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Drittklässler der Franz-von-Assisi-Schule ernten Kartoffeln auf dem Hof Verenkotte

Jagd auf den dicksten Erdapfel

Ostbevern

Nachdem die Kartoffelpflanzaktion auf dem Hof Verenkotte im Frühjahr coronabedingt ausfallen musste, waren die Drittklässer der Franz-von-Assisi-Schule jetzt umso begeisterter, dass sie bei der Ernte dabei sein durften.

Von Anne Reinker

Mit Feuereifer beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler auf dem Acker von Paul Verenkotte mit dem Thema Kartoffel und waren am Ende stolz auf die gute Ernte. Foto: Anne ReinkerAnne ReinkerAnne Reinker

Dem hatten die Drittklässler der Franz-von-Assisi-Schule schon entgegengefiebert: der Kartoffelernte auf dem Hof von Paul Verenkotte. Auch wenn die Pflanzaktion der Erdäpfel im Frühling für die damaligen Zweitklässler corona-bedingt ausfallen musste, stand dieser Aktion nun nichts mehr im Wege.

Beinahe außer Rand und Band waren die Kinder, endlich raus aufs Feld zu können. „Es waren alle schon ganz gespannt darauf“, freute sich Elke Hohage über die Begeisterung der Mädchen und Jungen.

Das Thema beginnt im Lehrplan gerade erst, doch viele der Acht- und Neunjährigen waren schon gut vorbereitet, wie beim Theorieteil von Paul Verenkotte zu merken war. Fand dieser sonst in der Scheune statt, hatte der Landwirt nun alles direkt auf dem Acker vorbereitet. „Wir machen dieses Mal alles an der frischen Luft“, sagte er.

Vermutlich wegen des Landlebens in der Bevergemeinde konnten die jungen Besucher schon etliche der Fragen von Paul Verenkotte beantworten. Dass Kartoffeln etwa als Chips und Pommes enden oder etwa in Aufläufen und Püree landen, war allen bekannt. Neu war den Schülern und Schülerinnen, dass Kartoffelstärke beispielsweise für Plastikbesteck und Gummibärchen genutzt wird.

Dass das Absterben des Krauts ein Zeichen für die Erntereife ist, wussten einige der Kinder ebenfalls. „Bei uns ist das Kraut aber noch grün“, berichtete Schülerin Antonia von den Pflanzen im heimischen Acker.

Und dass Pilz und Kartoffelkäfer die ärgsten Feinde der Pflanze sind, hatten ebenfalls einige der Zuhörer bereits erfahren. „Ganz früher war das Einsammeln der Käfer übrigens Schülerarbeit“, erzählte Verenkotte. „Da gab es kein Fußball oder Computer daddeln.“ Arne, einer der Jungen, wusste aber noch etwas: „Früher hießen die Herbstferien auch Kartoffelferien, weil die Kinder da Zeit hatten zu helfen.“

Mit großem Elan durften die Mädchen und Jungen dann auf das Feld, um die Sorte „Venezia“, den „Allrounder“ unter den Kartoffeln, auszubuddeln. „Es werden leider in diesem Jahr eher kleine und wenige Kartoffeln zu ernten sein“, kündigte Paul Verenkotte an, der die Pflanzen nur noch für den privaten Nutzen wie auch für die Schulklassen anbaut. „Die Sache mit dem Kartoffelkönig wird also schwierig werden dieses Jahr“, sagte er.

Nichtsdestotrotz wetteiferten die kleinen Erntehelfer darum, den größten Erdapfel zu erwischen. Dreckige Hände? Das war den Kindern – noch – egal. Einige waren sogar mit Arbeitshosen und -schuhen gut ausgerüstet. Dank der Tatkraft füllten sich die Kartoffelkörbe schnell.

Für die Verwendung im Unterricht, unter anderem für eine Zubereitung und das Schreiben von Rezepten, sowie auch für geplante Klassenfeste wollen die Lehrerinnen Elke Hohage und Roswitha Niehoff die Knollen verwenden.

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