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Diskussion um Beschulungsvereinbarung

Kritik an einem „falschen Signal“

Ostbevern

Deutliche Kritik äußerte Andreas Behnen, Leiter der Josef-Annegarn-Schule, in der Sitzung des Bildungs-, Generationen- und Sozialausschusses bezüglich der zwischen der Stadt Telgte und der Gemeinde Ostbevern geplanten Beschulungsvereinbarung.

Von A. Große Hüttmann

Seit gut sechs Jahren können an der JAS auch Gymnasialschülerinnen und -schüler unterrichtet werden. Das war für viele Kommunalpolitiker neu, als Schulleiter Andreas Behnen im Ausschuss deutlich darauf hinwies. Foto: dpa

Andreas Behnen, Leiter der Josef-Annegarn-Schule, war sichtlich aufgebracht. Der Grund dafür ist die geplante Erhöhung der Zügigkeit des Telgter Gymnasiums und eine mögliche Beschulungsvereinbarung zwischen beiden Kommunen, die Ostbeverner Kindern im Rahmen der Vierzügigkeit eine Aufnahme ermöglichen soll.

„Wir sind schon sehr traurig über das Handeln in Ostbevern“, sagte Behnen und gab damit die Stimmung im Kollegium wieder, die sehr emotional geprägt sei. Er könne sich noch gut an Zeiten erinnern, in denen Verwaltung und Politik alles getan hätten, um die Josef-Annegarn-Schule weiter zu stärken und zu profilieren. Nun werde dem benachbarten Gymnasium gleichsam der rote Teppich ausgerollt, der eigentlich in Ostbevern ausliegen müsse.

Denn seit 2016, seinerzeit wurde die Verbund- zur Sekundarschule, könnten auch Gymnasialschülerinnen und -schüler unterrichtet wer-den. Zur Sicherstellung der entsprechenden Standards gebe es sogar einige Studienratsstellen. Insofern könne die Gemeinde an „ihrer Schule“ bereits ein vollumfängliches Bildungsangebot vorweisen, so Behnen.

Daher gebe es aus seiner Sicht keinen Grund, eine Beschulungsvereinbarung für eine bestimmte Schülergruppe mit einem anderen Schulträger zu schließen. „Das ist das falsche Signal“, sagte er unter anderem. „Welches Licht wirft das auf die eigene Schule, und welche Absichten verfolgt der Schulträger damit?“, warf er in diesem Zusammenhang als Fragen auf.

Die Überraschung vieler andere Kommunalpolitiker brachte Marion Meyer-Dietrich (FDP) auf den Punkt. „Ich stehe bald wieder vor einer solchen Schulentscheidung“, sagte sie. Doch selbst als betroffener Elternteil sei ihr nicht bewusst gewesen, dass die Sekundarschule ein gymnasiales Angebot vorhalte. Ähnlich die Reaktion von anderen Politikern.

Anja Beiers (Grüne) und Wolfgang Weglage (CDU) waren es dann in erster Linie, die die Wogen ein wenig glätteten. Beiers verwies darauf, dass die Vereinbarung nur für fünf Jahre gelte und dass damit keine Verpflichtung für Eltern verbunden sei, sondern lediglich eine weitere Möglichkeit eröffnet werde. Weglage wiederum betonte, dass Politik und Verwaltung seiner Ansicht nach die JAS in den vergangenen Jahren stets im Blick gehabt hätten.

Er unterstrich, dass es aber auch Aufgabe der Politik sein müsse, die Ist-Situation im Fokus zu haben. Und dabei eröffne die Beschulungsvereinbarung zusätzliche Wege.

Er regte an, dass die Josef-Annegarn-Schule mit ihrem vollumfänglichen Bildungsangebot mehr die Werbetrommel rühren solle, flankiert von entsprechenden Maßnahmen von Politik und Verwaltung.

Bürgermeister Karl Piochowiak sprach davon, dass die Beschulungsvereinbarung „kein Dolchstoß“ für die JAS sei. Allerdings müsse man als Kommune angesichts der Entwicklungen bei den Schülerzahlen immer mehr regionaler denken. Und deshalb sei eine solche Vereinbarung ein Baustein im Gesamtangebot.

Die Josef-Annegarn-Schule hat nach Angaben der Gemeindeverwaltung bereits in den vergangenen Jahren vereinzelt Schülerinnen und Schüler mit einer (beschränkten) Gymnasialempfehlung aufgenommen.

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