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Fahrt des Kinder- und Jugendwerks

„Santa“ in Ungarn unterstützt

Ostbevern

Attila Repkeny ist überzeugt, dass das Engagement in der „Santa Claus Factory“ bei den Ostbeverner Jugendlichen, die in diesem Jahr dabei sein konnten, noch lange nachwirken wird. Denn der Einsatz dort ist ein ganz besonderer.

Von Daniela Allendorf

Neben dem ehrenamtlichen Einsatz in der „Santa Claus Factory“, gab es für die Teilnehmer auch das kulturelle Budapest zu erkunden. Foto: privatprivat

Jedes Jahr Ende November oder Anfang Dezember wird in Budapest die sogenannte „Santa Claus Factory“ aufgebaut. Initiiert vom dortigen Roten Kreuz und 2000 freiwilligen Helfern aus ganz Ungarn. Und aus Ostbevern. Bereits zum dritten Mal konnte das Kinder- und Jugendwerk mit einer Gruppe bei der Aktion dabei sein. Schon 2017 und 2018 sei man dort gewesen, berichtet Jugendwerksleiter Attila Repkeny, der überzeugt ist von dem Konzept. „Wir haben jetzt noch Jugendliche, die von den Erlebnissen von damals berichten“, sagt er.

Und auch für dieses Jahr ist er überzeugt, dass das Engagement in der „Santa Claus Factory“ noch lange nachwirken wird. Denn der Einsatz dort sei ein ganz besonderer. Dort werde nämlich weder nach Herkunft, Ethnie, Nationalität, Religion oder Alter gefragt – weder bei den ehrenamtlichen Helfern, noch bei denen, die mit Geschenken aus der „Factory“ bedacht werden.

Doch was passiert in der „Santa Claus Factory“ genau? Einen Monat lang werden dort Spenden angeliefert und gesammelt. Diese werden dann in verschiedene Päckchen und Pakete verpackt und von Budapest aus in ganz Ungarn verteilt. Doch auch zur „Factory“ selber kommen bedürftige Familien mit ihren Kindern oder auch Kinderheime. „Da ist immer richtig was los“, sagt Repkeny. „Ein richtiges Spektakel“. Bands treten auf, es gibt eine Eisfläche zum Schlittschuhlaufen und eine Märchenpost. Und ganz besonders: Die Kinder können ihren Wünsche abgeben und über eine große Rutsche kommen wenig später die Päckchen zu den kleinen Besuchern.

Und das Team aus Ostbevern war mittendrin. „Sie waren unglaublich fleißig“, sagt Repkeny und zählt auf: „Die Gruppe hat 2,6 Tonnen Lebensmittel und insgesamt 3,5 Tonnen Spenden sortiert und eingepackt.“ Das habe auch die Mitarbeiter des Roten Kreuzes vor Ort sehr beeindruckt. Und noch mehr: Immer wenn den Jugendlichen aus der Bevergemeinde eine Pause angeboten worden sei, hätten sie das kaum annehmen wollen. „Es kam immer: ‚Noch eben ein Päckchen‘“, berichtet Attila Repkeny.

Die Begegnung mit den anderen Ehrenamtlichen, aber auch mit den Kindern, überhaupt, das Engagement für Menschen, die es im Leben nicht so gut getroffen haben, sei eine ganz besondere Erfahrung für die Gruppe gewesen. „Das ist Weihnachten“, sagt Repkeny. Aus pädagogischer Sicht enorm wichtig für die Jugendlichen aus Ostbevern, die mitunter selbst von schwierigen Verhältnissen betroffen sind.

Finanziert wird das Angebot über Spenden und das Kinder- und Jugendwerk – dabei sei letzteres jedoch nicht immer einfach, so der Einrichtungsleiter. Denn Fördergelder gebe es für solch ein soziales Engagement nicht. Trotzdem hofft er, die Fahrt auch in den kommenden Jahren aufrecht halten zu können.

Doch was für die Teilnehmer ein besonderes Erlebnis war, war für den einen oder anderen Anlass zu Kritik über die sozialen Netzwerke – besonders im Hinblick auf die Corona-Pandemie. „Ich bin mir der Verantwortung aber bewusst“, sagte Repkeny nach der Rückkehr deutlich. Es habe zum Zeitpunkt der Fahrt keine Reisewarnung gegeben und die Inzidenzen in Ungarn seien deutlich geringer gewesen, als hierzulande. Unter Beachtung aller bekannten Hygieneregeln und der 2G-Vorgabe, habe der gute Zweck das Risiko überwogen. „Sowohl vor, als auch nach der Fahrt sind alle Teilnehmer getestet worden und niemand hat sich infiziert“, ist er froh, dass alle gesund und mit tollen Erfahrungen wieder in Ostbevern angekommen sind. 

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