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Naturnahe Gestaltung und Umgang mit Niederschlagswasser sind Schwerpunkte

Ökologie und Gewerbe vereinen

Ostbevern

Wasser und Boden, Biodiversität, Stadtklima, Energie und Mobilität – mit diesen fünf Feldern werden sich die Kommunalpolitiker in Ostbevern bald dezidiert auseinandersetzen müssen. Denn mit dem neuen Gewerbegebiet West wollen sie ein Gewerbegebiet schaffen, dass Ökologie und Gewerbe vereint.

Daniela Allendorf

Das Gewerbegebiet West soll künftig Gewerbe und Ökologie vereinbaren. Wie das vonstatten gehen kann und welche Gesichtspunkte besonders zu berücksichtigen sind, erläuterte Foto: Planungsbüro Wolters

Was ist ein ökologisches Gewerbegebiet, und wie lassen sich Gewerbe und Ökologie vereinbaren? Dazu hatte Carsten Lang vom Planungsbüro Wolters und Partner einiges für die Mitglieder des Umwelt- und Planungsausschusses mitgebracht. Speziell ging es an dieser Stelle um das neue Gewerbegebiet West. So gebe es verschiedene Ansatzpunkte, erläuterte der Fachmann. „Für die einzelnen Handlungsfelder müssen Ziele festgelegt werden sowie die rechtlichen Sicherungsinstrumente“, so der Planer. Darunter fallen die Felder: Wasser und Boden, Biodiversität, Stadtklima, Energie und Mobilität.

Besonders der Umgang mit Niederschlagswasser stellt einen Schwerpunkt dar. Unter den Stichpunkten dezentrale Rückhaltung, Versickerung und Verdunstung durch Begrünungsmaßnahmen erläuterte Lang: „Ein Vorteil dabei ist die Entlastung der Kanalisation bei Starkregen sowie die Reduzierung von Kosten für Schutzmaßnahmen und die Vermeidung von Überflutungsschäden.“

Bürgermeister Wolfgang Annen gab an dieser Stelle allerdings zu bedenken, dass die Unternehmen, die sich gegebenenfalls in dem neuen Gewerbegebiet ansiedeln, noch nicht ganz so finanzkräftig seien und beispielsweise bei einer Dachbegrünung eine andere Statik einer Halle nötig sei, die wiederum mit höheren Kosten verbunden sei.

Werner Stratmann (Grüne) hakte ein und stellte klar, dass man dort aber auch nicht nur „englischen Rasen“ und Kirschlorbeer sehen wolle. Er favorisiert „einfache klare Regeln“ und zielt auf begrünte Zäune und Hecken ab.

Naturnahe Gestaltung war auch Thema beim Handlungsfeld Biodiversität. Das Ziel an dieser Stelle müsse der Erhalt und die Steigerung der Artenvielfalt auch in bebauten Gebieten, so Lang. Das sei wiederum möglich durch blühende Randstreifen oder durch die Schaffung von weiteren Lebensräumen (Insektenhotel) und Nisthilfen.

Ebenfalls um Begrünung drehte es sich beim Handlungsfeld Stadtklima. Ein hoher Versiegelungsgrad begünstigten die Entstehung von Wärmeinseln und die Verschlechterung der Luftqualität besonders im Sommer. Dem könne man durch die Ausbildung von Grünachsen und Kaltluftschneisen entgegen wirken, so Lang.

Solarenergie, Photovoltaikanlagen, Windkraft und Geothermie schaffen beim Handlungsfeld Energie wünschenswerte ökologische Gesichtspunkte.

Nach der Beteiligung der Öffentlichkeit und der Behörden können die nächsten Schritte in der Kommunalpolitik erfolgen. Auch bisher noch ausstehende Gutachten zu Lärm und Geruch sollen dann vorliegen, sagte Klaus Hüttmann.

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