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FSJ‘ler an der Loburg untergebracht

Große Chance für junge Menschen

Ostbevern

24 ausländische junge Erwachsene leben nun im Internat Loburg. Das ist auf den ersten Blick nicht ungewöhnlich, da ja auch zahlreiche Schüler aus anderen Ländern dort eine zweite Heimat gefunden haben. Diese jungen Erwachsenen absolvieren ein freiwilliges soziales Jahr in pflegerischen Berufen bei der Alexianern.

Von Anne Reinker

Die FSJ‘ler der Alexianer lernten sich und die Verantwortlichen für das Projekt bei einem Treffen kennen. 24 von ihnen sind für das Jahr an der Loburg untergebracht. Foto: Anne Reinker

Der Fachkräftemangel ist es, der allgemein, aber insbesondere im pflegerischen Bereich beklagt wird. Um dem entgegenzuwirken, gibt es jetzt eine Kooperation zwischen dem Alexianer Unternehmensverbund und dem Internat Schloss Loburg. 24 ausländische junge Erwachsene leben nun im Internat, während sie ein freiwilliges soziales Jahr (FSJ) in pflegerischen Berufen absolvieren. Ein Projekt, dass unter der Trägerschaft des Bistums Münster und des DRK steht.

150 Auszubildende in der Pflege

Die Alexianer Holding, so erklärt Jan-Bernd Terwersche, biete in ihren Einrichtungen im Münsterland jedes Jahr Plätze für 150 Auszubildende in der Pflege. „Es gibt sehr viele Interessenten“, sagt der Personalentwickler des Unternehmens über die Nachfrage nach einem FSJ oder einem Bundesfreiwilligendienst. Das Problem dabei: „Unterkünfte zu bieten, ist sehr schwierig“, erklärt Jan-Bernd Terwersche. Zumal die Interessierten aus dem Ausland nicht nur ein Dach über dem Kopf brauchen, sondern auch Unterstützung beim Erlernen der deutschen Sprache benötigen. Zudem sei eine pädagogische Begleitung für die meist 19- bis 23-Jährigen wichtig. „Sie können so gezielt integriert und fachlich vorbereitet werden“, sagt Terwersche.

Jan-Bernd Terwersche

An der Loburg finden sie das. Das sei ein Glücksfall, sagte er im Weiteren. Die Sprachschule ist an der Loburg seit vielen Jahren fest etabliert, eine pädagogische Betreuung kann dort ebenso angeboten werden.

„Es ist ein wirklich wichtiges und interessantes Projekt“, sagt auch Dr. Oliver Niedostadek, Leiter des Internats. „Die jungen Menschen sehen es als große Chance, das merken wir schon sehr.“ Zwei Tage in der Woche wird ihnen Sprachunterricht erteilt, dieses ist für das ganze Jahr geplant.

Was seitens der Mitarbeiter der Loburg schon sehr gelobt werde: „Alle Freiwilligen sind sehr hilfsbereit“, sagt Niedostadek. Zudem nähmen die FSJ‘ler aus eigenem Antrieb schon am gesellschaftlichen Leben teil, um auch die deutsche Kultur kennenzulernen.

Wunsch zu Ausbildung in der Pflege ist da

Das Projekt sei eine gute Voraussetzung dafür, dass die jungen Menschen in Deutschland bleiben, hofft Jan-Bernd Terwersche, dass sie sich im Anschluss an das freiwillige soziale Jahr für eine Ausbildung im pflegerischen Bereich entscheiden. „Sie haben jetzt schon ganz klar den Wunsch, eine Pflegeausbildung zu machen“, erklärt der Mitarbeiter des Alexianer.

Die Freiwilligen kommen aus der Mongolei, aus Madagaskar, der Türkei, Tadschikistan und aus Uganda. Der größte Teil – nämlich die Hälfte der jungen Erwachsenen – kommt aus Indien. Sie haben mit den indischen Schwestern, die das Team der Loburg schon seit vielen Jahren komplettieren, zudem noch Begleitung aus dem Heimatland.

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