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Sonja Schulze Dieckhoff und Alexandra Bücker sind stolz auf neues Ausbildungszentrum

„Uganda ist unser zweites Zuhause“

Ostbevern

15 Jahre sind kein wirklich rundes Jubiläum. Aber egal: Alexandra Bücke sind Sonja Schulze Dieckhoff glücklich und sicherlich auch dankbar, dass die Mukisa Foundation Uganda diesen Geburtstag jetzt feiern kann. „Wir sind so froh, mit einem starken Team von 36 ugandischen Mitarbeitern Familien, die kaum Hilfe bekommen, Unterstützung bieten zu können“, schreiben sie.

Alexandra Bücker und Sonja Schulze Dieckhoff (Bild r.) sind froh, in Uganda im Team mit Menschen von dort viel bewirken zu können. Foto: privat

Eigentlich hätte im Dezember das 15-jährige Bestehen der Mukisa Foundation Uganda in dem ostafrikanischen Land gefeiert werden sollen – mit allen Gründerinnen. Sonja Schulze Dieckhoff war mit ihrem Mann schon im November dorthin geflogen, und Alexandra Bücker sollte im Dezember mit einem deutschen Filmteam folgen. „Daraus wurde aber leider auf Grund der hohen Corona-Zahlen und dem Ausbruch der neuen Omikron-Variante nichts“, berichten die beiden Frauen. Umso größer war die Freude, als die beiden Gründerinnen vor drei Wochen zusammen ins Flugzeug Richtung Uganda stiegen.

Solarlampen im Gepäck

Mukisa Foundation wurde 2006 von den beiden Frauen und ihrer ugandischen Freundin Florence Namaganda gegründet, um Familien mit Kindern mit Behinderungen zu helfen.

Im Gepäck hatten Sonja Schulze Dieckhoff und Alexandra jetzt unter anderem therapeutische Materialien, einen Erste-Hilfe-Koffer, Solarlampen, Desinfektionsmittel und viele Dinge für junge Mädchen. Denn mittlerweile gibt es ein zweites Standbein in Uganda: Neben dem Zentrum in Kampala, wo Eltern und Kinder die nötige dringende Unterstützung unter anderem in Form von Physio-, Ergo- und Sprachtherapie bekommen, medizinischer Hilfen sowie weitreichender Beratung, gibt es ein Ausbildungszentrum auf Bussi Island, einer Sumpfinsel im Lake Viktoria.

Familien, die sonst kaum Hilfe bekommen, unterstützt die Foundation. Foto: privat

„Eine gute Autostunde von der Hauptstadt Kampala entfernt, fühlt man sich um Jahrzehnte zurückversetzt“, berichtet Alexandra Bücker. Dort gebe es keinen Strom. „Und das fließende Wasser aus dem Wasserhahn, fließt nur so lange, bis der Wassertank leer ist, der vom Regen gefüllt wurde.“ Dort entstand Ende 2020 die Mukisa inclusive Village: ein Ausbildungszentrum für junge Erwachsene mit speziellen Bedürfnissen. Mittlerweile gibt es dort verschiedene Gebäude, die der Ausbildung von Jugendlichen mit Behinderungen und ihren Familien zu Gute kommen.

Jugendliche kommen zur Ruhe

„Die Idee, einen Ort zu schaffen, an dem unsere Jugendlichen in Ruhe lernen können, kam uns, nachdem wir gesehen hatten, dass die meisten ehemaligen Mukisa-Kinder mit ihrem Potenzial keine Chance auf dem Arbeitsmarkt hatten“, erläutert Sonja Schulze Dieckhoff. 2016 kam der Verein dann günstig an Land.

Die ersten 13 Jugendlichen haben ihre Ausbildung in den Bereichen Landwirtschaftliche Fähigkeiten, Tierzucht sowie Kunst und Design (Handarbeiten und Nähen) im Dezember abgeschlossen. Auch 30 Eltern von Kindern mit Behinderungen unter 13 Jahren haben dieses Training abgeschlossen und bekamen zum Abschluss Tiere wie Hühner und Ziegen zum Züchten sowie Setzlinge für einen eigenen Gemüsegarten. „Unser besonderer Dank geht hier an Rotary Telgte.“

Dank an Rotary Telgte

„Es war so unglaublich schön, diesen Fortschritt mit eigenen Augen zu sehen. Wir hatten sehr intensive Tage mit dem Mitarbeitern und Familien. Endlich war Zeit für den Austausch, das Zeigen und Staunen und für viele, viele Fotos und Videos“, berichtet Alexandra Bücker. „Die Besuche vor Ort sind so wichtig, um Problematiken zu verstehen, aber auch um sich gegenseitig zu stärken und im Team zu arbeiten. Momentan nehmen wieder 14 Mädchen und zwei Jungen an der Ausbildung teil. Alle Jugendlichen kommen von Bussi oder angrenzenden Inseln“, berichtet beide weiter.

2006 gründeten Alexandra Bücker, Sonja Schulze Dieckhoff mit ihrer ugandischen Freundin Florence Namaganda die Mukisa Foundation, um zunächst Familien mit Kindern mit Behinderungen zu helfen. Foto: privat

Nach der Fertigstellung des Wohnheims im März 2022 könnten nun auch Jugendliche aus entlegeneren Gebieten die Ausbildung wahrnehmen. „Die Hilfe zur Selbsthilfe ist nach der Gesundheit unsere oberste Priorität. Die größte Herausforderung auf Bussi ist momentan der Transport und die Stromversorgung. Unsere Familien und Mitarbeiter legen teilweise enorme Strecken zurück, um uns zu erreichen. Die Kosten für öffentliche Transportmittel sind auch in Uganda auf das doppelte gestiegen. Auch die Lebensmittelpreise steigen stetig“, so die beiden Frauen.

Deutsche Regierung hat uns unterstützt

Zusammen mit den Jugendlichen haben Bücker und Schulze Dieckhoff unter anderem Tomaten, Möhren, Kohl und Ananas angepflanzt und hoffen bald unabhängiger in Bezug auf Lebensmittel zu werden. Geplant ist auch eine Bäckerei. Langfristig soll ein Gästehaus entstehen.

Darüber hinaus stand ein Besuch bei er Deutschen Botschaft in Kampala bei den beiden Bröckerinnen auf dem Programm. „Unter anderen hat uns die deutsche Regierung bei unserem Projekt auf Bussi Island unterstützt. Damals war der stellvertretende Botschafter zur Eröffnung unseres Zentrums vor Ort. Momentan hoffen wir auf Zuschüsse für eine Solaranlage“, so Sonja Schulze Dieckhoff.

Alexandra Bücker war zwei Wochen in Uganda, Sonja Schulze Dieckhoff kehrt am Mittwoch nach knapp vier Wochen wieder nach Deutschland zurück. „Uganda ist unser zweites Zuhause, wir blicken sehr stolz und glücklich auf 15 Jahre Mukisa Foundation. Wir sind so froh, mit einem starken Team von 36 ugandischen Mitarbeitern (Bussi und Kampala) diesen Familien, die kaum Hilfe bekommen, diese Unterstützung bieten zu können“, schreiben die Frauen dankbar.

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