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Edmund Teuber wird 90

"Ich bin ein Glückskind"

Ostbevern

Am 25. Januar 1933 wurde Edmund Teuber in Altewalde, Kreis Neisse in Schlesien, geboren. Am Mittwoch feiert er seinen 90. Geburtstag. 1946 war er mit seiner Familie nach Ostbevern gekommen. Von 1996 bis 2004 stand er an der Spitze der Kolpingsfamilie vor Ort.

Edmund Teuber wird 90 Jahre alt.

„Ruhige und bewegte Zeiten meines Lebens“, so der Titel des Buches, das Edmund Teuber über seine Kindheit, die Vertreibung aus Schlesien und den Neuanfang in Ostbevern geschrieben hat. Und bewegt waren sie wirklich: Am 25. Januar 1933 ist Edmund Teuber in Altewalde, Kreis Neisse in Schlesien, geboren.

Aufgewachsen ist er auf dem Bauerngut seiner Eltern, besuchte kriegsbedingt nur kurz das Gymnasium und wurde mit seiner Familie 1946 aus Schlesien vertrieben. Im Viehwaggon und nach einigen Wirren angekommen in Ostbevern, ging er ein Jahr zur Volksschule.

Von Heimweh überschattet

„Unsere erste Zeit in Ostbevern war sehr ärmlich und von Heimweh überschattet. Ostvertriebene waren nicht willkommen und haben dies auch zu spüren bekommen. Wir haben aber auch viel Unterstützung erleben dürfen“, erinnert er sich. „Diese positiven Erlebnisse tragen mich noch heute.“ 1947 zogen Edmund und seine Eltern in die Bauerschaft Brock und wurden dort freundlich und menschlich empfangen. „Bei Familie Niehoff haben wir uns sehr wohl gefühlt und wir sind immer noch befreundet.“

Seit 1957 wohnt Familie Teuber in der Eichendorff-Siedlung, Ostbeverns ehemaliger Ostvertriebenensiedlung. 1948 begann er seine Schlosserlehre, die er 1951 mit dem Gesellenbrief als Bauschlosser beendete. 1960 hielt er den Meisterbrief als Heizungs- und Lüftungsbauer in den Händen und wechselte 1966 als technischer Angestellter und Meister zur Landesversicherungsanstalt für Angestellte nach Münster.

Ehrenzeichen des Kolpingwerkes Deutschland

„Während meiner Lehrzeit in Telgte wurde ich auf den Gesellenverein aufmerksam“, die heutige Kolpingfamilie Ostbevern, deren Vorsitzender er von 1996 bis 2004 war. 2019 erhielt er das bronzene Ehrenzeichen des Kolpingwerkes Deutschland für sein jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement. Bis 2022 leitete er das Seniorenfrühstück und war gerne als ehrenamtlicher Kolping-Reiseleiter tätig.

„Dankbar bin ich, dass ich vielen Bekannten bei Reisen nach Schlesien meine Heimat zeigen konnte und unter anderem so etwas für ein gemeinsames und friedliches Europa tun konnte.“ Im vergangenen Jahr hat er mit Frau und Sohn nochmals eine Zeitreise zu seinem Geburtshaus und zu seinem Heimatort Altewalde in Schlesien unternommen. „Heimat vergisst man nicht, und es ist schön zu sehen, dass Europa zusammenwächst. Wir alle sollten für unsere nachfolgenden Generationen Vorbild sein und ihnen zeigen, wie man in Frieden miteinander auskommen kann“, so der nun 90-jährige aktive Ostbeverner.

Bewegend schildert er einen seiner wichtigsten Momente im Leben: „Mein ganz besonderer Glückstag war Pfingstmontag 1955. Auf dem Kattenvenner Schützenfest lernte ich meine Nati kennen.“ Sie war mit ihrer Familie 1952 aus der sowjetischen Besatzungszone geflüchtet. 1961 folgte die Hochzeit, später drei Kinder und nunmehr sieben Enkelkinder. Zusammenfassend kann er sagen: „Ich bin ein Glückskind.“

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