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Rotbuche gepflanzt

Loburger Wald ist um einen „Baum des Jahres“ reicher

Ostbevern

Zum vierten Mal ist im Loburger Wald ein „Baum des Jahres“ gepflanzt worden – diesmal eine 2022 mit diesem Titel gekürte Rotbuche. Warum die Wahl auf diesen Baum fiel, zeigte und erläuterte Philipp von Beverfoerde bei der Pflanzaktion.

Anne Reinker

Bei der Pflanzaktion zum Baum des Jahres griffen unter anderem Philipp von Beverfoerde und Michael Füssel zu den Spaten. Foto: Anne Reinker

Ein Baum mehr, der dem Klima zugute kommt und die Artvielfalt unterstützt: Bei der Pflanzung des „Baumes des Jahres“ setzten einige Lokalpolitiker, darunter Jochem Neumann als stellvertretender Bürgermeister, gemeinsam mit Philipp von Beverfoerde eine Rotbuche in dessen Waldgebiet. Diese hatte die Dr.-Silvius-Wodarz-Stiftung als diesjährigen „Baum des Jahres“ gewählt.

Die Rotbuche war bereits 1990 – vor über 30 Jahren – einmal „Baum des Jahres“. Sie hatte damals lange als Hoffnungsträger für den klimastabilen Mischwald gegolten. Die Wodarz-Stiftung entschied sich dafür, die Buche erneut ins öffentliche Blickfeld zu rücken, da sie unter der starken klimabedingten Trockenheit zunehmend leidet.

Über Jahrhunderte hinweg vernachlässigt

Philipp von Beverfoerde hatte dem noch einiges hinzufügen. In gemischten Wäldern sei die Buche gut einzupflanzen, da „sie eine der wenigen Bäume ist, die schattentolerant sind“, sagte er. Sie verfüge über ein gutes Überlebenssystem, der Bestand sei aber aufgrund des Bedarfs an anderen Hölzern über mehrere Jahrhunderte hinweg vernachlässigt worden. Aktuell, so von Bever­foerde, liege in den heimischen Wäldern der Buchenanteil nur bei etwa 16 Prozent.

Auch wenn die Baumsorte generell gute Voraussetzungen zum Fortbestand hat: Sie braucht genügend Nässe. „Sie mag keine Dürreperioden“, erklärte Philipp von Beverfoerde, „und braucht wasserhaltige, lockere Böden.“ Wie ausgewachsene Buchen, die unter starker Sonneneinstrahlung und Trockenheit leiden, aussehen, zeigte er an einigen Beispielen in seinem Wald. Die empfindliche Rinde werde durch den Klimawandel geschädigt und platze auf – ideale Voraussetzungen für Pilzentwicklungen und Insektenbefall. „Die Zukunft der Buche sieht nicht gut aus“, befand von Beverfoerde. Daher sei die Wahl der Wodarz-Stiftung auf diesen Baum gefallen.

Pflanzung an geeignetem Schattenplatz

Im Loburger Wald fand man für die rund vier Meter hohe Buche einen geeigneten Schattenplatz. Eine Plakette wird Spaziergänger und Radfahrer künftig darauf hinweisen, um welches Gehölz und welche Pflanzaktion es sich handelt.

Die Rotbuche ist übrigens der vierte „Baum des Jahres“ im Loburger Wald. In den Vorjahren waren die mit diesem Titel gekürten Bäume – Ilex, Flatterulme und Robinie – gesetzt worden.

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