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Neues Feuerwehrgerätehaus in Brock

Mit realistischen Zahlen planen

Brock

Seit einigen Wochen ist klar: Dem Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Brock stehen einige Hindernisse im Weg. Finanzmittel will die Gemeindeverwaltung dennoch im Haushalt für das kommende Jahr einplanen. Doch dazu kam jetzt Gegenwind aus der Politik.

Von Daniela Allendorf

So sollte das neue Feuerwehrgerätehaus an der Ladbergener Straße eigentlich aussehen. Doch die Planungen sind deutlich ins Stocken geraten. Jetzt wird sogar nach einem anderen Standort gesucht. Foto: privat

3,2 Millionen Euro. Das ist die Summe, die nach aktuellen Planungen für das neue Feuerwehrgerätehaus in Brock ausgegeben werden muss. 3,2 Millionen Euro, die damit auch im Haushalt für das Jahr 2022 eingeplant sind. Und das, obwohl hinter der Umsetzung noch zahlreiche Fragezeichen stehen (WN berichteten).

Realistisch ist das in den Augen der Mitglieder der FDP-Fraktion nicht, weswegen sie im Rahmen der aktuellen Haushaltsberatungen beantragten, die Summe aus dem Finanzplan zu streichen. „Wir sollten doch realistische Zahlen wiedergeben“, sagte Dr. Meinrad Aichner (FDP). Ähnlich sah das auch Thomas Manthey (SPD): „3,2 Millionen Euro können wir uns eigentlich nicht leisten.“ Trotzdem müsse man was tun. „Doch 2022 werden wir da nichts erreichen.“

Nachvollziehbar war der Antrag auch für die CDU. Michael Füssel wies zudem noch einmal darauf hin, dass die Dependance nicht teurer werden dürfe als die Hauptstelle an der Röntgenstraße.

Das Problem, auf das sowohl Bürgermeister Karl Piochowiak, als auch Fachbereichsleiter Hans-Heinrich Witt hinwiesen, ist jedoch: Bleibt die Summe nicht im Haushalt stehen, ist die Gemeinde – sollte es wider Erwarten doch vorangehen – nicht schnell handlungsfähig. Unter Umständen müsste ein Nachtragshaushalt her. „Wir brauchen das Feuerwehrgerätehaus“, sagte Witt deutlich. „Wir haben im Prinzip einen ausgeglichenen Haushalt. Wenn wir das streichen, sind wir nicht handlungsfähig.“ Andersherum müsse es auch nicht ausgegeben werden.

Dr. Meinrad Aichner blieb jedoch dabei, dass es ehrlicher sei, das Geld für 2023 einzuplanen. Darüber hinaus sei man mit der Summe ohnehin nicht einverstanden. Im Ergebnis verständigte man sich einvernehmlich darauf, die Summe für einen Neubau mit 2,3 Millionen Euro im Haushalt für das kommende Jahr festzusetzen und so handlungsfähig zu bleiben. Außerdem wurde beschlossen, dass die Suche nach einen neuen Standort in Brock mit Unterstützung eines Planungsbüros erfolgen soll.

Zur Erinnerung: Bei dem eigentlich in Brock vorgesehenen Grundstück an der Ladbergener Straße sind in den vergangenen Wochen nach und nach zahlreiche Probleme aufgetreten, die es fraglich erscheinen lassen, ob das noch der richtige Standort für die Feuerwehr ist. So sind es unter anderem die Entwässerungssituation in Brock – für die es aktuell noch keine Lösung gibt –, die Lärmemissionen – insbesondere in der Nachtzeit durch die mögliche Nutzung des Martinshorns – und die Fortschreibung der Baukostenberechnung durch gestiegene Materialkosten, die den Neubau verhindern könnten.

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