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Bei „Catcalls of Cologne“ zu Gast

Statements gegen sexuelle Belästigung

Ostbevern

Was sind „Catcalls“? Dazu zählen beispielsweise sexuell anzügliche Sprüche oder Kommentare, obszöne Gesten, Hinterherpfeifen oder verbales übergriffiges Verhalten. Was man dagegen tun kann, lernte jetzt eine Gruppe von sechs Mädchen aus Ostbevern.

Mit solchen Nachrichten wird die Öffentlichkeit für die Themen rund um Foto: privat

Seit Anfang des Jahres findet das Projekt „Wehrlos doch nicht hoffnungslos“ im Jugendcafé des Kinder- und Jugendwerks Ostbevern statt, das vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe finanziert wird. Im Rahmen des Projektes reiste jetzt eine Gruppe mit sechs Mädchen im Alter von 16 bis 18 Jahren und der Betreuerin Lisa Hermanns nach Köln. Vor Ort traf sich die Gruppe mit „Maresa“ von der der Bewegung „Catcalls of Cologne“ und einigen Aktivisten ihres Teams, darunter Lea, Marie-Louise und Johannes.

Die Bewegung hat ihre Ursprünge in New York (gegründet 2016 von Sophie Sandberg) und hat vor ein paar Jahren Deutschland erreicht. Es geht bei dieser Bewegung darum, ein klares Statement gegen sexuelle Belästigung zu setzen. Denn beim „Catcalling“ handelt es sich laut einer Mitteilung des Kinder- und Jugendwerks nicht um ein Kompliment oder eine gewollte Kontaktanbahnung, sondern um eine Ausübung von Macht und Kontrolle.

„Maresa“ hat 2020 das Instagram-Account „CatcallsofCologne“ gegründet. Ziel ist es, die Gesellschaft auf das Thema verbale sexuelle Belästigung aufmerksam zu machen. Das Account bekommt täglich viele Nachrichten von Menschen, die Opfer von Belästigung geworden sind. Dabei geht es oft um die sogenannten „Catcalls“. Dazu zählen beispielsweise sexuell anzügliche Sprüche oder Kommentare, obszöne Gesten, Hinterherpfeifen oder verbales übergriffiges Verhalten.

Um das sichtbar zu machen, werden die Nachrichten der betroffenen Personen anonymisiert mit Kreide an den Ort des Geschehens gezeichnet oder angekreidet. Damit soll die Gesellschaft für die Thematik sensibilisiert und den Betroffenen ihre Stimme zurückgegeben werden, damit diese sich nicht mehr mit der Situation allein gelassen fühlen müssen.

In einem Gespräch mit den Mädchen des Kinder- und Jugendwerks Ostbevern berichtete die Gruppe um „Maresa“ von ihren Erfahrungen und Beweggründen ihrer Arbeit. Im Anschluss konnten die Mädchen alle Fragen zu dem Thema stellen.

Am Ende wurde schließlich gemeinsam ein „Catcall“ angekreidet. Die Resonanz der Mädchen war sehr groß.

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