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Neugestaltung

„Neue Mitte“ erhält Nahwärmeleitungen

Ostbevern

Schon lange ist klar: Es wird eine "Neue Mitte" in Ostbevern geben. Dennoch müssen noch zahlreiche Entscheidungen getroffen werden. Eine davon: Sollen jetzt schon Nahwärmeleitungen für ein potenzielles Netz verlegt werden.

Von Daniela Allendorf

 An der Hauptstraße und der südlichen Bahnhofstraße soll Ostbeverns "Neue Mitte" entstehen. Foto: Daniela Allendorf

Wenn die Straße schon einmal aufgerissen ist, was liegt dann näher, als direkt Leerrohre für beispielsweise eine Nahwärmeversorgung mit in den Boden zu legen. „Viele Jahre hat man das Projekt geplant. Aber Nahwärme im Gesamtkonzept nicht berücksichtigt“, erläuterte Bürgermeister Karl Piochowiak jüngst in der Sitzung des Umwelt- und Planungsausschusses, als es um die Entscheidung zur Verlegung einer Nahwärmeleitung in der Hauptstraße durch die Stadtwerke Ostmünsterland ging.

Zur Erklärung: Im Zuge der Bauarbeiten an der Hauptstraße und der südlichen Bahnhofstraße zur Umsetzung des Projektes der neuen Mitte soll zugleich die Wärmeversorgung im Ortskern sichergestellt werden. Denn innerhalb eines strategischen Wärmeplans für den Ortskern sollen nicht nur die anliegenden Objekte mit erneuerbarer Fernwärme versorgt werden, sondern gleichzeitig ein System zur erweiternden Versorgung des Ortskerns mit erneuerbaren Energien entstehen, hieß es in der Sitzungsvorlage zur Erläuterung. Das Konzept soll es ermöglichen, die bestehenden Wärmenetze in Ostbevern langfristig zusammenzuführen und zu vernetzen, um so die erforderliche kommunale Wärmeplanung, die ab 2023 ohnehin Pflicht ist, zu forcieren.

Und auch wenn Eile kein guter Berater sei, so Bürgermeister Karl Piochowiak, so dränge aufgrund des Zeitplanes zur Neugestaltung eine Entscheidung. Denn bis 2025 muss die Maßnahme aus dem Städtebauförderprogramm abgerechnet sein. Der Vorschlag der Verwaltung: Die Stadtwerke Ostmünsterland sollen den Auftrag und sämtliche Rechte zum Verlegen einer Nahwärme-Verbundleitung bekommen. Man habe Unterstützung gesucht und mit den Stadtwerken einen Kooperationspartner gefunden, der schnell einsteigen kann, so der Verwaltungschef zu dem Vorstoß.

„Das kann eine gute Geschichte werden“, ist auch Rolf Berlemann, Geschäftsführer der Stadtwerke Ostmünsterland, überzeugt. Das Unternehmen würde mit geschätzten 200 000 Euro in Vorleistung gehen. Dabei gehe es nicht um die Versorgung selber, so Berlemann weiter: „Wir sind nicht erpicht in die Erzeugung zu gehen“, so der Geschäftsführer, es gehe lediglich um die Bereitstellung der Infrastruktur, die auch einen Hausanschluss der Anlieger inkludiere. Was im Umkehrschluss allerdings, zumindest nach jetzigem Stand, keinen Anschlusszwang für die Anwohner bedeute, machte Bürgermeister Karl Piochowiak deutlich. „Es geht erstmal nur darum die Rohre zu verlegen“, so der Verwaltungschef weiter, der voraussichtlich bis Anfang nächsten Jahres Gespräche mit allen Anliegern führen möchte, um so zumindest ein Gefühl für das Interesse der Bürger zu bekommen.

Und obwohl es auch einige kritische Stimmen aus der Politik in der Sitzung zu diesem Vorhaben gab, so stimmten sowohl Ausschuss als auch Rat dem Beschluss zur Vergabe an die Stadtwerke, unter dem Vorbehalt eines Rückkaufsrechtes für die Gemeinde, zu.

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