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Diskussion im Haupt- und Finanzausschuss

Raumlüfter doch nicht notwendig?

Ostbevern

Eigentlich sollten die raumlufttechnischen Anlagen für die Schulen schon längst installiert sein, doch es kam zu Verzögerungen bei der Vorbereitung. Und jetzt stand der Haupt- und Finanzausschuss plötzlich vor der Frage: Sind die Geräte überhaupt noch notwendig?

Von Daniela Allendorf

In der Politik herrscht keine Einigkeit mehr, ob in den Schulen nun die großen raumluftechnischen Anlagen istalliert werden sollen, oder eben doch nicht. Foto: Gemeinde Ostbevern

Hatte die CDU noch in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses im Oktober noch die bisherige – in ihren Augen – mangelnde Umsetzung des Ratsbeschlusses zur Installation von raumlufttechnischen Anlagen in den gemeindlichen Schulen moniert, so war der Tenor in der jüngsten Sitzung des Gremiums ein ganz anderer.

Angestoßen durch Heinz-Hugo Horstmann (CDU), der sich entschieden gegen die Installation der Geräte äußerte, mehrten sich die Stimmen, die eine Notwendigkeit nicht mehr sehen wollten. Der Nutzen der Geräte sei schlichtweg nicht erwiesen, sagte Horstmann eingangs. Auch Elmar Möllenbeck und Markus Brune (beide CDU) pflichteten dem Vorstoß bei. Er sei schon von mehreren Lehrern angesprochen worden, die ebendiese Geräte nicht wollen würden, weil sie zu laut seien, sagte Brune.

„Ich tue mich mit der Sache auch verdammt schwer“, sagte Bürgermeister Karl Piochowiak, der auch einen Blick auf die Kosten hatte. Denn auch wenn es quasi als Nikolausgeschenk eine Verlängerung des Förderzeitraumes bis zum Ende nächsten Jahres gebe, so blieben mindestens 600 000 Euro immer noch von der Gemeinde zu tragen. Klappt es mit der Förderung nicht, stehen rund zwei Millionen an Kosten im Raum. „Wir rauschen in die Haushaltssicherung“, machte Piochowiak in diesem Zusammenhang klar. Und auch 600 000 Euro seien viel Geld. Vor allem, wenn die Geräte am Ende zu laut seien und nach drei Wochen wieder abgeschaltet würden. Denn auch er habe schon von Lehrern gehört, dass man die Lüfter gar nicht so unbedingt haben wolle.

Auch wenn die Lage in Sachen Corona momentan entspannt sei, so pochte Sebastian Meyberg (SPD) weiter auf die Anschaffung der raumlufttechnischen Anlagen. „Wir wissen nicht, wie sich die Situation noch entwickelt“, sagte er. Die Fördermittel seien jetzt schließlich da und auch deswegen sei die Maßnahme vertretbar. Ähnlich sah das auch Werner Stratmann (Grüne), der ebenfalls dafür plädierte an der Umsetzung der Maßnahme festzuhalten.

„Völlig zwiegespalten“, war Wolfgang Weglage (CDU). Als man den Beschluss für die Anlagen gefasst habe, sei man zu dem Zeitpunkt zu der besten Lösung gekommen. „Wir wollten was tun und wir mussten was tun“, sagte er. Ob das jetzt noch so richtig sei, ließ er offen. Auch Ulrich Lunkebein (Grüne) war hin- und hergerissen. Und regte, wie auch Meinrad Aichner (FDP) an, ob man nicht Erfahrungsberichte aus anderen Kommunen bekommen könne.

Bis zur Ratssitzung sollen jetzt ebendiese Erfahrungsberichte aus Sendenhorst, dort gibt es die Lüftungsanlagen bereits, eingeholt werden, um dann zwingend eine Entscheidung pro oder kontra zu treffen. Auch die Schulleitungen sollen noch einmal nach einem eindeutigen Meinungsbild befragt werden. Darüber hinaus wird die Ausschreibung, die es bereits gibt, seitens der Verwaltung gestoppt. Sollte man sich in der Ratssitzung dann für die Geräte aussprechen, soll es eine neuerliche Ausschreibung geben.

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