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Konzert der Capella Loburgensis

Mit Akribie und Feingefühl

Ostbevern

Es war ein nahezu berauschender Abend, den die Capella Loburgensis zusammen mit dem Musik-Verein Oelde und der Nordwestdeutschen Philharmonie den Konzertbesuchern bescherte. Mit viel Sorgfalt und Feingefühl hatte Matthias Hellmons das Programm für diesen Auftritt zusammengestellt.

Axel Engels

Mit einem Konzert auf ganz hohem künstlerischen Niveau führten die Capella Loburgensis und der Musik-Verein Oelde mit der Nordwestdeutschen Philharmonie die zahlreichen Konzertbesucher ein in die Welt des Georg Friedrich Händel. Foto: Axel Engels

Mit einem Konzert auf ganz hohem künstlerischen Niveau führten die Capella Loburgensis und der Musik-Verein Oelde mit der Nordwestdeutschen Philharmonie die zahlreichen Konzertbesucher ein in die Welt des Georg Friedrich Händel, einem der bedeutendsten Komponisten des Barock. Aus seiner Feder stammen neben 42 Opern, 25 Oratorien, Kantaten sowie Kirchenmusik für den englischen Hof auch zahlreiche weltbekannte rein instrumentale Werke.

Resonanz ist groß

Die Resonanz bei den Musikliebhabern war dementsprechend groß, blieben am Donnerstagabend in der St. Ambrosius-Kirche nur wenige Plätze „hinter den Säulen“ frei. Matthias Hellmons hatte mit Akribie und Feingefühl aus dem großen Oeuvres des Komponisten ein Programm zusammengestellt, dass ein überaus mitreißendes Musikerlebnis bot. Schon beim ersten Werk, „Zadok the Priest“ erfüllte gleichsam königlicher Glanz die Kirche, schließlich war dieses Werk für die Krönung von Georg II. komponiert worden. Seit der Uraufführung in der Westminster Abbey gilt dieses Werk für großen Chor und Orchester als inspirierendes Beispiel für die Musik am Hofe, im königlichen Kompositionsauftrag hieß es schon „mit aller Pracht und Großartigkeit, die sich ersinnen läßt“. Diesen Charakter wusste der Chor mit ausdrucksstarken Stimmen in aller Lebendigkeit umzusetzen, genoss man bei exquisiter Stimmgruppentrennung den farbenreichen Chorklang.

Dem barocken Werk entsprechend

Die nordwestdeutsche Philharmonie konnte unter dem versierten Dirigat von Matthias Hellmons ihre ganzen Qualitäten zeigen, spielte überaus kultiviert. Selbst kleinste Manierismen und Verzierungen erklangen stilistisch dem barocken Werk entsprechend. Der musikalische Dialog zwischen Chor und Orchester machte diese „Hymne zur Salbung des Königs zu einem Erlebnis. Genauso hochwertig ging es weiter. Als erklang das „Dettinger Te Deum“, bei dem der Bassbariton Markus Krause sowie die Altistin Mathilde Matzeit und der Tenor Theo Rohde die solistischen Partien übernahmen. Dieses sakrale Chorwerk ist ja für den Dankgottesdienst zum Sieg über die französischen Truppen in der Schlacht bei Dettingen komponiert worden. Händel hatte dieses im original für zwei Chöre und Orchester geschriebene Werk mit einem englischen Text versehen, sich auch musikalisch bei dem „Te Deum“ seines italienischen „Kollegen“ Francesco Antonio Urio bedient. Selten hat man dieses Werk so glanzvoll gehört wie an diesem Abend, bei dem wohl alle Besucher ganz im Banne dieser Musik gefangen waren.

Krönendes Finale

Das krönenden Finale dieses Konzertes aus der Zeit von Georg II.  erklang mit der „Feuerwerksmusik“. Dabei spielte das Orchester meisterhaft, wurden die Dirigieranweisungen von Matthias Hellmons bis ins kleinste Detail umgesetzt. Jeder einzelne Satz bekam ein markantes klangliches Gewand, so dass die „Feuerwerksmusik“ jeden mitriss. Da kann man nur allen Beteiligten dankbar sein für ein Konzert, das man sicherlich so schnell nicht vergisst.

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