Maislabyrinth eröffnet

Irrer Pflanzen-Dschungel

Ostbevern

Ein Spaß für die ganze Familie ist das Maislabyrinth er Familie Große Hokamp in Ostbevern.

Anne Reinker

Aus der Vogelperspektive lässt sich sehr gut erkennen, wie im Maislabyrinth der Biber, das Wappentier Ostbeverns, umgesetzt wurde. Das Ganze entstand am Computer und wurde dann entsprechend beim Maislegen berücksichtigt. Foto: Privat

Das Zwiegespräch „Schatzi, wo bist du?“ mit der allgemeinen Antwort „Hier!“ und der Frage „Wo ist hier?“, dürfte man im Maisfeld am Nordring in den nächsten Wochen wohl häufiger hören. Denn das von der Familie Große Hokamp angelegte Labyrinth bedeutet nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene eine gewisse Herausforderung an den Orientierungssinn.

Und genau das soll es auch sein, denn: „Es ist ein Ausflugsziel für die ganze Familie“, ist Martina Große Hokamp von der neuen Attraktion überzeugt. Am Samstag wurde das Ganze am Hof, Lehmbrock 21, eröffnet.

„Maislabyrinthe sind im Umkreis in den letzten Jahren weniger geworden“, sagt Stephan Große Hokamp. Das sei mit ein Grund für ihn gewesen, so ein System anzulegen. „Und wenn man selber Kinder hat, macht man sich vielleicht auch noch mehr Gedanken darüber“, meinte er. Als einige der ersten testeten seine Töchter Leona und Felia die Irrwege in dem Pflanzen-Dschungel.

Nicht nur einen abstrakten Komplex aus Irrwegen wollten Große Hokamps erschaffen. Die Figuren eines Bibers sowie landwirtschaftliche Produkte banden sie in die zwei Labyrinthe ein. „Spielerisch wollten wir damit das Thema Hof und Natur aufgreifen“, erläutert Stephan Große Hokamp. „Entstanden ist das Labyrinth dann nachts am Laptop.“

Durch neue technische Möglichkeiten mittels des Satellitensystems sei es machbar geworden, den Plan auf das Feld zu übertragen und bereits beim Maislegen zu berücksichtigen. „Mit dem Mäher wurde dann nur noch nachgearbeitet“, führte der Landwirt die Vorgehensweise aus. Knapp vier Kilometer Wegstrecke auf dem vier Hektar großen Areal gestaltete er so. Um die Blickdichte zwischen den Wegen zu gewährleisten, wurde der Mais etwas dichter gelegt als sonst üblich.

Mehrere Spielplätze ergänzen das Labyrinth. Überdacht ist einer der Plätze, der gleichzeitig auch der Anfangspunkt des Irrgartens ist, von einigen Schatten bringenden Eichen. „Daraus haben wir extra die Nester des Eichenprozessionsspinners entfernen lassen“, so Stephan Große Hokamp.

Die kleine Baum-Ansammlung sei in den letzten Jahren bei der Feldarbeit immer ein Hindernis gewesen, meinte er. Nun ist sie eine Fläche geworden, die mit einem Getränkestand, Liegestühlen und einer großen Schaukel Aufenthaltsqualität biete. Weitere Spielmöglichkeiten sind ein Stroh-Lego, ein Strohberg zum Toben und, nach Verfügbarkeit, eine Hüpfburg.

Neben Familien wollen Große Hokamps auch Clubs oder Freundeskreise ansprechen, denn auch gemütliche Abendstunden am Labyrinth sind möglich.

Mehrere tausend Euro haben Martina und Stephan Große Hokamp in die Entwicklung und Umsetzung investiert. Ein Grund für sie, warum sie Eintrittsgelder – Kinder von vier bis 14 Jahren kommen für drei Euro, Erwachsene für vier Euro hinein – erheben. An den Gewinnspielen für Groß und Klein, bei denen im Maislabyrinth mehrere Tierspuren gefunden werden müssen, kann jeder Interessierte kostenfrei teilnehmen. Die Hauptpreise, ein Rundflug, ein Staubsaugerroboter und ein Echo-Dot, finanzieren Große Hokamps selber. Weitere über 40 Gewinne – wie Gutscheine oder Spielwaren – wurden zudem von örtlichen Sponsoren zur Verfügung gestellt.

Direkt mit Eröffnung des Labyrinths kamen mehrere Familien. „Das ist superschön und liebevoll aufgemacht hier“, lobte Lena Obermann die „Lounge-Atmosphäre“ unter den Bäumen. „Und es ist schon eine kleine Herausforderung, die Tierspuren zu finden“, fügte ihre Freundin Daniela Reingen hinzu. „Nicht nur für Kinder.“

Das fand auch Sandra Brockmann. „Das Biber-Labyrinth ist etwas schwieriger. Man kann auch mehrmals durchgehen“, meinte die Ostbevernerin. „Es macht richtig Spaß“, freute sich ihre Schwägerin Angelina Brockmann. Die beiden hatten nicht nur ihre Partner dabei, sondern auch die drei Söhne. „Der Größte sucht schon mit“, sagte Sandra Brockmann.

Geöffnet ist das Labyrinth freitags von 14 bis 20 Uhr sowie samstags und sonntags von 10 bis 20 Uhr, zudem bei Bedarf auf Anfrage. Bis in den Oktober hinein wird das Ganze bestehen. Mit der Erntezeit rollen dann aber auch hier die Maishäcksler an. . .

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