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Situation der Flüchtlinge in der Bevergemeinde

Ukraine-Flüchtlinge: Turnhalle wird vorbereitet

Ostbevern

50 Flüchtlinge aus der Ukraine sind – so zumindest nach dem Kenntnisstand der Behörden – in der Bevergemeinde zur Zeit untergekommen. Und das größtenteils privat. Lediglich fünf Menschen aus dem Kriegsgebiet der Ukraine sind in gemeindlichen Unterkünften untergebracht – bisher. Denn inzwischen wird auch eine Turnhalle als Unterkunft vorbereitet.

Von Daniela Allendorf

Die Turnhalle der Foto: Gemeinde Ostbevern

Die Informationsflut sei immens, sagte Fachbereichsleiterin Barbara Roggenland in der jüngsten Sitzung des Bildungs-, Generationen- und Sozialausschusses, als es um die aktuelle Flüchtlingssituation in der Bevergemeinde ging. „Nahezu stündlich gehen Mails mit neuen Informationen bei uns ein“, so Roggenland, die diese für die Politiker aufbereitet hatte. Denn „für uns alle ist es ganz schwierig, uns auf die Situation vorzubereiten.“ Und auch wenn die Gemeinde alle Hebel in Bewegung gesetzt habe, um Wohnraum für mögliche Flüchtlinge in Ostbevern bereitzustellen, so komme man nun doch nicht mehr umhin, auch eine Turnhalle auf einen Zustrom vorzubereiten.

Turnhalle bereits gesperrt

Bereits seit dem vergangenen Montag ist die Turnhalle der Josef-Annegarn-Schule gesperrt und die Handwerker tummeln sich dort. Nachdem zunächst Elektriker mit der Verkabelung der Halle beschäftig gewesen seien – „da haben wir 2015 gelernt, dass der erhöhte Strombedarf, zum Beispiel für das Laden von Handys, sichergestellt sein muss“, sagt Roggenland – folgte am Donnerstag die Verlegung des Bodens. Dabei sei der Hallenboden zunächst mit einer feuerfesten Folie ausgelegt worden, um ihn anschließend mit OSB-Platten abzudecken.

Zuvor hatten Vertreter der Gemeinde und Mitglieder von DRK und Maltesern sowie ein Brandschutzbeauftragter die Halle genau unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Insgesamt können rund 48 Personen in der Halle untergebracht werden – aufgeteilt in zwölf Einheiten. Der Aufbau dieser Einheiten kann voraussichtlich in der kommenden Woche durchgeführt werden, kündigte Roggenland an. Bis dahin gelte es noch zu klären, wie die Menschen, die dort untergebracht werden, versorgt würden und wie die Einrichtung von Quarantänebereichen gehändelt werden könne. Denn auch wenn es vielleicht den Anschein haben könnte, so sei Corona noch nicht vorbei, sagte die Fachbereichsleiterin.

Barbara Roggenland

Mit Stand vom 23. März sind aktuell 50 Kriegsflüchtlinge in der Gemeinde untergebracht beziehungsweise bei der Ausländerbehörde gemeldet. „Möglicherweise sind es auch noch mehr, die eben noch nicht gemeldet sind“, sagte Roggenland. Der überwiegende Teil der Ukrainer ist bei Privatleuten, Freunden oder der Familie untergekommen. Lediglich fünf Personen seien zur Zeit in der Unterkunft an der Bahnhofstraße untergebracht. Für den gestrigen Freitag waren jedoch weitere angekündigt. Ebenso seien für die kommende Woche drei Flüchtlinge aus Syrien angekündigt, die ebenfalls in den gemeindlichen Unterkünften unterzubringen seien. Nach dem Stand vom 24. März – diesen muss die Gemeinde täglich von montags bis samstags an den Kreis Warendorf melden – stehen im Moment 20 freie Plätze zur Verfügung. Insgesamt sind bereits 70 Flüchtlinge – darunter auch fünf aus der Ukraine – in den gemeindlichen Unterkünften untergebracht. 23 weitere Flüchtlinge mit einem Schutzstatus vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge sind zur Vermeidung von Obdachlosigkeit von der Gemeinde untergebracht.

Von den 50 Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine sind bereits 37 Personen beim Sozialamt gemeldet, und hätten dort entsprechende Hilfeleistungen beantragt – darunter drei Männer, 21 Frauen und 13 Kinder- und Jugendlichen im Alter bis 17 Jahre.

Sprachkurse bereits nach den Osterferien

Doch nicht nur für die Unterbringung von Kriegsflüchtlingen laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Auch in Sachen Sprachkurse ist Ostbevern auf einem guten Weg. So können voraussichtlich bereits nach den Osterferien die ersten Kursangebote starten. In diesen ersten Wochen habe es überdies schon zahlreiche Angebote von Ehrenamtlichen gegeben, die sich angeboten haben zu dolmetschen. „Wir nehmen da aber auch noch gerne weitere Angebote entgegen“, sagt Barbara Roggenland.

Für Kinder besteht seit der vergangenen Woche bereits die Möglichkeit, sie an den gemeindlichen Grundschulen anzumelden. Für die Josef-Annegarn-Schule müssten noch genaue Modalitäten abgestimmt werden, so Roggenland. „Freie Kita-Plätze haben wir nicht“, kam die Fachbereichsleiterin auch auf die Kleinsten zu sprechen. „Aber wir haben einen funktionierenden Ort.“ So habe es bereits Angebote seitens der Kita Zauberburg, wie auch von der Kita Outlaw an der Bahnhofstraße unter anderem für Spielnachmittage gegeben.

Darüber hinaus sind die Verantwortlichen des Brückenprojekts (WN berichteten) engagiert in diesem Bereich.

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