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Ukrainische Flüchtlingskinder an der Franz-von-Assisi-Schule

Kinder helfen Kindern

Ostbevern

Es war richtig viel los beim Kinderbücher-Flohmarkt der Franz-von-Assisi-Schule. Und das hat sich jetzt bezahlt gemacht. Das Schülerparlament überreichte 400 Euro an die „Aktion Kleiner Prinz“. Und das nicht zuletzt, weil auch an der Ostbeverner Grundschule acht Kinder aus der Ukraine untergebracht wurden.

Von Bernd Pohlkamp

Das Schulparlament der Franz-von-Assisi-Grundschule mit Schulleiterin Martina Lamour überreichte ihren finanziellen Erlös für die Ukraine Martin Schulte, dem stellvertretenden Vorsitzenden vom Warendorfer Verein „Aktion Kleiner Prinz“. Foto: Bernd Pohlkamp

Acht ukrainische Grundschüler besuchen derzeit die Franz-von-Assisi-Grundschule in Ostbevern. Sie haben sich gut integriert“, berichtet Schulleiterin Martina Lamour. Sie steht in der Aula mit ihrem Schulparlament. Dazu gehören die Klassensprecherinnen und -sprecher aller Grundschulklassen. Mitbestimmung, Erziehung zur Demokratie und die Stärkung der Verantwortlichkeit sind eine wichtige Säule in der Entwicklung der Kinder in der Schule.

Schulparlament ist besonders stolz

In dieser Stunde geht es um ein Projekt, worauf das Schulparlament besonders stolz ist. „Die ganze Welt hilft, so wollten auch wir ukrainischen Flüchtlingskindern helfen“, erzählt eine Klassensprecherin. „So kamen wir auf die Idee, im Rahmen eines Kinder-Bücherflohmarktes Waffeln zu backen. Natürlich haben uns unsere Eltern sowie unsere Lehrerinnen und Lehrer unterstützt.“ Der Tag kam, das Projekt nahm seinen Lauf: „Der Waffelstand war immer dicht umlagert und die Spendenbereitschaft war sehr hoch“, berichtet eine andere Schülerin. Der Erwerb der Waffeln war die „Eintrittskarte“ zum Flohmarkt und als freiwillige Spende gedacht. „Wir waren überrascht, wie positiv diese Initiative aufgenommen wurde“, berichtet die Schulleiterin.

Auch im Unterricht ist der Krieg in der Ukraine regelmäßig Thema, denn immer wieder tauchen bei den Kindern in diesem Zusammenhang Fragen auf. Und wie klappt es mit der Verständigung mit den ukrainischen Schülern? Kein Problem, berichtet einer der Mitschüler: „Körpersprache und Bildersprache.“ Quasi mit Händen und Füßen könne man sich auch verständigen. Und so lernen die ausländischen Mitschülerinnen und Mitschüler deutsche Wörter und verstehen auch schnell ganze Sätze. Deutschunterricht erhalten die ukrainischen Kinder auch außerhalb des Klassenverbandes. „Außerdem hilft uns das i-Pad. Sätze können damit in eine andere Sprache übersetzt werden“, erklärt Martina Lamour. Der Unterricht sei etwas mühsam, doch es klappt und darüber hinaus sind alle, Schulkinder wie Lehrkräfte, gemäß dem Leitbild der Franz-von-Assisi-Grundschule, gemeinsam unterwegs. „Die Vielfalt von- und miteinander zu lernen, hat für uns einen hohen Stellenwert“, so die Schulleiterin weiter.

Schulleiterin Martina Lamour

Den Waffelverkaufserlös von 400 Euro nahm Martin Schulte, stellvertretender Vorsitzender vom Verein „Aktion Kleiner Prinz, Internationale Hilfe für Kinder in Not“, mit Freude entgegen. Martin Schulte berichtete den Kindern wie enorm wichtig es in der derzeitigen Kriegssituation sei, ukrainischen Flüchtlingen zu helfen. Die „Aktion Kleiner Prinz“ kaufe von den gespendeten Geldern zum Beispiel dringend benötigte Medikamente. Diese seien zuletzt mit einem Sprinter an die ukrainische Grenze gebracht worden. Bei der Koordination werde die Kinderhilfsorganisation von einem Warendorfer Ehepaar mit ukrainischen Wurzeln unterstützt, das mit Krankenhäusern in der Westukraine gut vernetzt sei. Martin Schulte versicherte, das Geld werde zu 100 Prozent gespendet: „Wir arbeiten alle ehrenamtlich.“

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