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Kreis schränkt Nutzung des Schützenplatzes ein

Nur noch fürs Brauchtum?

Ostbevern

Für welche Art von Veranstaltungen darf der Schützenplatz künftig noch genutzt werden? Diese Frage stellte sich in der jüngsten Ratssitzung und sorgte für Unmut nicht nur bei den Ratsmitgliedern, sondern auch beim Bürgermeister. Denn der Schützenplatz darf nach einer Mitteilung des Kreises Warendorf nur noch für Brauchtumsveranstaltungen genutzt werden.

Von Daniela Allendorf

Gute Laune beim letzten Schützenfest der Ambrosiusschützen Foto: Klaus Brandes

Eigentlich stand das Thema „Schützenplatz“ gar nicht auf der Tagesordnung der jüngsten Ratssitzung. Dass das Thema den Ratsmitgliedern aber unter den Nägeln brennt, wurde gleich zu Beginn der Sitzung deutlich, als Simon Stadtmann (CDU) sich zu Wort meldete. „Warum wurden die Ratsmitglieder nicht vorher informiert?“, fragte er im Zusammenhang mit dem Bürgermeisterbericht – in dem es ebenfalls nicht um den Schützenplatz ging, Stadtmann sich das aber gewünscht hätte.

Die Antwort gab es später unter dem Tagesordnungspunkt, der Anfragen nach § 17 der Geschäftsordnung des Rates zulässt. Man habe entschieden, zunächst den Kontakt zu den Vereinen – in erster Linie dem Schützenverein St. Ambrosius zu suchen –, weil man mit diesen Nutzungsverträge hinsichtlich des Platzes neben dem Beverstadion habe.

Doch worum geht es konkret? Der Kreis Warendorf teilte der Gemeinde jüngst in einem Schreiben mit, dass eine Nutzung des Schützenplatzes lediglich noch zu Brauchtumsveranstaltungen zulässig sei. Was darunter genau zu fassen sei, sei hingegen nicht genau definiert, wie Bürgermeister Karl Piochowiak weiter mitteilte.

Begründet wird die Entscheidung des Kreises damit, dass der Schützenplatz im Wasserschutzgebiet liegt. Beispielhaft werde dargestellt, dass das Schützenfest unter Brauchtum falle, ein Oktoberfest – wie es von den Ambrosius-Schützen schon oft durchgeführt wurde – hingegen ebenso wenig wie das Frühlingsfest der Landjugend, die damit ebenso von der Festsetzung des Kreises betroffen ist.

Glücklich macht Bürgermeister Karl Piochowiak die Mitteilung des Kreises überhaupt nicht. Das wurde in seinen Ausführungen mehrfach deutlich. „Wir wurden von dem Schreiben auch überrascht“, sagt der Verwaltungschef. Er räumte jedoch ein, dass die fehlende Information an die Rats- und Ausschussmitglieder möglicherweise nicht gut gelaufen sei. „Diese berechtigte Kritik werde ich mitnehmen“, sagte er. Aktuell liefen Gespräche mit betroffenen Vereinen genauso wie Gespräche mit Vertretern des Kreises Warendorf. „Wir sind da auch noch gespannt, wie der Kreis Warendorf Brauchtum definiert“, so Piochowiak weiter, der nichts konkretes zu der Diskussion sagen konnte, da man in einem laufenden Prozess sei. Zur nächsten Ratssitzung soll es aber einen umfänglichen Sachstandsbericht geben.

Für Simon Stadtmann ein beinahe zu langer Zeitraum. Dennoch regte er an, und dafür gab es aus allen Fraktionen deutliche Zustimmung, dass ein Vertreter des Kreises Warendorf die Entscheidung dem Rat und den Vereinen direkt erläutern möge.

Eine weitere Frage, die sich den Ratsmitgliedern stellte: Wo sollen künftig Feste gefeiert werden? „Auf unseren Höfen ist das aus Brandschutzgründen nicht mehr möglich“, sagte Markus Brune (CDU) in Richtung der Landjugend. Auch Reithallen fielen längst weg, ergänzte Parteikollege Heinz-Hugo Horstmann und führte weiter aus, dass man mit einem Wegfall des Schützenplatzes keine Alternative in der Bevergemeinde habe, um solcherlei Feste zu feiern.

Eine Meinung, die Jochem Neumann (Grüne) durchaus teilte, jedoch darauf hinwies, dass man schon seit Entstehung des Schützenplatzes, um das Wasserschutzgebiet wisse. Ob die dortigen Brunnen noch entsprechend genutzt würden, wollte Michael Füssel (CDU) wissen. Aber auch hierauf konnte Bürgermeister Piochowiak noch keine Antwort geben, will das aber prüfen lassen. „Uns besorgt das genauso“, sagte er zum Ende der Diskussion und hofft, dass eine Einigung mit dem Kreis Warendorf in Form eines Kompromisses herbeigeführt werden kann.

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