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Selbstbausatz nicht leicht umzusetzen

Luftreiniger sind zu laut

Ostbevern

Zu laut. So lautet das Fazit nach einem ersten Test von Luftfilteranlagen in den Abschlussklassen der Josef-Annegarn-Schule. Auch der von der Politik vorgeschlagene Selbstbausatz zur Belüftung von Klassenräumen ist nicht so einfach umzusetzen.

Von Daniela Allendorf

Fenster öffnen heißt es Foto: Patrick Pleul/dpa

„Da die Kommunikation im Unterricht durch das Tragen der FFP2-Masken schon schwierig genug ist, wird diese durch den Betrieb so eines Gerätes weiter erschwert“, sagt Andreas Behnen, Schulleiter an der Josef-Annegarn-Schule, nach dem Test der Luftreinigungsgeräte. Die Geräte seien mit einer durchaus wahrnehmbaren Geräuschentwicklung verbunden, so der Schulleiter weiter. „Wo immer das Gerät im Klassenraum platziert wurde, klagten die in der Nähe sitzenden Schüler oder Lehrkräfte über eine weitere, deutliche Beeinträchtigung des Unterrichts“, so Behnen.

Vorausgegangen war dem Test der Geräte an der JAS eine Diskussion Bildungs-, Generationen- und Sozialausschuss sowie ein Beschluss in der Ratssitzung Ende März. Angesichts der anhaltenden Corona-Pandemie machten sich die Lokalpolitiker für den Einsatz dieser Geräte in den kommunal getragenen Schulen stark. Aufgrund des Distanz- und Wechselunterrichts der vergangenen Wochen konnten die Filter allerdings nur in den Abschlussklassen der JAS getestet werden.

Dafür standen zwei unterschiedliche Geräte zur Verfügung. Einmal ein Luftfiltergerät sowie zum anderen ein Luftreinigungsgerät, das mit UVC-Licht arbeitet. Bei beiden Geräten fiel das Fazit der Lehrkräfte ähnlich aus. Beide würden eine deutliche Verbesserung der Luftqualität bringen. Das allerdings auch nur bei geschlossenen Fenstern. Ebenso wie der Schulleiter, bemängelten sie die Lautstärke der Geräte.

Sollten tatsächlich Luftfilter angeschafft werden, so beliefen sich die Kosten – Stand April – pro Stück bei einem UVC-Gerät auf 1650 Euro, ein Luftfiltergerät würde hingegen mit 2890 Euro zu Buche schlagen, heißt es von der Gemeinde. Die zu diesem Thema zunächst nur einen Sachstand mitteilte. Eine weitere Diskussion in der Politik gab es dazu bisher noch nicht.

Auch das Thema „Selbstbaubelüftung“, was vor einigen Wochen von der Lokalpolitik ins Rennen geschickt wurde, wurde überprüft. Dabei sei festgestellt worden, dass die Herstellung bei Weitem nicht so einfach sei, wie vielfach dargestellt, heißt es aus dem Rathaus nach Absprache mit den Hausmeistern der Schulen. So stellt sich unter anderem das Problem, dass die Abluft über geeignete Fenster- oder Oberlichtöffnungen nach draußen geführt werden muss. In allen Klassenräumen mit Südlage ergibt sich dort bereits ein erhöhter Aufwand, aufgrund des Sonnenschutzes. Darüber hinaus müssen für die Installation Kunststoffe miteinander verschweißt werden, und auch die Materialien seien nicht über einen Baumarkt zu erwerben.

Nach Kontaktaufnahme mit dem Entwickler der Selbstbaulüftung und einem Lieferanten für die Bauteile, liegt der Kostenrahmen für diese Lösung bei rund 1700 Euro pro Klassenraum. Die Schulleitung sieht die Installation kritisch – und lehnt sie, insbesondere im Hinblick auf den Brandschutz ab. Auch Vandalismusschäden seien zu befürchten.

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