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Gemeinde überprüft Poller und Umlaufsperren

Sinnvolle Hindernisse?

Ostbevern

Zahlreiche Umlaufsperren auf dem Ostbeverner Gemeindegebiet machen den Nutzern von Lastenrädern und Fahrrädern mit Anhängern das Leben mitunter schwer. Denn das Passieren dieser Einrichtungen zur Verkehrssicherung ist mitunter schwierig – in Teilen sogar nicht möglich. Auf einen Antrag der Grünen überprüft die Gemeinde zur Zeit die vorhandenen Sperren.

Von Daniela Allendorf

Poller, Umlaufsperren und Querungshilfen machen Nutzern von Lastenrädern und Fahrrädern mit (Kinder-)Anhängern das Leben schwer. Im Rahmen des Mobilitätskonzeptes will die Politik das nun ändern und hofft auf gute Lösungen. Foto: Daniela Allendorf/Gemeinde Ostbevern

„Das Fahrrad als solches hat sich in den letzten Jahren stark verändert“, sagte Hans-Heinrich Witt in der jüngsten Sitzung des Umwelt- und Planungsausschusses. Ob E-Bike, Lastenrad oder Fahrrad mit (Kinder-)Anhänger – für alle diese Verkehrsteilnehmer seien Poller, Umlaufsperren oder Querungshilfen mitunter ein Verkehrshindernis. Und „über solche Punkte muss man sich Gedanken machen“, führte Witt weiter aus.

„Mobilität neu denken“

Aufgekommen war die Diskussion zur Umgestaltung von Umlaufsperren bereits im vergangenen Herbst. Seinerzeit hatte die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen einen Antrag dazu formuliert. Darin hieß es unter anderem, dass vorhandene Umlaufsperren fahrradfreundlicher gestaltet werden sollten oder – sofern denn möglich – ganz entfernt werden sollten. „Wir müssen Mobilität neu denken“, hatte Werner Stratmann (Grüne) in diesem Zusammenhang appelliert und dafür Zustimmung aus den anderen Fraktionen bekommen. Am Ende wurde der Beschluss gefasst, dass sämtliche Querungshilfen, Poller und Umlaufsperren auf ihre Funktion geprüft werden sollten.

Eine erste Bestandsaufnahme hat die Gemeindeverwaltung inzwischen durchgeführt und präsentierte den Mitgliedern des Umwelt- und Planungsausschusses einen ganzen Bilderbogen verschiedener Poller und sogenannter „Drängelgitter“.

Hans-Heinrich Witt

Vielfach, darauf wies Fachbereichsleiter Hans-Heinrich Witt mehrfach hin, seinen die Poller gar nicht notwendig. „Dort stehen eindeutige Verkehrszeichen“, sagte er unter anderem beim Blick auf das Bild des Holzpollers, der auf dem Weg zwischen der Orff Straße und dem Penny-Markt steht. Direkt daneben: Das blaue Schild, das den Weg ausschließlich für Radfahrer und Fußgänger freigibt. Auch Bilder von Querbügeln hatte er mitgebracht. „Dafür gibt es in Deutschland Regeln“, sagte er und zeigte auf die Abstände, in denen die Umlaufsperren angebracht sind und zwischen denen mindestens 1,5 Meter Zwischenraum frei sein müssen. Ob das überall der Fall ist, bezweifelte der Fachbereichsleiter vor allem im Hinblick auf das Alter der „Drängelgitter“.

Ohne Beschlüsse geht nichts

An vielen Stellen müsse man sich auch fragen, ob die Sperren sinnvoll seien. Komme man zu dem Schluss „da ist objektiv keine Gefahr zu erkennen“, könne man auch darauf verzichten. Witt stellte aber auch klar – in der Herbstsitzung hatte auch schon Bürgermeister Karl Piochowiak darauf hingewiesen –, dass es 2010 bei ähnlichen Bestrebungen einen enormen Gegenwind aus der Bevölkerung gegeben habe. „Da brauchen wir Beschlüsse“, appellierte Witt an die Ausschussmitglieder, nur so könne man die Maßnahmen umsetzen.

Die Ergebnisse aus der Erfassung der Poller, Umlaufsperren und Verkehrsinseln sollen in das noch auszuarbeitende Mobilitätskonzept einfließen. Werner Stratmann fragte in diesem Zusammenhang mit Blick unter anderem auf den Hanfgarten: „Warum müssen wir die Kinder bremsen? Nein, die Autos müssen wir bremsen. Das muss ins Mobilitätskonzept.“

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