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Hilfe nach Vulkanausbruch

Haus und Garten geöffnet

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Nach dem Ausbruch des Vulkans Nyiragongo in unmittelbarer Nachbarschaft zu Grenze Ruandas sind unzählige Menschen auf der Flucht. Adrienne Mukamitali ist seit Jahren Ansprechpartner für die Gemeinde St. Ambrosius in der Partnergemeinde Nyundo. Sie berichtet von den Geschehnissen in unmittelbarer Nähe zum Ausbruch.

Von Daniela Allendorf

Die Lavawalze stoppte rund 300 Meter vor dem Flughafen der Millionenstadt Goma. Die zahlreichen Erdbeben verursachten darüber hinaus große Schäden. Foto: privat

Am Samstag vor einer Woche brach der Vulkan Nyiragongo in der Republik Kongo in unmittelbarer Nähe zur Grenze nach Ruanda aus. Ein Teil der Lava wälzte sich in Richtung der Millionenstadt Goma, und auch die angrenzende Stadt Gisenyi in der Adrienne Mukamitali, die seit vielen Jahren Ansprechpartnerin der St.-Ambrosius-Gemeinde in dem afrikanischen Land ist, war bedroht. Noch am vergangenen Sonntag hatte Ewald Brünen mit Adrienne Mukamitali telefoniert und sich über die Umstände berichten lassen.

Eigentlich sei die Staatsgrenze zu Ruanda wegen der Corona-Pandemie geschlossen. Doch die Behörden hätten umgehend gehandelt und sie geöffnet, berichtet Mukamitali. „Zigtausende Menschen strömten aus Angst vor der glühenden Lava in das Nachbarland“, erzählt Ewald Brünen aus seinem Gespräch. „Die Behörden haben in der Nähe von Nyundo ein Flüchtlingscamp mit Notversorgung eingerichtet. Adrienne hat spontan Haus und Garten geöffnet und mehr als 60 Flüchtlingen Unterkunft und Hilfe angeboten“, so Brünen weiter.

Bereits vor dem Ausbruch des Vulkans erschütterten mehr als 250 Erdbeben die Region. Rund 20 000 Menschen seien obdachlos geworden. „Das Zentrum von Gisenyi ist wie leer gefegt“, berichtet Ewald Brünen. Die besondere Gefahr seien weitere Nachbeben und die Freisetzung lebensbedrohlicher Methangase aus dem Kivu-See. Das würde eine große Naturkatastrophe für die Menschen im Ostkongo und im Nordwesten von Ruanda bedeuten, ist Ewald Brünen sicher.

Doch trotz der widrigen Umstände sei Adrienne – wie immer – optimistisch. Sie sei der Überzeugung, dass die geflüchteten Menschen in den derzeitigen Camps auch wegen der Unterstützung durch die Behörden, die sich sehr für sie einsetzen, sicher seien. Gleiches gelte auch für die Menschen, denen sie in ihrem Haus kurzfristig Unterschlupf gewähren konnte.

Bislang hat der Ausbruch die Stadt Goma verschont. Die Lava stoppte rund 300 Meter vor dem Flughafen der Stadt. Dennoch können die Behörden einen erneuten Ausbruch des Vulkans nicht ausschließen. Es gebe wissenschaftliche Daten, die auf ein derartiges Szenario hinweisen würden, heißt es von den Behörden im Kongo.

„Adrienne hofft mit allen Betroffenen auf eine Beruhigung der Situation und eine baldmögliche Rückkehr der Heimatlosen in ihre Häuser und Wohnungen“, sagt Ewald Brünen.

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