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Tennisclub Ostbevern wertet Anlage ökologisch auf

Grüne Oase für Mensch und Tier

Ostbevern

Fit für das Frühjahr machte der Tennisclub Ostbevern jetzt seine Vereinsanlage. Doch der Arbeitseinsatz ging noch weit darüber hinaus: Denn auch die Natur sollte profitieren – durch eine ökologische Aufwertung, die gemeinsam mit dem Naturschutzbund Nabu erarbeitet wurde.

Von Lukas Peschke

Nicht nur die Vereinsanlage machte der Tennisclub fit für das Frühjahr. Mit Kooperationspartnern sorgte er auch für eine naturnahe Gestaltung, Blühflächen für Insekten und Co. Foto: Lukas Peschke

60 fleißige Hände halfen jetzt auf der Vereinsanlage des Tennisclubs Ostbevern (TCO). Es galt, Routineaufgaben zu erledigen wie das Aufhängen der Netze. Vor allem aber kamen Spaten, Schaufeln und eine Gartenfräse zum Einsatz. Mit Expertise der Nabu-Naturschutzstation Münsterland hatte der TCO nach dem Ende der Saison 2021 ein Konzept zur ökologischen Aufwertung des Clubgeländes erarbeitet, das mit der Ansaat einer artenreichen mehrjährigen Wildblumenwiese und Anpflanzungen nun final umgesetzt wurde.

Neben einer rund 100 Quadratmeter großen Blühfläche im Eingangsbereich entsteht ein großes insektenfreundliches Wildstaudenbeet an der Clubhaus-Terrasse. Unter den mehr als 80 Staudenpflanzen finden sich an den Standort angepasste, robuste und überwiegend trockenheitsliebende Blütenpflanzen wie Malven, Margeriten, oder oder auch Stockrosen.

Weitere Nisthilfen für Vögel

Bereits zu Jahresbeginn wurden mehrere Vogelnisthilfen angebracht. Die bereits vorhandenen und wieder „bewohnten“ Meisennistkästen wurden nun durch jeweils mehrere Halbhöhlenkästen und Nischenbrüterhöhlen, beispielsweise für Bachstelzen und Rotkehlchen, sowie Höhlenbrüterkästen für Kleinmeisen ergänzt. Montiert wurden ebenfalls fünf Fledermausquartiere im Randbereich der Clubanlage unweit der Bever. Auch ein Insektenhotel wurde aufgestellt.

Auch weitere Nisthilfen für Vögel auf dem Vereinsgelände angebracht. Foto: Lukas Peschke

Auf zwei Informationstafeln werden die Hintergründe der Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität erläutert – verbunden mit dem Appell: „Machen Sie mit! Pflanzen Sie heimische Wildblumen und Sträucher.“

Gefördert wurde das Kooperationsprojekt „Vereinsoffensive für mehr Nachhaltigkeit, Umweltbewusstsein und Artenvielfalt“, in dessen Rahmen zehn Vereinsanlagen im Kreis Warendorf und in Münster profitierten, durch die Sparkasse Münsterland Ost. Für jede Vereinsanlage standen dem Nabu jeweils rund 1000 Euro zur Verfügung, sodass dem TCB Materialien, Saatgut der „Warendorfer Mischung“ (WN berichteten) und Pflanzen kostenlos zur Verfügung gestellt werden konnten.

Strukturkompost und Humuserde

Dr. Berit Philipp von der Nabu-Naturschutzstation betont: „Ein buntes, naturnahes Vereinsgelände ist gut für Mensch und Natur – es ist voller Leben und lädt zum Entspannen und Beobachten ein.“ Zugleich hat sie einen Profitipp parat: „Pflanzen und deren Stängel, die über den Winter stehenbleiben, sind für Insekten wichtige Ruhe-, Versteck- und Überwinterungsplätze.“

Die Gemeinde Ostbevern stellte dem Tennisclub im Rahmen der beiden Kompostverteilaktionen jeweils zwei Anhängerladungen Strukturkompost und Humuserde zur Verfügung, die zur Bodenanreicherung eingesetzt wurden.

Peter Börsch, erster Vorsitzender des TCO, freut sich über die Unterstützung: „Unsere von Bever, Bäumen, Sträuchern und Gehölzen umsäumte Clubanlage wird noch einmal aufgewertet. Wir erhoffen uns durch die Maßnahmen ein noch attraktiveres Umfeld für Mitglieder und Gäste sowie einen Gewinn für Flora und Fauna. Dabei setzen wir insbesondere auf den Nachahmungseffekt und hoffen, dass unsere Umsetzung Vorbild für private Gärten in Ostbevern und darüber hinaus sein wird.“

Auf zwei Informationstafeln werden die Hintergründe der Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität erläutert. Foto: Lukas Peschke

Ebenso richtete Börsch im Rahmen der Frühjahrsherrichtung einen Dank an Norbert Preckel und Platzwart Kurt Bellmann für die Flächenvorbereitungen sowie an das Vorstandsteam für die Projektbegleitung. Wenngleich bereits in wenigen Wochen mit den ersten Blüten zu rechnen sei, lasse sich der Erfolg wohl erst in ein bis zwei Jahren beurteilen.

Auch auf den Tennisplätzen wurde von den tatkräftigen Vereinsmitgliedern alles für die anstehende Freiluftsaison hergerichtet. „Mit Blick auf den Wettertrend konnten wir – passend zum Beginn der Osterferien – Montagnachmittag bereits fünf der sieben Plätze für den Spielbetrieb freigeben.“

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