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Kampagne gegen „Geisterradler“

Nicht den kürzesten Weg wählen

Ostbevern

Nicht nur, dass das vorschriftswidrige Befahren von Radwegen in die falsche Richtung mit einem Bußgeld geahndet werden kann, es gehört zu den Hauptunfallursachen im Radverkehr. Mit der Kampagne gegen „Geisterradler“ soll in der Bevergemeinde nun die Verkehrssicherheit erhöht werden.

Von Daniela Allendorf

Möchten „Geisterradler“ für einen Seitenwechsel sensibilisieren: Ordnungsamtsleiterin Foto: Gemeinde Ostbevern

„Radfahrer neigen dazu, sich ähnlich intuitiv zu verhalten wie zu Fuß Gehende“, heißt es auf der Homepage der „Geisterradeln Kampagne“, die durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gefördert wird. Das bedeute, dass sie häufig den günstigsten Weg wählen. Verkehrsregeln seien dabei eher von nachrangiger Bedeutung. Und auch in der Bevergemeinde sind nach Beobachtungen von Polizei und Ordnungsbehörde immer wieder „Geisterradler“ unterwegs. Neuralgische Punkte seien dabei unter anderem die Radwege entlang der Hauptstraße oder auch der Radweg an der Bahnhofstraße (L 830). Hier müssten Radfahrer, die aus Richtung Brock kommend nach Ostbevern wollen, eigentlich an der Querungshilfe die Straßenseite wechseln, um auf der richtigen Seite in den Ort zu fahren. „Doch nur wenige tun es und werden so unbewusst zur Gefahr für andere“, heißt es aus dem Rathaus.

Dabei würden viele denken: „Ist doch halb so schlimm.“ Doch sei es keinesfalls egal, auf welcher Seite man mit dem Rad unterwegs ist. „Sie dürfen nicht immer den kürzesten und bequemsten Weg wählen – selbst wenn das aus ihrer Sicht ganz selbstverständlich erscheint. Genau wie für Autos und für andere Fahrzeuge gilt nämlich auch für Fahrräder das Rechtsfahrgebot“, heißt es in der Information von Polizei und Ordnungsamt weiter.

Hauptunfallursache im Radverkehr

Nicht nur, dass das vorschriftswidrige Befahren von Radwegen in die falsche Richtung mit einem Bußgeld geahndet werden kann, es gehört auch zu den Hauptunfallursachen im Radverkehr. Nach einer Studie der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt 2015) fahren bis zu 20 Prozent der Radfahren­den auf Radwegen entgegen der vorgesehenen Fahrtrichtung. Unfallschwerpunkte sind dabei an Kreuzungen und Einmündungen ebenso wie an Grundstückszufahrten. Der Grund: Autofahrer blicken häufig nur nach links, weil eigentlich nur aus dieser Richtung Radfahrer kommen dürften. „So entstehen oft lebensbedrohliche Situationen und auch immer wieder Unfälle vielfach aus Bequemlichkeit, um Umwege zu vermeiden und damit Zeit einzusparen“, heißt es von den Verantwortlichen weiter.

Diesem Problem soll jetzt auch in der Bevergemeinde entgegengewirkt werden. Schon in zahlreichen anderen Kommunen des Kreises Warendorf sind die „kleinen Geister“ auf ihren Fahrrädern an neuralgischen Punkten auf die Radwegen gesprüht worden. In der kommenden Woche soll das in Ostbevern geschehen. Das weiße Zeichen, ergänzt um den Schriftzug „Seite Wechseln“, soll Radfahrer sensibilisieren und darauf hinweisen, dass die andere Straßenseite zu benutzen ist, um so mehr Verkehrssicherheit zu erzeugen.

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