1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Ostbevern
  6. >
  7. „Mit 300 Stimmen wäre ich schon sehr zufrieden gewesen“

  8. >

Einzelbewerber Marius Brehm

„Mit 300 Stimmen wäre ich schon sehr zufrieden gewesen“

Ostbevern

Marius Brehm freut sich gewaltig. Als parteiloser Einzelbewerber ging er bei der Bundestagswahl ins Rennen. Sein Wahlkampf? Ausschließlich online. Und trotzdem lief die Wahl für ihn alles andere als schlecht.

-dag-

Der Ostbeverner Marius Brehm stand bei dieser Bundestagswahl als parteiloser Einzelbewerber auf der Liste. Foto: Daniela Allendorf

Es ist kurz vor 21 Uhr. Noch lange sind nicht alle Stimmen im Kreis Warendorf ausgezählt. Und trotzdem hat Marius Brehm allen Grund zur Freude: „Ich wäre mit 300 Stimmen schon sehr zufrieden gewesen und jetzt sind es fast 600“, freut sich der 20-Jährige Ostbeverner, der als parteiloser Einzelbewerber in diese Bundestagswahl gestartet ist. „In Ostbevern habe ich sogar 3,5 Prozent bekommen.“

Aber warum hat er das getan und warum war es direkt die Bundestagswahl? „Es passte einfach“, sagt er und erzählt seine Geschichte: Er habe sich schon immer politisch engagieren wollen. Studiert Politikwissenschaften und Geografie an der Uni Münster. Eigentlich sei ja auch der Schritt in die Kommunalpolitik in der Regel der erste. Aber, da er sich mit Beginn des Studiums noch nicht sicher gewesen sei, wo er wohnen würde, habe er noch abgewartet. Die Initialzündung sich für die Bundestagswahl aufstellen zu lassen, habe es dann am Silvesterabend des vergangenen Jahres gegeben. „Ich habe mich mit Freunden online zur Silvesterfeier getroffen.“ Dabei habe man das „alte Jahr“ Revue passieren lassen und einen Blick auf das Neue geworfen. Als es dann um die anstehende Wahl gegangen sei, habe ein Freund gesagt: „Du kannst doch bei der Wahl antreten.“

„Dieser Satz ging mir einfach nicht aus dem Kopf“, sagt Marius Brehm rückblickend. Und da er überzeugter Demokrat sei und die Politik, zumindest in seinen Augen, in der Corona-Krise nicht ausreichend auf die Wissenschaft gehört habe, reifte der Gedanke immer mehr. „Außerdem waren im letzten Bundestag nicht einmal zehn Mitglieder unter 30 Jahren“, sagt der 20-Jährige, der diesen Zustand gerne ändern möchte. Dabei war ihm aber von Anfang klar, dass seine Erfolgsaussichten eher mäßig sind. „Ich wollte trotzdem ein Zeichen setzten“, sagt er und hofft, dass sich die mehr junge Leute an die Politik rantrauen oder zumindest von ihrem Wahlrecht gebrauch machen.

Und sein Wahlkampf? „Der lief in erster Linie online ab“, sagt Brehm. Interessante Kontakte habe es trotzdem gegeben, freut er sich. Auch als er seine Wahlplakate aufgehängt habe, sei er angesprochen worden.

Startseite