33 Euro weniger als noch zuletzt.

Was nach wie vor gebührenfrei bleiben wird, sind Gräber für Kinder bis zur Vollendung des fünften Lebensjahres. Darauf hatten sich die Politiker bereits vor einigen Jahren einvernehmlich verständigt. Keine Gebührenerhöhung wird es auch für die Nutzung der Trauerhalle, wie die Nutzung eines Aufbewahrungsraumes in der Leichenhalle geben. Diese Leistungen liegen bei 160 und 100 Euro.

Aufschläge soll es allerdings auch bei den Bestattungsgebühren geben. So liegen diese beispielsweise für eine Bestattung im Wahlgrab bei 532 Euro. Zuletzt waren dafür 490 Euro fällig geworden. Eine Urnenbestattung kostet nach den Plänen der Gemeinde künftig 368 Euro statt zuvor 338 Euro.

Doch nicht nur die Gebühren waren Thema des Ausschusses. „Der Friedhof, so wie er jetzt ist, wird immer unattraktiver“, sagte Jochem Neumann (Grüne) und monierte, dass nur auf der nordöstlichen Seite zuletzt Bäume gepflanzt worden seien, obwohl es seinerzeit eine andere Vereinbarung gegeben habe. Geht es nach der Politik sollen auf den leeren Grabstellen ebenfalls Anpflanzungen mit großkronigen Bäumen vorgenommen werden, um so ein parkähnliche Erscheinungsbild herzustellen.

Ein Beschluss wurde indes nicht gefasst, die Verwaltung aber beauftragt, Vergleichszahlen der Gebühren anderer Kommunen einzuholen.

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