Beverland setzt im zweiten Jahr auf alternatives Konzept / Mitarbeiter sollen Perspektiven erhalten

Strandurlaub mitten im Münsterland

Ostbevern-Brock/T...

60 festangestellte Mitarbeiter hat das Beverland Resort. Und denen wollen Geschäftsführer Johannes Kampherm und Vertriebsleiter Dominic Stern auch weiterhin einen Job bieten. Deswegen suchen sie in diesem Jahr erneut nach Möglichkeiten im Sommer ihr Hotel auszulasten – natürlich unter den dann geltenden Coronaregeln.

Von Bernd Pohlkampund

Das Beverland sattelt nun schon im zweiten Jahr um und bietet in den Sommerferien ein umfassendes Angebot für Familien an. Foto: Kai Pohlkamp

Ob Junggesellenabschiede, Hochzeiten, Kegeltouren, Betriebsausflüge oder einfach nur runde Geburtstage: Das Beverland Resort in Ostbevern-Brock hat sich in den vergangenen Jahren zu einem touristischen Magneten entwickelt, der nicht nur Feierwillige aus dem Tecklenburger Land anzieht, sondern auch Arbeitgeber für Menschen aus der Region ist. Mit jährlich etwa 65 000 Gästen zählt es zu den größten Gruppenreise-Veranstaltern des Münsterlandes.

So erfolgreich war das Unternehmen bis zum Ausbruch der Corona-Pandemie im März vergangenen Jahres. „Plötzlich und unerwartet kam der Bruch. Alle Gruppenbuchungen, Seminarveranstaltungen und Hochzeiten mussten wir absagen“, trauert Geschäftsführer Johannes Kampherm dem jahrelang bewährten erfolgreichen Geschäftsmodell für Gruppenreisen, Familienfeiern, Tagungen und Teamtrainings nach. Kurzarbeit war die Folge.

„Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leiden besonders darunter. Einige haben das Unternehmen verlassen. Es gibt kaum noch Einnahmen. Wir überleben dank unserer Rücklagen und dank der Fördergelder des Bundes und können so die Zeit einigermaßen gut überstehen“, berichtet Johannes Kampherm. Der Beverland-Geschäftsführer befürchtet: „Wenn die Auflagen es irgendwann in diesem Jahr wieder erlauben, werden wir wohl einen vollständigen Neustart hinlegen müssen.“

In dieser Krise suchte die Geschäftsleitung gemeinsam mit dem Team bereits im vergangenen Jahr nach Lösungen. Das Beverland Resort stellte sein Programm in den Sommermonaten 2020 komplett auf Familien und Individualreisende um. „So bewerben wir auch in diesem Jahr unsere Freizeit- und Übernachtungsangebote für Familien, für Einzelpersonen und für kleinere Gruppen. Immer in der Hoffnung, dass die Coronaregeln dieses bald wieder ermöglichen.“

„Mit unserer letztjährigen Premiere hatten wir Erfolg und das stimmt uns zuversichtlich, es in diesem Jahr noch intensiver zu betreiben“, beschreibt Vertriebsleiter Dominic Stern die Neuausrichtung. Diese sei aus der Not heraus entstanden. Es kamen Familien und Einzelreisende aus den Niederlanden und aus Deutschland, „die uns als Ersatzurlaubsdomizil gebucht haben“, so Vertriebsleiter Dominic Stern. „Unser Angebot lautet auch für die kommenden Sommerferienwochen: Übernachtungserlebnisse in unseren 63 verschiedenen Themenzimmern schaffen.“ Die Lage des Resorts ist für einen Alternatv-Urlaub in NRW auch nicht schlecht: Auf halbem Weg zwischen Münster und Osnabrück mit eigenem Bahnanschluss sind es gerade einmal 15 Kilometer bis zum Teuto.

Zu dem, was die Umgebung landschaftlich und kulturell ausmacht, bietet das Beverland in diesem Sommer von Anfang Juli bis Mitte August ein abwechslungsreiches Freizeit- und Unterhaltungsprogramm an. Eine besondere Attraktion ist der Außenpool. „Mit der Poollandschaft und der auf der Insel angelegten Poolbar schaffen wir Strandoptik und Urlaubsatmosphäre. Beste Voraussetzungen für einen Ersatzurlaub“, hofft Kampherm, dass der Pool dieses Mal genauso zieht wie im vergangenen Jahr.

Ebenfalls neu ist, dass das Beverland bei schönem Wetter Tagesgästen aus der Region empfängt und bewirtet. „Ja, wir freuen uns auf Gäste aus dem Umland“, lädt Johannes Kampherm auch Tagesbesucher ein, es sich an der Pool-Bar gut gehen lassen. Natürlich immer unter der Voraussetzung, die Coronaregeln erlauben dieses.

Mit der schrittweisen Rückkehr zur Normalität rechnet die Geschäftsleitung ab Juni. Spätestens zum Ende des dritten Quartals hofft man, im Beverland wieder zur Normalität zurückkehren zu können.

„Bis dahin müssen wir unsere Mannschaft bei Laune halten, die gesamte Anlage und das Haus unterhalten und mit unserem Sommerprogramm für einen Stimmungsaufschwung sorgen“, wünscht sich die Geschäftsleitung. Man wolle nicht nur neue Einnahmequellen erschließen, „sondern auch unseren 60 Festangestellten Perspektiven bieten und sie in die kreative Arbeit zurückholen“.

Die Pandemie bringt nicht nur wirtschaftlich, sondern auch organisatorisch viel Unsicherheit. Johannes Kampherm umschreibt das so: „Vor Corona war alles planbar. Wir wussten wie viele Gäste kommen, welche Veranstaltungen stattfinden. So konnten wir unserem Personal Sicherheit geben. Jetzt mit Corona ist alles nicht mehr planbar. Touristen und Gäste melden sich an, können sich bis unmittelbar vor dem Termin kostenfrei wieder abmelden. Da stehen wir bei der Organisation und bei der Personalplanung vor großen Herausforderungen.“

Derzeit wird intensiv für einen Sommerurlaub in Ostbevern-Brock geworben. Mit einem abwechslungsreichen Rahmenprogramm und mit vielen verschiedenen Aktivitäten, wie man das von den Herbergen in den klassischen Touristen-Hochburgen kennt. Täglich wechselt das Sport- und Animationsprogramm: Wassergymnastik, Lagerfeuer für Kinder, Nachtwanderungen und weitere Aktivitäten gehören dazu. Und wie gesagt: Münster. Osnabrück und das Tecklenburger Land inklusive Teuto liegen quasi vor der Tür.

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