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„Öfter mal eine Jacke überziehen“

So wollen die Ostbeverner Energie einsparen

Ostbevern

Welche Möglichkeiten sehen Ostbeverns Bürger, ihre Energiekosten zu reduzieren? Die WN haben sich umgehört. Beleuchtung mit LED, die Temperatur der Heizkörper senken oder überschüssigen Strom aus der Solaranlage für Elektroheizungen nutzen, waren nur einige der Ideen, die die Bürger umsetzen wollen.

Von Anne Reinker

Auch die Ostbeverner blicken besorgt auf die Entwicklung rund um die Energieversorgung, und jeder sucht seinen ganz individuellen Weg, um Strom und Gas einzusparen. Foto: Marijan Murat/dpa

Das Einsparen von Energie ist ein Thema, das zurzeit die Weltpolitik beschäftigt. Für die Bevölkerung kann die aktuelle Situation große finanzielle Folgen haben, infolgedessen sich viele Bürger mit der Problematik auseinandersetzen. Denn Energieversorger, Einrichtungen und Unternehmen müssen kräftig an der Preisschraube drehen, was sich wiederum im Geldbeutel jeden Einzelnen auswirken dürfte.

Kosten reduzieren

Doch welche Möglichkeiten gibt es, weniger Energie im Haushalt zu verbrauchen und so die eigenen Kosten zu zu reduzieren? Tipps gab es in den vergangenen Wochen bereits an allen Ecken. Doch welche Möglichkeiten sehen Ostbeverns Bürger, ihre Energiekosten zu reduzieren? Eine kleine Umfrage in der Ortsmitte liefert auch für andere vielleicht ein paar Impulse.

„Den Energieverbrauch haben wir beim Umbau der Geschäftsräume ganz stark beachtet“, erklärte Marlene Wietkamp. In Sachen Beleuchtung setzt sie seitdem auf LED-Lampen, so „dass jetzt nur noch ein Bruchteil an Strom verbraucht wird“, sagte die Goldschmiedin.

Im Haus seien große Verbesserungen bezüglich des Energieverbrauchs noch nicht möglich, führte sie weiter aus. „Wir wären gerne früher schon auf alternative Energien umgestiegen“, meinte sie. Das sei ein Projekt, das man auf jeden Fall angehen werde. Marlene Wietkamp befürwortet die Versorgung mit erneuerbaren Energien ganz klar: „Je autarker man in der Energieversorgung ist, desto besser“.

Marlene Wietkamp

Viele Gedanken um das Einsparpotenzial hat sich auch eine weitere Teilnehmerin der Umfrage gemacht. Gute Möglichkeiten sehen sie und ihr Mann unter anderem bei der Temperatur des Wassers, sei es im Heizkörper wie auch in der Dusche. Gespart daran habe man auch in den vergangenen Jahren schon, in erster Linie aus Umweltschutzgründen, sagte sie. „Jetzt werden wir die Temperatur wohl noch ein wenig weiter herunter drehen“, ist sich die Ostbevernerin sicher. Künftig werde man unter anderem einen Elektroheizkörper nutzen. Angesichts der Tatsache, dass sie mit ihrer Solaranlage auf dem Dach einen Überschuss erzielen, sei das eine gute Alternative zum Gas, meinte sie. „Aber auch das ist nicht der Weisheit letzter Schluss“, umschreibt sie, dass diese Entscheidung nicht optimal sei.

Mehr mit dem Rad unterwegs

Die Telgterin Tatjana Scharfe war ebenfalls auskunftsbereit. Sie setzt sich schon seit vielen Jahren mit Energieeinsparungen auseinander und kann die Maßnahmen auch als persönlichen Gewinn sehen. Mit dem Fahrrad seien sie und ihr Mann noch häufiger unterwegs, auch Transporte würden, wenn irgendwie möglich, mit dem Fahrrad erledigt, so Scharfe. „Dann werden die Gepäcktaschen voll gepackt, damit nicht das Auto genommen werden muss“, erklärte sie. „Wir sind mit uns selbst etwas strenger geworden“, führte sie aus. „Und darauf sind wir dann auch ein wenig stolz.“ Auch beim Konsum sei sie sehr kritisch. „Wir empfinden das nicht als Verzicht, sondern als Gewinn an Lebensqualität.“ Sie freue sich darüber, dass sich der Gedanke, etwas tun zu müssen, bei den Menschen weiter ausbreite.

Als eine recht einfache und finanziell umsetzbare Option zur Kostenersparnis sieht Tatjana Scharfe in sogenannten Balkon-Solaranlagen. „Die können auch Mieter installieren, ohne vorher den Hausbesitzer fragen zu müssen“, erklärte sie. „Diese Anlagen sind eine gute Sache, um wenigstens ein Stück weit autark zu sein“, sagte sie.

Licht später anschalten

Ebenfalls häufiger mit dem Rad statt mit dem Auto ist Renate Mersbäumer unterwegs. „Man bemüht sich“, sagt sie. Bei ihr wird sich der Stromzähler langsamer drehen, denn sie will beispielsweise darauf achten, das Licht später anzumachen als beispielsweise noch im vergangenen Winter. Trotzdem: „Man wartet mit Schrecken auf den Winter“, meinte sie angesichts der Notwendigkeit, mehr heizen zu müssen. Dann werde man vermutlich eher mal eine Jacke überziehen als gewöhnlich. „Immer in der Hoffnung, dass Russland es sich noch überlegt, uns doch noch Energie zu liefern.“

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