1. www.wn.de
  2. >
  3. Münsterland
  4. >
  5. Ostbevern
  6. >
  7. Viele Gäste kommen um „über die Mauer zu schauen“

  8. >

Traumhafte Gärten locken Besucher

Viele Gäste kommen um „über die Mauer zu schauen“

Ostbevern

Sonne satt – und strahlende Organisatoren. Denn zahlreiche Gäste nutzten am Wochenende das Angebot der Ostbevern Touristik zu „Über die Mauer geschaut“. Sechs private Gärten lagen entlang einer 16 Kilometer langen Route, die man sowohl zu Fuß erwandern als auch mit dem Rad abfahren konnte.

Von Bernd Pohlkamp

Besser hätte das Wetter am Wochenende nicht sein können: Unzählige Gäste nutzten das Angebot der Ostbevern Touristik und wagten einen Blick in die Privatgärten. Foto: Bernd Pohlkamp

Traumhaftes Wetter, eine großartige Atmosphäre und liebevoll angelegte Privatgärten erlebten am Wochenende so viele Besucher, dass die Hauptorganisatorin Christine Schafberg vom Verein Ostbevern Touristik ins Schwärmen geriet. Sie habe so viel positive Resonanz erfahren, dass sich die Menschen nach dreijähriger Coronapause auf ein derartiges Angebot richtig freuten. Sechs Gartenbesitzer und auch andere Gastgeber öffneten entlang einer rund 16 Kilometer langen und sehr gut ausgeschilderten Garten-Rundroute ihre Türen, ihre Gärten, ihren Hof oder ihr Scheunentor, um dort ihre Gäste mit Naturschauspielen, Kunst, Handwerk oder Besonderheiten aus der Tier- und Pflanzenwelt zu überraschen oder wie der Förderverein der Ambrosius-Grundschule auf dem Hof Rusche zu einer Pause bei Kaffee, 160 Torten und reichhaltig Kaffee und anderen erfrischenden Getränken einzuladen. Fast alle fuhren mit den Fahrrädern. Denn am Startpunkt Rathaus konnte man auch Fahrräder ausleihen.

Jeder Garten ein kleines Paradies

Jeder der sechs Gärten präsentierte sich als Paradies. Geboten wurden verschlungene Wege, dicht bepflanzte Beete, strukturiert angelegte Gartenräume, Gemüsereihen und Blumenrabatte, kleine Gewässer und eine unglaublich große Anzahl an Insekten, die sich in diesen Gärten pudelwohl fühlen und all das bekommen, was ihnen andernorts häufig fehlt. Jeden Garten, der sich auf der Gartenroute bei „Nicht nur über die Mauer geschaut!“ zeigte, erlebten die zahlreichen Besucher so individuell wie sich auch ihre Besitzer zeigten. Ein Wechselbad der Gefühle waren die Stationen zwischen Hochbeeten, Gewächshäusern, Bienenstock und Bienenwiese, Staudenbeeten und Kräuterflächen. Jede Familie hat ihr „Spezialgebiet” wie die Erhaltung verschiedener und alter Sorten, die Konzentration auf Kräuter und Obst im Garten oder wie die Haltung von Bienenvölkern.

Dorothea Klatte

Es war ein Erlebnis, es regte an, so manches von dem Gesehenen im eigenen Garten umzusetzen oder seinen Garten neu zu gestalten. Denn was die Familien Silge, Seeburg, Hüser, Klatte, von der Beeke und Herbermann präsentierten war so schön und beeindruckend, dass man gerne wieder kommen würde. Diese kleinen Paradiese tun auch den Insekten, den Singvögeln und all den zahlreichen Gartenbewohnern und letztendlich auch der Gemeinde Ostbevern gut.

Wie begeistert die vielen Menschen aus der Region zwischen Gütersloh und Münster, Osnabrück und Lippstadt waren, drückten sie persönlich oder in Gästebüchern aus. Einige Zitate: „Was sind wir froh, dass wir mit dem Auto angereist sind und jetzt mit den Fahrrädern diese wunderschönen Gärten entdecken und erleben.“ Oder: „Der Garten ist ein anderer Himmel mit Sternen aus Blumen“ und „Welch ein schöner herrlicher Garten. Hier die Seele baumeln lassen und sich wohl fühlen“. Immer wieder bedankten sich die Besucher bei den Gastgeberinnen und Gastgebern für deren Geduld, Freundlichkeit und Auskunftsbereitschaft: „Toll ist es hier, die Bienen zu erleben und den Honig zu genießen“.

Monika Silge hatte ihrem blumenreichen Garten auch selbst gemalte Bilder zugefügt. Dietlind Seeburg präsentierte ihr Atelier mit traumhaft schönen Kunstwerken und ihren Garten mit Metallskulpturen und einer märchenhaft schönen Traumlandschaft zwischen altem Baumbestand und Gewässern. Die Eheleute Walter und Katharina Hüser zeigten in ihrem Garten, was auf kleiner Fläche möglich ist. Im Hinblick auf ihre Kinder seien viele Pflanzen so gewählt worden, dass fast alle Früchte essbar sind. Dorothea Klatte schwärmte von ihrem „Wildnis-Garten“. Es hätten sich viele Insekten und auch eine Igelfamilie angesiedelt. „Bei mir im Garten ist immer Leben.“ Die Familie von der Beeke präsentierte eine naturbelassene Gartenanlage mit einem Teich und einer selbstgestalteten Mauer. „Die Tierwelt fühlt sich bei uns so wohl“, sagte Konrad von der Beeke, der in seinem Garten drei Bienenvölker hält.

In La Folie empfing der Handorfer Maler Bernd Biallas die Besucher mit farbenfrohen Aquarell- und Ölbildern. Abschließender Höhepunkt der Rundfahrt war der Hof Herbermann in der Bauerschaft Lehmbrock. Hier soll es nach Aussagen vieler Besucher den schönsten Garten von Ostbevern geben. Auf etwa 2000 Quadratmetern wachsen dort rund 170 Pflanzenarten. Diese legen sich wie ein Schal um die Hofanlage. Petra Herbermann, verheiratet und vierfache Mutter, ist Hobbygärtnerin und täglich im Garten kreativ. Eine Augenweide ist ihr 15 Meter langer Rosenbogen, der den Weg weist zum einladenden Pavillon. Hier konnten Besucher Platz nehmen, bei einer Tasse Kaffee und Kuchen die bunte und kunstvolle Vielfalt des Gartens genießen und den Ostbevern-Gartentag besinnlich ausklingen lassen.

Startseite
ANZEIGE