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Flüsse sind Adern der Natur

Hechte dominieren die Bever

Ostbevern

Flüsse sind die Adern der Natur – davon ist Biologe Hans-Wilhelm Böke überzeugt. Jüngst nahm er Interessierte mit auf eine kleine Reise entlang der Bever und erläuterte Wissenswertes rund um Flora und Fauna. So berichtete er unter anderem, dass es bis 1708 Lachse in dem kleinen Flüsschen gab.

Anne Reinker

Hans-Wilhelm Böke erläuterte den Teilnehmern des Spaziergangs das Leben in und an der Bever. Foto: Anne Reinker

Wer meint, die Bever habe nur wenig im Bezug auf Fauna und Flora zu bieten, konnte sich jetzt eines Besseren belehren lassen. Hans-Wilhelm Böke erläuterte den Teilnehmern ebenso detailliert wie auch interessant, welche Fische und Pflanzen sich im und an dem heimischen Gewässer angesiedelt haben. Der rund zweistündige Spaziergang entlang des Flüsschens, unter dem Titel „Von letzten Lachsen und heutigen Hechten“, wurde veranstaltet vom der Ostbevern Touristik.

Schon am Treffpunkt am Telgenbusch begann Hans-Wilhelm Böke mit seinen Ausführungen zur Artenvielfalt. Nicht nur zur Renaturierung des Flusses hatte der Diplom-Biologe zu berichten. Sein Fokus lag auf dem Fischaufkommen: „Über 30 Fischarten gibt es in der Bever“, erzählte der Ostbeverner zum Erstaunen der Teilnehmer. Dass Lachse im Gewässer gesichtet wurden, liegt jedoch schon eine ganze Zeit zurück. „1708 wurden die letzten ihrer Art in Telgte in der Ems gesehen“, so Hans-Wilhelm Böke. „Bis dahin war auch die Bever ein Lachsgewässer“, führte er weiter aus.

Warum das heute nicht mehr so ist? „Der Bau von Mühlen machte das Leben für die Lachse unmöglich“, erklärte der Fachmann. Denn für die Elektrizität ließ die Mechanik der Mühlen das Wasser stauen, was die Population der Fische vor Ort langfristig unmöglich machte.

In den letzten Jahren wurden immer mehr Fischtreppen angelegt, um die Vielfalt der Fischarten zu erhalten. „Es findet eine ständige Migration im Wasser statt“, sagte Böke, und: „Es wäre ein sehr gutes Zeichen, wenn die Lachse wiederkommen würden.“ Heute sind es vor allem die Hechte, die in der Bever zu finden sind.

Alles verändere sich, alles sei „im Fluss“, so der Biologe. Er freute sich, dass „man sich in den letzten Jahren immer mehr bewusst wird, dass die Flüsse die Adern der Natur sind.“

Ausführlich referierte der Ostbeverner, über die Lebensbedingungen der unterschiedlichen Flossentiere, aber auch die Botanik beachtete er in seinen Informationen. Schilf, Segge-Gräser, Rohrkolben sind in der Nähe der Bever zu sehen, Weiden und Erlen seien die „typischen Wasserbäume“.

Einen Stopp legte die Gruppe am sogenannten Schwanensee ein, der Ausbuchtung der Bever, die durch die Renaturierung entstand. „Eine Zeit lang brüteten dort tatsächlich Schwäne“, erinnerte Hans-Wilhelm Böke. Blesshühner, Enten und Gänse sind einige der Tierarten, die heute die Fläche bevölkern.

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