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Diskussion um Regenrückhaltebecken 

Sahne-Areal soll geopfert werden

Ostbevern

Am Ende des Mozart-Weges im Bebauungsplangebiet Wischhausstraße I soll ein eigentlich als Baugrundstück vorgesehenes Areal zu einem Regenrückhaltebecken werden. Die Planungen des Abwasserbetriebs TEO sorgten im Fachausschuss für hitzige Diskussionen.

Von A. Große Hüttmann

Ungefähr in diesem Bereich soll das Regenrückhaltebecken entstehen, dafür soll es dann ein Baugrundstück weniger geben: Dafür gab es im Planungsausschuss teilweise wenig Verständnis. Foto: Andreas Große Hüttmann

Werner Stratmann (Grüne) war nicht gut auf den Abwasserbetrieb TEO zu sprechen. Das zumindest war am Donnerstagabend seinen Äußerungen im Umwelt- und Planungsausschuss zu entnehmen. Er sprach von teilweise „sinnlosen Maßnahmen“ und einem „Einzäun-Wahn“ der Fachleute.

Was den Kommunalpolitiker dermaßen aufregte, war vor allem eine geplante Maßnahme am Ende des Mozart-Weges im Bebauungsplangebiet Wischhausstraße I. Dort soll, wenn es nach dem Willen der Abwasserfachleute geht, ein eigentlich als Baugrundstück vorgesehenes Areal direkt am Graben zu einem Regenrückhaltebecken werden. Das Grundstück ist im Besitz der Gemeinde und aktuell noch unbebaut. Aufgrund seiner Randlage direkt am Bach am Ende des Baugebietes sprachen einige Politiker im Rahmen der Sitzung von einem „Sahne-Grundstück“.

„Wir verlieren ein wichtiges und wertvolles gemeindliches Grundstück“, sagte Werner Stratmann. Die Maßnahme selbst halte er für völligen Unsinn. Überhaupt, so der Grünen-Politiker in diesem Zusammenhang, habe der Abwasserbetrieb in den vergangenen Jahren Hunderte Meter Gräben aus Sicherheitsgründen eingezäunt. „Manchmal glaube ich, dass irgendwann auch die Bever eingezäunt werden muss“, sagte er. Die Maßnahme selbst halte er angesichts der Wassersituation ebenfalls für unnötig.

Das sah Baubereichsleiter Klaus Hüttmann anders. „Jede Maßnahme hilft uns bei der Gesamt-Entwässerungssituation“, richtete er den Blick speziell auf Starkregenereignisse, für die vorgesorgt werden müsse.

Auch Bürgermeister Karl Piochowiak bezeichnete die Entwässerungssituation am Bredewiesen-Bach als höchst angespannt. „Wir müssen eine ungebremste Einleitung verhindern, daher dieser Vorschlag“, betonte er. Er erläuterte auch, dass zuerst an eine Aufweitung des bereits vorhandenen Grabens gedacht worden sei, das aber in Gesprächen mit dem Grundstückseigentümer zu keinem positiven Ergebnis geführt werden konnte. Aus Sicht der Verwaltung sei die Anlage eines Regenrückhaltebeckens die einzige sinnvolle Option.

Jutta Drilling-Kleihauer (SPD) sprach zwar auch von einem „ungünstigen Ort für die Anlage eines solchen Beckens“, ließ aber auch durchblicken, dass angesichts der Entwässerungssituation in dem Bereich eine Veränderung notwendig sei.

Auf Vorschlag von Werner Stratmann vertagte der Ausschuss am Ende die Entscheidung. Experten des Abwasserbetriebes sollen erst erläutern, ob es wirklich keine andere Lösung gibt. Dann soll erneut beraten werden.

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