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Zwischenfrüchte auf den Feldern

Schön anzusehen und gut für den Boden

Ostbevern

Die Ackerkultur hat sich in den vergangenen Jahren zusehends verändert und die Zwischenfrucht hat sich zu einer Art Philosophie entwickelt.

Bunt blühen an zahlreichen Stellen im Augenblick unterschiedliche Saatmischungen auf den Äckern der Landwirte. Das sieht nicht nur schön aus, sondern hilft in erster Linie dem Boden. Foto: Paul Verenkotte

Egal ob man in diesen Tagen mit dem Rad, dem Roller, dem Auto, dem Bus oder auch zu Fuß unterwegs ist – überall gibt es große Felder zu entdecken, auf denen es in den schönsten Farben blüht. Wo sonst vielfach im Herbst „nur“ Senf als Zwischenfrucht auf den Äckern wuchs, hat sich die Ackerkultur in den vergangenen Jahren deutlich gewandelt. „Die Zwischenfrucht ist quasi zu einer Philosophie geworden“, sagt Paul Verenkotte, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsverbandes, der selbst ganz angetan ist, von dem überaus guten Wuchs in diesem Herbst.

Auf einem Feld habe er die Blühmischung ausgebracht, die auch schon bereits im Frühjahr für die Blühstreifen entlang der Felder und Wege genutzt wurde. Das Problem seinerzeit: „Es war im Frühjahr wieder viel zu trocken“, sagt Verenkotte, weshalb es zum Sommer hin eher spärlich geblüht hat. Umso mehr freut es ihn, dass die Saatmischungen jetzt so gut wachsen.

Bodenstrukturmaßnahmen mit Zwischenfrüchten

Mit den sogenannten Zwischenfrüchten werden von den Landwirten natürliche Bodenstrukturmaßnahmen durchgeführt. Neben Sonnenblumen und Wicken sind in den Mischungen beispielsweise auch Klee und tiefwurzelnder Rettich enthalten. „Klee bindet beispielsweise den Stickstoff“, erklärt der Fachmann. Mit dem Rettich erziele man eine natürliche Auflockerung des Bodens, eben weil er sehr tief Wurzeln ausbilden würde. Das wiederum führe zu einer besseren Wasserführung im Boden und dieser müssen nicht mehr ganz so tief mit schwerem Ackergerät umgegraben werden. Ein deutlicher Vorteil, ist Verenkotte überzeugt.

Und schön aussehen tut es allemal – nicht nur die Felder mit den bunten Saatmischungen – auch die Äcker auf denen zur Zeit Senf- und Ölrettich in gelb und weiß blühen, ziehen die Menschen an. „Es haben in letzter Zeit schon so viele hier gestanden und haben Fotos gemacht“, freut sich der Ortslandwirt auch über den Mehrwert für die Bevölkerung. Wenn das Wetter so bleibe, „dann hoffe ich, dass wir noch vier Wochen etwas von diesem schönen Anblick haben“, sagt Verenkotte. Auch über den Winter bleiben die Pflanzen auf den Feldern, erst mit der Maisaussaat im kommenden Jahr werden die Äcker umgebrochen.

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