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BGSA

Gut gemeint? Oder nur gut inszeniert?

Ostbevern

Über das Vorgehen und die Arbeit des Jugendpflegers in Ostbevern gab es geteilte Meinungen innerhalb des Ausschusses für Bildung, Generationen und Soziales.

Sebastian Rohling

Unter welchem Deckmantel und wie viele Bäume in der Bevergemeinde gepflanzt werden sollen, das ist schon seit längerem Diskussionsthema im BGSA. Foto: Sebastian Rohling

Wenn es einen Ausschuss gibt, der in besonderem Maße bewegt, dann ist es der für Bildung, Generationen und Soziales (BGSA). So auch bei der jüngsten Zusammenkunft.

Viele Themen standen zwar nicht auf der Agenda, dafür war der Rede- und Diskussionsbedarf um so größer. Insbesondere der Bericht des Jugendpflegers Attila Repkeny des Kinder- und Jugendwerkes Ostbevernwurde von den Anwesenden mit Spannung erwartet. Dieser berichtete von den Ereignissen der vergangenen Monate, erzählte über die in Kürze anstehenden Spielstadt und gab einen kleinen Ausblick auf zukünftige Projekte sowie auf die jüngsten Besucherzahlen und die weitere Entwicklung (WN berichteten).

Für die Spielstadt haben sich demnach 173 Kinder und Jugendliche aus Ostbevern und der Umgebung angemeldet. Betreut werden sie von zehn internationalen Betreuern sowie von weiteren 25 aus der Bevergemeinde. „Hinzu kommen noch zwölf Jugendliche aus Ungarn, die von weiteren drei Betreuern begleitet werden. „Da wir leider nicht genügend Familien finden konnten, in denen alle hätten unterkommen können, werden sie nun in der Beverhalle übernachten“, sagte der Jugendpfleger.

Besonderem Diskussionsbedarf sahen die Ausschussmitglieder indes bei den Ausführungen rund um das Projekt „Beweg was“, mit dem Schüler an die Lokalpolitik herangeführt werden sollen (siehe Artikel „Gemeinsam einen Weg finden“). Aber auch rund um das mitten in der Ausführung stehende Projekt „Ostbevern pflanzt“ gab es Redebedarf.

Im Rahmen des Nachhaltigkeitskonzeptes sind bereits einige Bäume von Vereinen, Schulen und Verbänden gepflanzt worden. Zudem soll im Herbst ein Aktionstag mit mehreren Workshops durchgeführt werden. „Das, was sie auf die Beine gestellt haben, ist sehr ehrenwert. Leider ist das nicht das, was wir anfangs gefordert hatten“, bedauerte Heinz-Josef Zumhasch (SPD), der erneut wiederholte, dass er das Projekt lieber unter dem Mantel von „Plant for the planet“ gesehen hätte, und sich statt ein paar, lieber 500 gepflanzte Bäume vorgestellt hätte. Dem hielt Attila Repkeny – ebenfalls erneut – entgegen, das „bei allem Erfolg, die die 2007 vom neunjährigen Felix Finkbeiner gegründete Schülerinitiative vorweisen kann, wir uns bewusst dagegen entschieden haben.“ Die Aktion unter dem Label von „Plant for the planet“ würde sich nicht nur nicht auf die Gemeinde, sondern auch das Umland beziehen, benötige mindestens 80 Teilnehmer und hätte keine Folgeprojekte. Sie sei mit mehreren Tausend Euro, nur um die Aktion im Namen der Stiftung durchzuführen, auch nicht gerade kostengünstig (WN berichteten).

Dagegen trieb Karin Läkamp (FDP) die Sorge um, dass die frisch gepflanzten Bäume nicht ausreichend gegossen werden würden. „Wer kontrolliert das?“, entgegnete sie auf die auf die Aussage von Attila Repkeny, der aussagte, dass er davon ausgehe, dass sich die Paten um ihre Pflanzen – im Sinne der Partizipation – kümmern würden. Läkamp ergänzte: „Dann könnten sie doch die Bäume abfahren und kontrollieren.“

Ein ganz anderer Punkt war der, wie das Team des Kinder- und Jugendwerks mit den Jugendlichen umgeht, die aufgrund von Straftaten teilweise mehrere Monate Hausverbot hatten. „Wir lassen keinen auf der Straße. Wir suchen stets den Dialog, beobachten aber auch. Wie das am Ende ausgeht, müssen wir aber abwarten“, so Attila Repkeny, der in diesem Zusammenhang auch von seinen Erfahrungen von seiner vorangegangenen Berufsstation in Münster-Coerde berichtete. „Jeder soll mit einem guten Gefühl zu uns kommen.“

Projekt „Beweg was!“ soll neu definiert werden

Vor allem die Rolle der Schule war bei den Ausschussmitglieder nur schwer zu definieren, war zudem nicht ein Vertreter der vier Schulen auf Gemeindegebiet anwesend. „Ich denke, dass das Jugendwerk selbst entscheiden sollte, wie es das Angebot ausgestaltet. Wenn wir Politiker uns da zu sehr einmischen, habe ich die Sorge, dass wir zu viel Druck aufbauen“, nannte August Löckener (CDU) seine Sorge, dass die Parteien am Ende alles verschlimmbessern. Eine Sorge, die ihm Zumhasch versuchte zu nehmen, indem er erneut auf die Erfolge in Oelde hinwies, wo sich das Projekt erfolgreich etabliert habe.Am Ende war sich die überwiegende Mehrheit einig, dass schnellstmöglich ein Treffen aller möglichen Akteure stattfinden müsse, um ein gemeinsames Konzept erstellen zu können.„Beweg was!“ startet wieder im Herbst 2019.

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