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Kulturwerkstatt

„Hätte ich nicht einen Pickel gehabt . . .“

Ostbevern

Das Duo Wilbertz & Kunz trat mit dem Programm „Hättste wärste auch nicht anderes!“ in der Kulturwerkstatt auf.

Anne Reinker

Jutta Wilbertz und Norman Eric Kunz stellten ihr Kabarettprogramm in der Kulturwerkstatt vor. Foto: Reinker

Was wäre, wenn? Diese Frage hat sich wohl schon jeder einmal gestellt. Ob die guten Zensuren in der Schule, wenn man besser aufgepasst hätte, oder die Torte, an deren Rezept man sich hätte halten sollen. Entscheidungen muss man ständig und überall fällen. Manchmal sind sie richtig, manchmal falsch. Dass der Lebensweg aber letztendlich, trotz aller Überlegungen, als gute Fügung gesehen werden kann, machte das Duo Wilbertz & Kunz mit dem Programm „Hättste wärste auch nicht anderes!“ in der Kulturwerkstatt klar.

Der Dackel hat Durchfall, der Rechner spielt verrückt, und man ist mit dem falschen Bein zuerst aufgestanden. Keine guten Voraussetzungen für einen gelungenen Tag. So klagte auch Jutta Wilbertz: „Hätte ich nicht beim Vorstellungsgespräch bei Avon einen Pickel gehabt, würde ich jetzt den Konzern leiten.“ Das ganze Klagen wäre manchmal gar nicht so schlecht. „Das tut gut, mal richtig laut zu heulen“, meinte sie und forderte die Zuschauer prompt zum „Jammern für alle“ auf.

„Mach ein Lied daraus und pfeif Dir was dazu“, war ein Lösungsvorschlag der Kabarettistin, die das gemeinsam mit Norman Eric Kunz auch gleich musikalisch vortrug. Die fast 40 Zuschauer wurden angehalten, mal richtig laut und ausdauernd ihren Kummer loszulassen. Aber die Akteure drehten auch die schönen Seiten des Lebens nach oben. Sie sangen sich durch das Paris der 30er Jahre und stellten ihren ganz besonderen Akkordeon-Tango vor. Sämtliche Lieder des Abends stammten aus eigener Feder des Künstlerduos.

Die Melancholie, die die Mutter erfasst, wenn die Tochter erwachsen wird, setzten die Kabarettisten nach der Pause musikalisch um. Dabei gelang es ihnen bei aller Sehnsucht und Traurigkeit, mit etwas Witz die schönen Seiten des Lebens hervorzuheben. So war die Quintessenz: „Schubi du, es ist gut so wie es ist.“

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