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70 Jahre Spielmannszug „Frei Weg“

Im Schnee per Rad zum Umzug

Brock

Am 26. März 1951 wurde der Spielmannszug „Frei Weg“ gegründet und ist nunmehr seit 70 Jahren bei Schützenfesten und anderen Veranstaltungen in der Region wegzudenken. Eigentlich wollte der Verein aus Brock auch diesen runden Geburtstag mit befreundeten Vereinen und Gästen begehen, doch noch macht Corona den Musikern einen Strich durch die Rechnung.

Von Anne Reinker

Damals und heute: Im Jahr der Gründung 1951 aufgenommen, spielten die Musiker vor der damaligen Gaststätte Wemmer, heute De Deele. Ein Gruppenbild Foto: privat

Viele Veranstaltungen, die im Ortsteil stattfinden, haben einen gemeinsamen Nenner: den Spielmannszug „Frei Weg“. Nicht nur bei den Terminen des Schützenvereins Westbevern-Brock, auch beim Erntedankumzug, bei Jubiläen und weiteren Aktionen sind die Musiker zu sehen – und zu hören. Zudem sind sie außerhalb der Orts- und Kreisgrenze bekannt. Nun kann die Gemeinschaft auf eine über 70-jährige Geschichte zurückblicken. Am 26. März 1951 wurde „Frei Weg“ gegründet.

Im Buch „Use Brock“ ist einiges zur Historie zusammengetragen. Demnach wurde die Gründung des Vereins von Hubert Kamp, Bernhard Schlautmann und Fritz Stroetmann initiiert, um den Schützenfesten im Ortsteil eine musikalische Begleitung zu bieten. Ihnen ist es zu verdanken, dass seit 70 Jahren ein guter Ton im Ortsteil herrscht.

Am Ostersonntag 1951 wurde nicht nur zu einem Treffen aller Interessierten eingeladen, auch die erste Übungsstunde unter der Leitung des Spielmannszuges Greven-Sandweg fand sogleich statt. Die Vereinsgründung war damit beschlossene Sache.

Von da an wurde wöchentlich zwei Stunden lang geprobt, im Trommeln sowie im Flöten. Gleich beim ersten Auftritt der Gruppe, beim Bröcker Schützenfest, zählte der Spielmannszug 14 Mitglieder, als Tambourmajor zeigte sich Willi Hülsmann verantwortlich.

Der Schützenverein Westbevern-Brock schaffte schon im darauffolgenden Jahr weiße Uniformen für die Musiker an. So gaben sie auch bei ihrer Teilnahme am Karnevalsumzug in Greven ein gutes Bild ab. Einige Mühen nahmen sie dafür in Kauf, denn wie im Buch überliefert, reisten die Musiker bei starkem Schneefall mit dem Fahrrad an.

1955 wurde Anton Jostes neuer Tambourmajor, zwei Jahre später Karl Hollmann. Die weißen Uniformen ersetzte man 1959 durch eine blaue Kleidung. Die Musiker präsentierten sich in den folgenden Jahren als eingeschworene Gemeinschaft mit einem gemeinsamen Hobby: der Instrumentalbegleitung verschiedener Veranstaltungen in Brock und Umgebung.

Als Meilenstein kann das 30-jährige Bestehen 1982 gesehen werden, denn die Gruppe, die damals 20 Mitglieder zählte, öffnete sich auch für weibliche Musikinteressierte.

Ganz groß feierte „Frei Weg“ seinen 40. Geburtstag mit zehn Gastvereinen und einem Umzug durch den Ort. Weit über die Grenzen hinweg war der Spielmannszug gerne gesehen. Durchschnittlich 30 Veranstaltungen im Jahr absolvierte die 24 Mitglieder starke Vereinigung Anfang der 1990er Jahre.

Nach dem Tod von Karl Hollmann, dem der Zug seine Erfolgsgeschichte zu einem großen Teil zu verdanken hat, übernahm Dirk Macke den Vorsitz und führte die Musiker als Tambourmajor an. Seit 2013 leitet Christoph Dieckmann die Gruppe, Albert Bücker hält den Tambourstab. Neben Festivitäten in Brock, Ostbevern und Westbevern lassen sich die Musiker gerne auch regelmäßig zu Schützenfesten in Ladbergen und Lengerich verpflichten. Bereits seit vielen Jahren ist das gute Tradition für die Musiker.

„Im Wandel der Zeit hat sich viel verändert“, sagt Christoph Dieckmann. „Mit reiner Marschmusik konnte der Spielmannszug in den 1950er Jahren die Leute begeistern, heute haben wir ein um einiges mehr erweitertes Repertoire.“

So gelingt es dem Spielmannszug vortrefflich, den Nachwuchs in Brock einzubinden. Viele der nun langjährigen Mitglieder sind schon seit dem Jugendalter dabei. Das aktuell jüngste Mitglied der 29 Musiker starken Gruppe ist gerade mal elf Jahre alt. Neue Mitglieder sind immer willkommen, betont Dieckmann.

Nicht nur die Freude am Musizieren hält den Verein, zu dem auch Instrumentalisten aus Ladbergen, Schmedehausen und Westbevern gehören, beieinander. „Letztendlich leben wir den Zusammenhalt wie alle Bröcker Vereine“, meint Dieckmann. Dieser werde sich auch nach der Corona-Pandemie uneingeschränkt fortsetzen, ist er überzeugt.

Zu verdanken ist dies auch den Proben, die aufgrund der Zwangspause unter freiem Himmel abgehalten werden und als „Open-Air-Konzert“ mit „Schützenfestfeeling auf den Terrassen der Nachbarn“ wahrgenommen werden, wie der Vorsitzende erzählt.

Das Jubiläum wollte der Spielmannszug „Frei Weg“ eigentlich wie schon die letzten runden Geburtstage begehen: im Kreise von interessierten Besuchern und den befreundeten Vereinen. Auch wenn Corona dies zurzeit noch verhindert, wird an der Idee für ein zünftiges Musikfest noch festgehalten.

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