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Aktionstage zum „Synodalen Weg“

„Mut zum kleinen Ungehorsam“

Ostbevern

Nachdenken und reagieren für die Zukunft der Kirche vor Ort, das möchte die Ostbeverner Initiative zum „Synodalen Weg“. Vertrauen und Zutrauen, Verantwortung übernehmen und abgeben und mutige Schritte zu unternehmen, damit die kommenden Generationen eine lebendige Zukunft haben – das waren die zentralen Punkte der Aktionstage.

Von Anne Reinker

Hildegard Schule-Thörner (l.) und Eugen Nardmann (r.) von der Initiative begrüßten die Kerstin Stegemann, Angelika Klager und Pfarrer Hans-Bernd Köppen. Im Bild fehlt Prof. Dr. Dorothea Sattler. Die Reden über die Schwerpunkte des synodalen Weges standen im Mittelpunkt der Aktionstage. Foto: Anne Reinker

Die Frage nach Gott und dem Weg, den er heute mit den Menschen gehen will, stand im Mittelpunkt der Aktionstage zum Reformprojekt „Synodaler Weg“, zu dem eine Gruppe Ostbeverner eingeladen hatte. Dafür konnte sie vier Redner begrüßen, die zu verschiedenen Schwerpunkten sprachen.

Nachdenken und reagieren für die Zukunft der Kirche vor Ort, dass möchte die Initiative mit ihren Aktionen anstoßen (WN berichtete). „Für viele Menschen scheint die Institution Kirche den Blick auf Gott zu verstellen und die Suche nach ihm schwieriger machen“, sagte Maria Müller, die gemeinsam mit Annegret Weitkamp (beide Pfarreirat) zur Eröffnung der Aktionstage begrüßte. Mit dem synodalen Weg wolle die katholische Kirche in Deutschland Weichen stellen und so biete er auch eine Chance für die Zukunft unserer Kirche hier vor Ort, meinten sie im weiteren Verlauf.

„Wir haben hohe Erwartungen an den synodalen Weg“, sagte Maria Müller. „Es geht um die Glaubwürdigkeit der katholischen Kirche in Deutschland und um ihre Bedeutung in unserer Gesellschaft.“ Vertrauen und Zutrauen, Verantwortung übernehmen und abgeben und mutige Schritte zu unternehmen, damit die kommenden Generationen eine lebendige Zukunft haben, das stehe im Mittelpunkt. „Es geht um das Wir, um das gemeinsame Tun, damit unsere Kirche eine Chance hat, denn wir, Laien und Priester, Frauen und Männer, Junge und Alte, wir reisen gemeinsam“, so Maria Müller.

Auf dieser gemeinsamen Reise nahmen sie die vier Gastredner mit. Im Edith-Stein-Haus sprach Kerstin Stegemann über die Macht und die Gewaltenteilung in der katholischen Kirche, dem Thema der Liebe und Sexualität widmete sich Angelika Klager in ihrem Statement und regte an, in den Bemühungen auf dem synodalen Weg „Mut zum kleinen Ungehorsam“ zu haben.

Pfarrer Hans-Bernd Köppen (St. Lamberti Münster) war zu Gast, um über die priesterliche Existenz zu sprechen.

Die Westbevernerin Prof. Dr. Dorothea Sattler (Mitglied der Synode) erläuterte den etwa 50 Zuhörern ihre Sichtweise über Frauen in Diensten und Ämtern der Kirche.

Die Reden waren von hohem Niveau, resümierte Hans-Josef Zumhasch. Man habe aber festgestellt, dass noch viele Fragen offen sind. „Die Unsicherheit und Angst, dass man mal wieder in seinen Bemühungen ausgebremst wird, war zu spüren“, sagte der Organisator.

Am Samstag erfolgte der vorläufige Abschluss des synodalen Wegs der Ostbeverner Initiative. Kerstin Stegemann sprach über Chancen und Risiken der Reform und erklärte das System der Gruppierung. „Es wird kleine Schritte geben, aus denen sich etwas machen lässt“, hoffe sie. Die ganz großen Lösungen jedoch werde es nicht so schnell geben.

Im abendlichen Gottesdienst hielt Angelika Klager die Predigt, die Skysingers bereicherten die Messe musikalisch. Außerhalb des Gotteshauses verteilten Mitglieder der Initiative die Fürbitten in Papierform. Diese waren eigentlich für die Messe vorgesehen, durften aber wegen liturgischer und pastoraler Bedenken nicht verlesen werden, erläuterten die hiesigen Aktiven. Ihr erstes Zeichen „Mut zum kleinen Ungehorsam“.

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