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Partnerschaft Ndaba-Ostbevern

Hilfe für hungernde Familien

Ostbevern

Geburtstagsfeiern sind im Rahmen der Corona-Pandemie zur Zeit nicht möglich. Trotzdem hat der Verein Ndaba-Ostbevern einen Weg gefunden, sein kleines Jubiläum öffentlichkeitswirksam zu gestalten. Mit einem Stand vor der Beverbuchhandlung machen die Verantwortlichen auf ihre Arbeit aufmerksam.

Karl-Heinz Kock

Feiern ist unter Coronabedingungen zurzeit nicht möglich. Trotzdem hat der Verein Ndaba-Ostbevern einen Weg gefunden, seinen Geburtstag in der Öffentlichkeit zu begehen – mit einem kleinen Stand vor der Beverbuchhandlung. Der Verein unterstützt unter anderem die Kooperative „Kopakama“ (Bild links). Foto: Karl-Heinz Kock/privat

Vor gut 30 Jahren entstand der Kontakt der Kirchengemeinde St. Ambrosius zur Diozöse Nyundo in Ruanda. Daraus entwickelte sich 2005 der Verein Partnerschaft Ndaba-Ostbevern, der in dieser Woche seinen 16. Geburtstag feiert und mit einem Stand vor der Beverbuchhandlung an die Öffentlichkeit tritt. Frühlingsblüher und kleine Utensilien aus afrikanischen Stoffen sind dort am Donnerstag von 9 bis 12 Uhr und 15 bis 18 Uhr ebenso erhältlich wie fair gehandelter Biokaffee aus Afrika.

Aber den Vereinsmitgliedern geht es auch um einen Erfahrungsaustausch über die aktuelle Situation in diesem ostafrikanischen Binnenstaat, der ihnen besonders am Herzen liegt und 1994 international wegen dem Völkermord an den Tutsi in die Schlagzeilen geriet. Derzeit ist viel Soforthilfe für extrem arme Familien gefragt, die während der Pandemie an Hunger leiden. Mehr als 60 Prozent der Bevölkerung leben unter der Armutsgrenze.

In den zurückliegenden Jahren haben die Ostbeverner schon große humanitäre Hilfe im Gesundheits- und Bildungssektor geleistet. Mehr als 10 000 Menschen erhielten so Zugang zu sauberen Trinkwasserquellen. Ein weiterer Schwerpunkt liege derzeit auf der Erstellung einer Ausbildungsstätte für junge Menschen ohne Schulabschluss, so die Vereinsvorsitzende Angelika Whitehead. „Eine Näherei für junge Mädchen gibt es schon. Jetzt sollen noch eine Schlosserei und eine Elektrowerkstatt entstehen.“

In Mathias Abimana habe man in Ndaba einen vertrauensvollen Partner gefunden, der früher als Bürgermeister und Leiter einer Kaffeeplantage tätig war. „Es geht um Hilfe zur Selbsthilfe. Über die Projekte wird vor Ort entschieden“, so Whitehead. Ihre Planung und Durchführung werde eigenständig organisiert.

Knapp 100 Unterstützer umfasst der Verein derzeit - etwa 50 Personen haben sich schon auf den Weg in die Distrikte Karongi und Rutsiro im Westteil Ruandas begeben, der an den Kongo grenzt. Derzeit ist die Besuchstätigkeit zum Erliegen gekommen, nach Ende der Pandemie soll sie wieder aufgenommen werden. „Über WhatsApp stehen wir aber in ständigem Kontakt. Zuletzt haben wir 900 Textilmasken runtergeschickt“, führt Whitehead aus. Die aktuellen Probleme seien in Ruanda noch viel größer als in Deutschland. Gerade in ländlichen Gebieten sind Impfstoffe gegen das Virus noch so gut wie gar nicht angekommen.

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