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Kurz- und mittelfristige Energieeinsparungen

Gemeinde will Vorbild sein

Ostbevern

Im Ostbeverner Rathaus hat sich unter der Leitung von Bürgermeister Karl Piochowiak eine Arbeitsgruppe gebildet, die sich mit sämtlichen Fragen rund um kurz- und mittelfristige Möglichkeiten zur Energieeinsparung auseinandersetzt. Erste Maßnahmen wurden bereits umgesetzt.

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Der Betrieb des Wasserspiels vor dem Rathaus ist eingestellt, das Wasserbecken bereits abgedeckt. Fünf Pumpen müssen laufen, damit das Wasser dort sprudeln kann. Es ist eine der ersten Sparmaßnahmen, die die Verwaltung mit Blick auf die drohende Energiemangellage getroffen hat. Foto: Gemeinde Ostbevern

Nachdem das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz bereits Ende März die Frühwarnstufe als erste von drei Krisenstufen des sogenannten Notfallplans Gas in Kraft gesetzt hat und an alle Verbraucher appelliert hat, Gas zu sparen, wurde am 23. Juni die „Alarmstufe“ als zweite Stufe ausgerufen. Aktuell ist die Versorgungssicherheit zwar gewährleistet, jedoch ist die Lage angespannt. Das sieht man auch in der Gemeindeverwaltung in Ostbevern so und hat deswegen jetzt eine Arbeitsgruppe gebildet, um sich im Detail mit möglichen Maßnahmen auseinanderzusetzen und Ideen zu entwickeln.

Kürzung der Gaslieferung

„Grund für das Ausrufen der Alarmstufe ist die seit dem 14. Juni bestehende Kürzung der Gaslieferungen aus Russland und das weiterhin hohe Preisniveau auf dem Gasmarkt. Sollte die Gaslieferung über die Nord Stream 1-Leitung weiterhin auf dem niedrigen Niveau verbleiben, ist ein Speicherstand von 90 Prozent bis November nicht mehr ohne zusätzliche Maßnahmen erreichbar“ erläutert Ulrike Jasper, Pressesprecherin der Verwaltung noch einmal.

Und weiter: Am 29. Juli habe das Ministerium des Innern des Landes Nordrhein-Westfalen in Form eines Sensibilisierungserlasses vorbereitende Maßnahmen für eine mögliche Energiemangellange mitgeteilt. Jetzt warte man auch in Ostbevern auf weitere bundes- und landesweite Rahmenvorgaben.

Die ausgerufene Alarmstufe gibt sowohl den Verbrauchern in der Industrie und in den Privathaushalten, als aber auch den öffentlichen Einrichtungen das klare Signal, den Strom- und Gasverbrauch aus Vorsorgegründen zu reduzieren. Je mehr Energie bereits jetzt eingespart wird, desto besser wird Deutschland durch den Winter kommen – so die Ansicht der Fachleute.

Bürgermeister Karl Piochowiak

Dass das auch Städte und Kommunen betrifft, steht für Bürgermeister Karl Piochowiak außer Frage. „Kommunen und ihre öffentlichen Dienststellen nehmen in dieser Situation eine besondere Vorbildfunktion ein. Daher halte ich es persönlich für wichtig, hierfür priorisiert deutliche Zeichen der Verantwortung zu setzen“, erläutert der Verwaltungschef, der sich und die Gemeinde an die gemeinsamen Ziele des ministerialen Erlasses gebunden fühlt.

So hat sich im Rathaus Ostbevern unter seiner Leitung die eingangs erwähnte Arbeitsgruppe gebildet, die sich mit diesem Themenkomplex beschäftigt. Der Arbeitsgruppe gehört neben den Fachbereichsleitern auch die Geschäftsführung der Bäder- und Beteiligungsgesellschaft Ostbevern (BBO) an. Bei Bedarf werden weitere Akteure, wie zum Beispiel Bauhof und Feuerwehr, hinzugezogen. Es gilt zu ermitteln, welche Einsparungen in den kommunalen Gebäuden, möglicherweise auch in einem abgestuften Verfahren je nach Entwicklung der Versorgungslage, getroffen werden können. Zudem müsse geprüft werden, wie die Bereiche der sogenannten kritischen Infrastruktur auch im Krisenfall – Stichwort Notstromeinspeisung inklusive Treibstoffsicherstellung und weiteren Faktoren – funktionsfähig gehalten werden könnten, heißt es aus dem Rathaus weiter.

Erste Maßnahmen bereits ergriffen

Erste Maßnahmen, wie zum Beispiel das Abstellen der Brunnen vor dem Rathaus, eine Absenkung der Raumtemperatur im Rathaus und der Verzicht auf die nächtliche Beleuchtung des Kirchturms hat die Verwaltung bereits getroffen. Die Fachbereiche prüfen momentan weitere kurz- und auch mittelfristige Maßnahmen im Hinblick auf ihre Umsetzungsmöglichkeiten. Zudem steht Bürgermeister Karl Piochowiak über die Gemeindegrenzen hinaus im Austausch, um sinnvolle Maßnahmen vernetzt umzusetzen.

Es ist vorgesehen, in den kommenden Sitzungen der Ausschüsse und des Rates jeweils einen Sachstandsbericht zur aktuellen Situation und zu möglichen sowie bereits getroffenen Maßnahmen zu geben. Auch die BBO wird sich mit dem Thema auseinandersetzen.

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