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Ausstellung von Andreas Steinkat

Gespür und Talent für digitale Kunst

Ostbevern

Durch eine posttraumatische Belastungsstörung kam es bei dem Ostbeverner Andreas Steinkat „zum Totalausfall“, wie er selbst sagt. Geholfen hat ihm eine Kunsttherapie. Die Ergebnisse sind ab sofort im Ostbeverner Rathaus zu sehen.

-rei-

Andreas Steinkat (li.) erläutert den Entstehungsprozess seiner Bilder, die in der Kunsttherapie entstanden sind. Foto: Anne Reinker

Das Künstlerische wurde Andreas Steinkat nicht gerade in die Wiege gelegt. Und er selber hätte es noch vor einigen Jahren nicht geglaubt, dass er sich mal mit dem künstlerischen Schaffen auseinandersetzen würde. Geschehen ist dies aber doch. Und zwar aufgrund der Therapie, die Steinkat aufgrund seiner durch Kriegseinsätze verursachte posttraumatische Belastungsstörung machte. Am Sonntag wurde die Ausstellung durch den Verein Ostbevern Kultur im Rathaus eröffnet.

Mit einem berührenden und wieder aktuellen „Russians“ des Sängers Sting leiteten Christina Bals (Gesang) und ihr Vater Matthias in die Vernissage ein.

Auch wenn Andreas Steinkat und die Kunst bis vor einiger Zeit nicht Hand in Hand gingen, konnte Vereinsvorsitzender Frank Düring mit Blick auf die Bilder, die durch die Technik DigitalArts entstanden sind, ein „Gespür und Talent feststellen“, sagte er. Die Auseinandersetzung mit den Werken sei nicht immer ganz einfach, so sein Eindruck.

Der Wille zur Heilung

„Danke, dass du den Weg nach vorne gewählt hast“, lobte Karl Piochowiak den Willen zur Heilung Steinkats, der im Rettungsdienst im afghanischen Kriegsgebiet arbeitete.

Andreas Steinkat erläuterte die Entstehungsweise der Bilder. Mit der posttraumatischen Belastungsstörung „kam es zum Totalausfall“. Von Kunst habe er keine Ahnung gehabt, fügte der Ostbeverner hinzu. Er habe sich aber auf die digitale Kunsttherapie eingelassen, die „sehr geholfen“ habe. Viele Bilder zeigen Elemente aus dem Bereich der posttraumatischen Belastungsstörung und geben so Einblick in die Seele des Hauptfeldwebels.

Wahrnehmung eines Erkrankten

In verschiedenen Arbeitsweisen bearbeitete Andreas Steinkat die Bilder. Beispielsweise bei der Bildserie „Asphalt“. Sie spiegelt die Wahrnehmung eines Erkrankten wider. Die Strukturen des Bildes sind wechselnd, obwohl der oberflächliche Blick ein simples Grau erscheinen lässt. Für den Erkrankten sind die geflickten und ausgebesserten Stellen im Asphalt Störungen in der eigentlich eintönigen Oberfläche. Durch die hohe Anfärbung des Bildes wird das auch für den gesunden Betrachter wahrnehmbar, so heißt es in der Erklärung zu einigen Werken.

Unterschiedliche Wege wählte Andreas Steinkat für die Bearbeitung seiner Fotografien, die nun zu den Öffnungszeiten des Rathauses zu sehen sind. Sie sind käuflich zu erwerben. Den Erlös möchte Andreas Steinkat für die Therapiearbeit im Rahmen der Militärseelsorge für die von Einsätzen verwundeten Kameraden verwenden.

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