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Landwirte setzen auf Wärmebildkamera

Tierisches Leben mit Drohne retten

Ostbevern

Hegeringe und Landwirte haben zusammen eine Drohne angeschafft, um Wild beispielsweise bei der Grasernte zu retten.

Von Bernd Pohlkampund

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Die Wildtierrettung kommt aus der Luft. Eine einsetzbare Drohne mit Wärmebildkamera überfliegt die zur Ernte anstehenden Wiesen und erkennt so mögliche Gefahrenstellen. Dieser neue Service wurde jetzt auf dem landwirtschaftlichen Betrieb von Jürgen Hohenkirch in der Bauernschaft Schirl vorgestellt.

Rund 50 Landwirte erlebten die Demonstration, wie Wildrettung mit Wärmebild-Drohne funktioniert. Bislang geschah diese durch mühsames Abgehen der betroffenen Flächen mit Unterstützung von Hunden.

Hohes Gras ist bei Ricken n beliebt, dort legen sie ihre Kitze ab. Auch Junghasen nutzen diese Wiesen als Unterschlupf. „Vor einer bevorstehenden Heumahd oder der Silagengewinnung für Milchkühe oder Rinder kann die Wiese für Jungtiere und Gelege von Bodenbrütern daher leicht zur tödlichen Falle werden, weil sie noch so klein sind, dass sie sich drücken und noch nicht allein die Flucht ergreifen können,“ begründen Reinhard Pröbsting, Leiter des Hegering Telgte-Westbevern, und Georg Verenkotte, Leiter des Hegering Ostbevern, dieses Projekt. Gemeinsam haben die genannten Vereine dieses 8500 Euro teure Gerät für ihre Hegeringsarbeit angeschafft. Die Landwirtschaftlichen Ortsverbände Telgte-Westbevern, Ostbevern und Ostbevern-Brock beteiligten sich ebenso finanziell. Den Hauptanteil spendeten die Raiffeisen MünsterLand eG und die Volksbank Münsterland-Nord eG.

Verantwortlich für den künftigen Drohneneinsatz ist Dirk Lütke Dartmann, der als Vorstandsmitglied des Hegerings Telgte-Westbevern das Projekt ehrenamtlich führt. Er wird unterstützt von fünf weiteren ausgebildeten Piloten. Bei der Vorstellung der Drohne erklärte Dirk Lütke Dartmann die Funktionsweise: „Die Wärmebildkamera kommt in den frühen Morgenstunden bis zum Sonnenaufgang zum Einsatz. Wärmequellen können so schnell erfasst werden. Am Bildschirm wird die Drohne gesteuert. Ist ein Tier identifiziert, wird der Helfende vom Piloten gezielt dorthin geführt. Lütke Dartmann: „Rehkitze und Junghasen werden vorsichtig herausgetragen und behutsam mit einem Weidenkorb ohne menschlichen Kontakt gesichert. Ist die Fläche frei gegeben, kann der Landwirt sie gefahrlos mähen. So bleiben Jungtiere am Leben und das Futter frei von giftigen Verunreinigungen.“

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